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Wie Tierarzt Jan Bitter in Osterwald mit Golden Retriever Julius ein Rehkitz großzog

Und nun ist Emma weg

Osterwald. Es war die Attraktion im Dorf: das kleine Rehkitz, das unter der Obhut von Golden Retriever Julius und Jan Bitter aufgezogen wurde – und inzwischen ausgewachsen ist (wir berichteten). Sogar aus Hannover hätten Besucher vorbeigeschaut, um die ungewöhnliche tierische Gemeinschaft zu beobachten, berichtet der Osterwalder Tierarzt mit etwas Wehmut. Denn Emma, so hat die Familie ihren Zögling getauft, ist weg.

veröffentlicht am 16.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Es muss in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gewesen sein“, glaubt Bitter. Zu der Zeit habe über Osterwald ein heftiges Gewitter getobt, das Emma wohl sehr erschreckt und in den Wald getrieben habe. Bislang sei sie noch nicht wieder aufgetaucht, allerdings suche er auch nicht aktiv nach ihr. Das Tier sei ausgewachsen, könne sich jetzt durchaus allein ernähren. Ursprünglich hatte Jan Bitter geplant, Emma wieder auszuwildern. Jetzt hatte man sich jedoch entschieden, das ausgewachsene Wildtier zu behalten. „Emma hatte aber immer die Chance, sich für die Natur zu entscheiden“, erklärt der Tierarzt und Jäger. Das Grundstück sei nicht eingezäunt. Für Emma habe man einen Unterstand gebaut, doch das Reh habe sich meistens dafür entschieden, sich auf der Terrasse vor die Küchentür zu legen. Dort habe Emma auf Julius gewartet und ihn dann, sobald die Tür aufging, begleitet. Nur in der Nacht zu Neujahr habe der kleine Wiederkäuer Zuflucht in der Küche und dort die Nähe des sechseinhalbjährigen Rüden gesucht. Das erschien dem Reh augenscheinlich angenehmer, als bei der nächtlichen Knallerei draußen stehen zu müssen.

Golden Retriever Julius hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass das Rehkitz überhaupt überleben konnte. Durch liebevolles Ablecken hatte er für den sozialen Kontakt gesorgt, den sonst die Ricke übernimmt. Und durch das Ablecken hatte er die Verdauung des Kitzes angeregt, was laut Bitter gerade in der kritischen Anfangsphase überlebenswichtig ist. Als Bitter im Juni das verwaiste und abgemagerte Rehkitz von besorgten Bürgern übergeben worden war, war es gerade einmal drei bis fünf Tage alt. „Die Mühe hat sich gelohnt“, betont der Tierfreund. Emma sei allen ans Herz gewachsen, ein Teil der Familie geworden und habe den Tagesablauf bestimmt. „Aber Tiere bestimmen ja ohnehin unseren Tagesablauf“, so Bitter. Denn zur tierischen Gemeinschaft gehören auch Gänse, Hühner und Laufenten. Jetzt hoffe man, dass es Emma im Wald gut geht und sie sich vor dem Luchs in Acht nimmt. Aber vielleicht kommt sie ja auch zurück.

2 Bilder
Warten auf Julius: Wenn der Hund ausgeführt wird, geht Emma mit.


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