weather-image
16°

KGS Salzhemmendorf stellt Antrag an Landkreis und Kultusministerium / Betreuung wird ab Januar angeboten

Viele Bedingungen für die Ganztagsschule schon erfüllt

Salzhemmendorf (ist). Wenn Schülerinnen und Schüler der 10. Hauptschulklasse ihre Schülerfirma vor der Gesamtkonferenz mit 150 Teilnehmern (Lehrer, Eltern und Mitschüler) selbstsicher und überzeugend präsentieren, sei das lernintensiver als ein halbes Jahr Biologie – oder welcher Unterricht auch immer! Wenn täglich rund 30 Schüler aus freien Stücken nach dem Unterricht in der Schule bleiben, um mit freiwilliger Unterstützung von Lehrern die Hausaufgaben zu erledigen, bevor sie nach Hause fahren, wenn seit Februar tagtäglich rund 80 Schüler in der Schulmensa das Mittagessen einnehmen, Theater-AGler mit Begeisterung ganze Probenwochenenden in der Schule verbringen und viele KGS-Lehrer selten vor 16 Uhr den schulischen Arbeitsplatz mit dem häuslichen Schreibtisch zur Unterrichtsvorbereitung tauschen, dann, so Karl Heinz Brandt, Schulleiter der KGS Salzhemmendorf, sei das keine pädagogische Utopie zur Wunschzettelzeit, sondern längst alltägliche Realität an seiner Schule und Zeichen dafür, dass die Offene Ganztagsschule an der KGS eigentlich offene Türen einrenne. „Denn viele Strukturen von Schule, die eine OGS ausmachen, sind bei uns schon seit langem vorhanden.“ Dazu zählen Unterrichtsrhythmisierung in Doppelstunden, Pflichtunterricht je nach Klassenstufe bis zur 8. beziehungsweise 10. Stunde an zwei Wochentagen – Notwendigkeit zur Erfüllung der Unterrichtsverpflichtung, effektive Nutzung der begrenzten Kapazität von Fachräumen, Sport- und Schwimmhalle sowie Entzerrung des Schülertransportes. Seit zehn Jahren bietet die Cafeteria des Elternvereins ein Frühstücksangebot an, warmes Mittagessen mit wechselnder Speisekarte gibt es seit Februar 2009 in der Mensa. Ein thematisch breitgefächertes Angebot von insgesamt 12 Arbeitsgemeinschaften nicht nur aus den Bereichen Musik, Theater, Soziales, Wirtschaft, Technik und Sport unter Leitung von Lehrern, Vertretern befreundeter Institutionen und eigenverantwortlichen Schülern besteht seit Jahren. Kooperationspartner sind Sportverein „Blau-Weiß“, Förderverein „Grips“, örtliche Polizei, DRK, Sparkasse und Volksbank, Wini, Handwerks- und Industriebetriebe der Region, Jugendanstalt Hameln, Seniorenheim, Radio Aktiv, Yamaha Musikschule, Rotarier Hameln, Kriminalpräventionsrat, die Agentur für Arbeit und und und. Zu mehrjährig verankerten Projekten zählen Comenius-Schule (international), Humanitäre Schule (Kooperation mit dem DRK), Partnerschaften mit Hannover 96 und der Autostadt Wolfsburg (genossenschaftlich organisierte Schülerfirmen), Hausmesse zur Berufsfindung, Streitschlichter- und Schulsanitäterausbildung, Kunstaktionstage, Fremdsprachenwettbewerb, Jugend trainiert für Olympia… „Und nicht zuletzt, sondern ganz obenan und vor allem“, so Brandt, „liegt uns die Hausaufgabenbetreuung zur individuellen Förderung und Forderung vom Hauptschul- bis zum Gymnasialbereich am Herzen: um den Eltern die Sorge um die Hausaufgaben zu nehmen.“ Offene Ganztagsbetreuung an fünf Tagen könne einerseits wirksame präventive Förderung des einzelnen Schülers vorhalten, die längere gemeinsame Zeit an der Schule vor dem Hintergrund veränderter familiärer Lebenssituation andererseits die Entwicklung von Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit, Persönlichkeit und damit Ausbildungsfähigkeit maximieren. An fünf Nachmittagen könne man durch Verteilung der Projekte und AGs auf mehrere Tage mehr Interessen bedienen als an einem, so Brandt. Neben den bereits bestehenden AGs und Projekten seien Themen wie „Schule und Rassismus“ oder „Anti-Aggressionstraining“ angedacht, Schmökerstunden, Tanzen und Musik, ein Internetcafé oder auch die Intensivierung der schulischen Sozialarbeit im Gespräch. „Die konkrete Umsetzung hängt dann letztendlich von der Nachfrage der Eltern und Schüler ab“, so Brandt. Innerhalb von vier Wochen („Die Eltern haben gedrängelt: Kommt endlich in die Pötte!“) hat er Absichtserklärung und Antrag auf Offenes Ganztagsangebot an der KGS ab Sommer 2010 mit „Riesenzustimmung“ von Gesamtkonferenz, Schulvorstand und Schülerrat beim Landkreis als Schulträger und Kultusministerium als Genehmigungsbehörde eingereicht. Die Genehmigung sei bereits signalisiert worden, Bedingung allerdings der Verzicht auf jegliche Zuschüsse gewesen. „Wobei es“, so Brandt, „nach Erfahrung anderer Schulen im Kreis nicht bleiben muss.

veröffentlicht am 18.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 16:41 Uhr

Rund 80 Schüler nutzen das tägliche Essensangebot in der KGS-Men


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt