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Nach über 30 Jahren soll es ein Nachfolger machen: Neuer Pächter am Bruchsee gesucht

Von der Hütte zum Bootsverleih

Wallensen/Duingen. Alle vier Enkelkinder und auch die eigenen Kinder sind quasi am Bruchsee aufgewachsen, erinnert sich Hanne Biskup etwas wehmütig an alte Zeiten. Zusammen mit ihrem Mann übernahm sie vor 31 Jahren als Pächter den Kioskbetrieb am Bruchsee mit Tret- und Ruderbootverleih sowie einem Jugendzeltplatz. Anfangs gab es noch eine ältere Hütte in der Nähe des Bootssteges, die vielen Einheimischen noch in guter Erinnerung ist. Auf dem hinteren Teil des Geländes gab es den Jugendzeltplatz, auf dem bis zu 900 Personen gleichzeitig zelteten und für ordentlich Trubel auf dem Gelände sorgten. Nachdem der Betrieb des Zeltplatzes 1991 eingestellt worden war, reifte die Idee für einen Umbau des Kiosks. 1995 wurde schließlich das Sanitärgebäude des Zeltplatzes von Familie Biskup zum neuen Kiosk umgebaut, der alte Kiosk abgerissen.

veröffentlicht am 11.07.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

Christian Göke
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„In der ganzen Region war der Kiosk für seine sensationelle Currywurst mit Pommes bekannt“, erinnert sich auch der Duinger Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Schulz gerne zurück. Doch nach dem Tod ihres Mannes ist auch Hanne Biskup gesundheitlich einfach nicht mehr in der Lage, das Lieblingsgericht von vielen Einheimischen noch anzubieten. „Ich werde bald 70, und der Kiosk muss jetzt in jüngere Hände übergeben werden“, hat sie eine Entscheidung getroffen. Ihre Kinder haben jahrzehntelang geholfen und wollen das Geschäft selber nicht übernehmen, da sie alle noch ein eigenes Berufsleben haben. Auch mit Spezialabenden wie dem Forellen- oder Hax’n-Essen hat man früher viele Besucher ansprechen können.

Mit gemischten Gefühlen wird sie nun ihren Kiosk Ende des Jahres in andere Hände geben. Neben der vielen Arbeit hatte sie am See auch viele schöne Momente. Neben dem gemeinsamen Arbeiten mit der Familie war es vor vielen Jahren besonders am Lagerfeuer immer sehr schön, wenn Jugendliche die Gitarre auspackten. Mit den Jugendlichen kam sie damals immer ganz gut zurecht. „Einmal wurden mir die Kloketten geklaut. Ich ging zu den Jugendlichen und erklärte ihnen, dass wir die Toiletten jetzt schließen müssten. Dann lief mir ein junges Mädchen nach und übergab mir die Ketten. Sie meinte, dass sie doch auf Toiletten nicht verzichten könnten“, erinnert sie sich lächelnd zurück. Eine Bauernfamilie aus Cuxhaven etwa verbrachte jedes Jahr ihren Urlaub im nahen Fölziehausen und kam immer an den See. Das waren richtige Stammgäste, von denen es einige gab. Ein Revival des Zeltplatzes wird es aber nicht geben. Die Auflagen wären wohl nicht erfüllbar.

Probleme gab es rund um den See ab und an auch mit Lagerfeuern. In dem ehemaligen Braunkohletagebau gab es schon viele Brände, die aber allesamt glimpflich abliefen. Dazu hat auch Familie Biskup beigetragen. Hanne Biskup erinnert sich zurück, dass sie eine Feuerstelle an der Steilküste sogar von der Seeseite gelöscht hat. Bei erkannter Rauchentwicklung setzte sie mit dem Ruderboot über und löschte das Feuer vom Wasser aus. Es gab einige erlaubte Feuerstellen, doch viele Besucher hielten sich einfach nicht daran.

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Ohne den Zeltplatz gab es zwar weniger Camper, aber die Anzahl der Tagesgäste stieg in den letzten Jahren an. Viele Wandergruppen ziehen durch den Weenzer Bruch mit seinen Seen. Nach der kürzlich erfolgten Einweihung des Ith-Hils-Weges erwartet die Familie hier sogar noch einen Anstieg. Auch die Schließung des Wallenser Freibades hat in diesem Jahr für einen Anstieg der Badegastzahlen und so auch beim Umsatz gesorgt. Im Winter konnte der Kiosk bisher aber nicht betrieben werden, da es keine Heizung gibt und dann das Wasser abgelassen wurde. Bei einem Pächterwechsel – Verpächter ist die Forstgenossenschaft – würde Stefan Biskup dem neuen Besitzer in der Übergangszeit den Anfang so einfach wie möglich machen und für eine längere Einweisung zur Verfügung stehen. Die Familie denkt, dass sich eigentlich ein neuer Pächter finden müsste, da es schon durch Mundpropaganda einige Interessenten gab. In den Sommerferien hat der Kiosk von 12 bis 19 Uhr (sonntags von 10 bis 19 Uhr) geöffnet. Auch die Duinger Samtgemeindeverwaltung hofft auf einen neuen Pächter für die nächste Saison. „Denn der Kiosk ist als Rastanlage auf sämtlichen Karten vermerkt, und für das Konzept des sanften Tourismus wäre es sicherlich kontraproduktiv, eine gute Versorgungs- und Sanitäreinrichtung zu verlieren“, so Wolfgang Schulz.

Der Kiosk am Bruchsee liegt idyllisch am Waldrand. Schon am alten Kiosk, der mehr einer Hütte glich, gab es immer viel Betrieb…

gök



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