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Freie Schule Weserbergland mit Start zufrieden / Zahl der neuen Anmeldungen übertrifft Erwartungen

Unterricht in der Lernfamilie

Coppenbrügge. Für den Verein Rahmengeber und Perlentaucher war dieses Jahr ein besonderes. Die Freie Schule Coppenbrügge hat ihre Arbeit aufgenommen und „wächst und gedeiht“, sagt Sandra Richards, neben Barbara Miotk für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule zuständig. Für das neue Schuljahr 2015/16 habe die Schule derzeit 20 Anmeldungen. Das übertreffe die Erwartungen, so Richards. Zum Ziel gesetzt hatte sich der Trägerverein, mit jährlich 15 Schülern zu wachsen. Ob letztlich alle 20 Kinder zum kommenden Schuljahr an der Schule beginnen, sei aber noch offen. Eltern und Schülern bietet sich im Januar die Möglichkeit, im Rahmen von Hospitationen die Schule und die Umgebung kennenzulernen. Aber auch Lehrer und Mitarbeiter lernen so ihre potenziellen Schüler kennen. Am Ende eines Auswahlverfahrens stehe dann fest, ob Schule, Eltern und Kind zusammengefunden hätten, sprich der Unterricht an einer freien Schule der richtige Weg ist.

veröffentlicht am 30.12.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

von Christoph Boßmeyer
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Denn die Coppenbrügger Einrichtung unterscheidet sich von einer staatlichen Schule. Sie orientiert sich stark am Konzept der Montessori-Pädagogik. Entwickelt Anfang des 20. Jahrhunderts von der Ärztin, Reformpädagogin und Philosophin Maria Montessori, orientiert sich diese Form des Unterrichtens unmittelbar am Kind und stellt seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Wollte man das Konzept in einem Satz beschreiben, so könnte man Montessori selbst zitieren: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

Angefangen haben in der Schule im laufenden Schuljahr 13 Kinder. Das Verhältnis zwischen den Geschlechtern sei momentan ausgewogen, sagt Richards. Bei den Anmeldungen für das kommende Schuljahr lasse sich jedoch ablesen, dass das Konzept der Schule speziell eine Anziehungskraft auf Jungen ausübe. „Ich denke, das liegt daran, dass Jungs einen großen Bewegungsdrang haben und diesen auch ausleben müssen“, sagt Richards und glaubt damit einen Grund zu kennen, dass derzeit weniger Anmeldungen von Mädchen vorliegen. Außerdem seien ihrer Meinung nach Angebote entscheidend, die speziell Jungs interessieren könnten. So biete die Schule etwa Kurse in Selbstverteidigung oder Selbstbehauptung an, die aber ebenso Mädchen ansprächen. Generell sei es ihr wichtig zu betonen, dass sich das Konzept der Freien Schule keineswegs gegen Mädchen richte. Ganz im Gegenteil, mehr Anmeldungen von Mädchen wären willkommen, damit das Verhältnis zwischen den Geschlechtern weiterhin ausgewogen bleibe.

Ebenfalls mehr als ausgewogen ist das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern. Die Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren seien in sogenannten Lernfamilien organisiert, erklärt Richards. Das entspreche etwa der ersten bis dritten Klasse an anderen Schulen. Zwei Gruppen gebe es momentan, die entsprechend aus jeweils sechs bis acht Schülern bestünden. „Von so einer Betreuungssituation träumt jede staatliche Schule“, sagt Richards.

Aber nicht nur für die Schüler ist einiges anders an der Freien Schule, auch Lehrer müssten sich unter Umständen umstellen, müssten das Konzept der Schule mittragen. Bei ihnen sei dabei kein bestimmtes Muster erkennbar, sie kämen aus allen möglichen Fachrichtungen und hätten die unterschiedlichsten Hintergründe. Was alle haben müssen, um an der Freien Schule unterrichten zu dürfen, ist das erste Staatsexamen. So will es das niedersächsische Kultusministerium. Darüber hinaus brauche die Schule aber auch eine bestimmte Anzahl Lehrer mit zweitem Staatsexamen. In Zukunft würden sie aber auch gerne Lehrer zum Beispiel aus den Bereichen Gestaltung oder Bildnispädagogik einstellen, sagt Richards. Was Interessenten darüber hinaus noch mitbringen müssten, sei Interesse an der Montessori-Pädagogik. Eine entsprechende Ausbildung in der Richtung sei nicht zwingend. Die Schule biete parallel Weiterbildungen zu dem pädagogischen Konzept an. Ganz wichtig sei letztlich auch die Beziehung zu den Kindern, denn bei der Gruppengröße und der engen Betreuung müsse die Chemie zwischen Schülern und Lehrern stimmen.

Dass der Trägerverein mit der Schule auf dem richtigen Weg zu sein scheint, zeigen auch die ersten Elterngespräche, die durchweg positiv gewesen seien, so Richards. Ohnehin glaubt sie, dass sich in den nächsten 20 Jahren einiges tun werde in der deutschen Schullandschaft, speziell auch in der Richtung, in die die Coppenbrügger Schule ohnehin schon unterwegs sei.

Für Interessierte gibt es im Januar Termine für Hospitationen an der Freien Schule Weserbergland. Die Veranstaltungen dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und bilden gleichzeitig das Aufnahmeverfahren. Für die Eltern bietet die Schule Termine am 15., 20., 21. und 22. Januar an. Zwischen 9 und 10 Uhr gibt es die Vorstellung und eine allgemeine Einführung. Im Anschluss besteht bis 12.30 Uhr die Möglichkeit zur Hospitation in den Lernräumen. Von 13 bis 14 Uhr sind die Abschlussgespräche angesetzt. Zeitgleich können jeweils vier Personen hospitieren. Die Schule bittet um die Anmeldung für ein Datum.

Hospitationen für Kinder werden angeboten am Donnerstag, 22. Januar, in der Zeit von 14.30 bis 16 Uhr. So bietet sich auch den Kindern die Möglichkeit, an einem Schnuppernachmittag die Freie Schule Weserbergland kennenzulernen. Hierfür sind Anmeldungen bis zum 6. Januar nötig. Im Anschluss wird in einem Gespräch erörtert, ob sich die Freie Schule für das jeweilige Kind empfiehlt. Anmeldungen sind möglich per E-Mail an:

info@freie-schule- weserbergland.de



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