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Freiwilligenagentur will vernetzen und beraten

Vereine sollen unterstützt werden

LAUENSTEIN. „Chancen und Grenzen freiwilligen Engagements“ war das Motto der Diskussionsveranstaltung rund um das Ehrenamt im Flecken Salzhemmendorf, was die Freiwilligenagentur Salzhemmendorf zusammen mit Radio Aktiv organisierte. Und Grenzen wurden schnell aufgeklärt in der Diskussion. Vor allem mit der finanziellen Unterstützung haben die 110 Vereine im Flecken Salzhemmendorf zu kämpfen.

veröffentlicht am 10.04.2017 um 16:10 Uhr

Clemens Pommerening, Tjark Bartels, Joachim Strake und Simone Berg in der Diskussion. Foto: gök
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Christian Göke Reporter
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So wurden etwa die 20 im Landessportbund organisierten Vereine in den neunziger Jahren noch mit 40 000 DM unterstützt. Nachdem vom Landkreis keine Gelder mehr kamen, werden mittlerweile im Etat von der Gemeinde nur noch 3400 Euro im Jahr zur Verfügung gestellt. Die weitere Unterstützung der Gemeinde beschränkt sich auf weitere Maßnahmen, wie etwa den Verzicht auf Hallennutzungsgebühren, wie sie in anderen Kommunen gang und gebe sind.

Simone Berg von der Freiwilligenagentur sorgte vor der Diskussion noch für ein paar Fakten. So waren in Deutschland 2014 knapp 47 Prozent der Menschen ab 14 Jahren freiwillig engagiert, wobei in Niedersachsen dieser Wert sogar bei rund 50 Prozent lag. In der Diskussion stellte ein Großteil der knapp 70 Anwesenden im Okal-Café fest, dass es in diesem Bereich aber große Unterschiede gibt. Gerade Vorstandsmitglieder sind sehr stark belastet, während manche Menschen nur ein paar Stunden im Jahr ehrenamtlich tätig werden. Einig waren sich die Anwesenden, dass man die Arbeit vor Ort gerne macht. Allerdings gibt es noch viele Verbesserungsmöglichkeiten für das Ehrenamt, wobei sich deutschlandweit viele eine bessere Beratung, Absicherungen im Ehrenamt oder die Vereinbarkeit mit dem Beruf wünschen. Auch steuerliche Absetzbarkeit von Kosten und auch Ehrungen würden sich viele Ehrenamtliche deutschlandweit wünschen.

Ehrenamtliches Wirken macht das Leben in Deutschland doch lebenswert.

Tjark Bartels, Landrat

Auch Landrat Tjark Bartels betonte, dass der positive Antrieb für das Ehrenamt wichtig ist. „Ehrenamtliches Wirken macht das Leben in Deutschland doch lebenswert“, so Bartels. Viele Ideen werden erst durch die Arbeit mit Herz vor Ort auch umgesetzt. Ein Staat kann das so nicht leisten, da laut Bartels die Leidenschaft fehlen würde. Grenzen sind für die Menschen nach Meinung von Bartels dort, wo das Ehrenamt den Freiwilligen schadet und sie nichts mehr zurückbekommen. Erst durch das Ehrenamt sind viele Einrichtungen erst überlebensfähig. Einen öffentlichen Betrieb der Bäder im Flecken könnte die Gemeindeverwaltung schon finanziell nicht stemmen, weshalb hier das Ehrenamt unverzichtbar ist.

Rund 70 Ehrenamtliche waren dem Aufruf der Freiwilligenagentur zur Diskussion gefolgt. Foto: gök
  • Rund 70 Ehrenamtliche waren dem Aufruf der Freiwilligenagentur zur Diskussion gefolgt. Foto: gök

Die Veranstaltung war aber nicht nur eine Diskussion, sondern hatte auch konkrete Ergebnisse für die örtlichen Vereine. Geplant ist eine Art Vereinsbaukastensystem für die Vereine, wo man Hilfe zur Selbsthilfe gibt. Themen wie Mittelbeschaffung, Öffentlichkeitsarbeit oder Vereinsführung sollen da angegangen werden. Der örtliche Rechtsanwalt Berend Grützmacher will in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur künftig auch eine kostenlose Rechtsberatung für Vereine anbieten, was bald konzeptionell angegangen werden soll. Dies wäre dann schon das erste Puzzleteil in diesem Baukastensystem für die Vereine des Fleckens.

Ein durchweg positives Fazit zog Simone Berg von der Freiwilligenagentur nach der Veranstaltung, die mit den Gesprächen danach rund drei Stunden dauerte. „Ich bin sehr zufrieden, dass die Veranstaltung so gut ankam. Mit über zehn Personen habe ich dann nach der Veranstaltung noch gesprochen und positives Feedback bekommen“, so Berg. Ein großes Lob hatte Berg auch für den Moderator Joachim Strake von Radio Aktiv über, der die Veranstaltung nicht nur mit viel Geschick leitete, sondern diese ehrenamtlich auch intensiv mit vorbereitet hatte.

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