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Ortsbürgermeister von Hemmendorf missfällt der Dorfzustand / „Ärgerliche“ Botschaften im Briefkasten

„Viele Grundstücke sind ungepflegt“

HEMMENDORF. Friedrich Lücke (CDU) ist unzufrieden mit dem Erscheinungsbild des Dorfes und der Pflege der Ortsteile. „Wir haben hier immer mehr Leerstand und eine Überalterung, die dazu geführt hat, dass viele Grundstücke ungepflegt sind“, erklärte der Hemmendorfer Ortsbürgermeister auf der letzten Ortsratssitzung.

veröffentlicht am 28.09.2017 um 14:16 Uhr

Nicht gerade ein Schmuckstück ist diese leer stehende Immobilie an der Hauptstraße in Hemmendorf. Nach Darstellung von Ortsbürgermeister Friedrich Lücke gibt es in dem Ort noch mehrere andere sehr ungepflegt wirkende Grundstücke. Foto: wft
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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„Das wird jedes Jahr schlimmer“, beklagte Lücke, dass an etlichen Stellen das Unkraut sprieße, Disteln nicht beseitigt würden und Samen und Laub in den Gärten der Nachbarn lande. Ganz konkret sprach Lücke das Gelände des ehemaligen Autohandels an der Hauptstraße an. „Das war total verwildert“, beklagte der Ortsbürgermeister, „und ist erst jetzt runtergeschnitten worden, weil dort ein Tannenbaum-Verkauf stattfinden soll.“

Ein freundlicher Aufruf mit einem grünen Zettel, wie er vor gut zwei Jahren verteilt worden sei, habe „sehr ärgerliche Reaktionen“ hervorgerufen. Dennoch müsse man überlegen, mit einem Aufruf an die Bewohner für eine Besserung zu sorgen. Das wurde am Ende auch beschlossen, obwohl sich Petra Haehnel (SPD) zunächst dagegen ausgesprochen hatte, weil in ihrem Briefkasten ein Umschlag mit Hundekot und toten Mäusen gelandet war – eine mehr als „ärgerliche“ Reaktion. Zumal sie nicht der einzige Adressat geblieben war. Auch Lücke und ein weiteres Ortsratsmitglied sowie ein Mitglied des Kirchenvorstands waren mit derartigen „Botschaften“ bedacht worden, die eine gewisse Ähnlichkeit zu Gepflogenheiten der Mafia aufweisen. Zwar sei Anzeige erstattet worden, berichtete Lücke, aber die Ermittlungen seien ohne Erfolg gewesen und daher eingestellt worden. Nur einen Hinweis habe es gegeben: Ein Brief sei in Braunschweig aufgegeben worden.

Aber zurück zum Zustand des Ortes. Es müsse doch nachbarschaftliche Regelungen geben, meinte Petra Haehnel, belehrte sich aber mit einem Blick in das Nachbarschaftsrecht selbst eines Besseren und zitierte: „Das Herüberwehen von Unkrautsamen kann nicht abgewehrt werden. Pollen- und Samenflug muss entschädigungslos hingenommen werden.“ Gleichwohl beklagte die Sozialdemokratin, „dass wir derzeit zum Teil in einer Gesellschaft leben, in der der Egoismus überhandnimmt“, räumte aber auch ein, es sei schwierig bei Wildwuchs auf Privatgrundstücken dagegen anzugehen, es sei denn, der Wildwuchs sei gefährlich für den Straßenverkehr und behindere die Sicht. Lücke empfahl seinen Ortsratsmitgliedern, sich keinesfalls in Streitigkeiten zwischen Nachbarn einzumischen. Das sei eine privatrechtliche Angelegenheit. Im Einzelfall sei es aber wohl sinnvoll, die Grundstückseigentümer direkt anzusprechen. Was aber offenbar nicht immer möglich ist, wenn der Eigentümer nicht am Ort lebt und keine Telefonnummern bekannt sind. Nicht unbedingt ein gutes Vorbild sei der Flecken Salzhemmendorf mit der Pflege mancher dem Flecken gehörenden Beete, monierte der parteilose, aber für die SPD im Ortsrat sitzende Matthias Goede und führte als Beispiel die Beete in der Beekstraße an. „Die sehen aus, als ob ein Jahr nichts an ihnen gemacht worden ist.“ Die Gemeinde müsse in dieser Sache Vorbild sein, forderte Goede. „Sonst kann man das auch von den Privatleuten nicht verlangen.“

Als problematisch bezeichneten die Ortsratsmitglieder den Zustand eines Spielgeräts am Spielplatz neben der Hemmendorfer Kirche. „Das Holz der Wippe ist verfault und irgendjemand hat einen der Haltegriffe einfach mit Draht befestigt. Das ist doch gefährlich für die Kinder“, warnte Goede ebenso wie einige Bürger und forderte, Abhilfe zu schaffen, denn der Spielplatz werde von vielen Kindern genutzt. Die Sorge der Bürger: „Hoffentlich wird die Wippe jetzt nicht ersatzlos abgebaut.“

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