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Umbau statt Zuwachs - Coppenbrügge ist dabei

Coppenbrügge (hen). Coppenbrügge verliert bis zum Jahr 2025 17 Prozent der Einwohner – die Zahlen, die Jens Palandt vom niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Regierungsvertretung Hannover, nannte, hinterließ bei den Politikern nachdenkliche Gesichter. Acht Prozent aller Haushalte werden wegfallen, was eklatante Auswirkungen für die Infrastruktur vor Ort haben kann.

veröffentlicht am 08.09.2009 um 14:28 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:41 Uhr

umbau
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Coppenbrügge (hen). Coppenbrügge verliert bis zum Jahr 2025 17 Prozent der Einwohner – die Zahlen, die Jens Palandt vom niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Regierungsvertretung Hannover, nannte, hinterließ bei den Politikern nachdenkliche Gesichter. Acht Prozent aller Haushalte werden wegfallen, was eklatante Auswirkungen für die Infrastruktur vor Ort haben kann. Damit die Folgen der demografischen Entwicklung für die Kommunen so gering wie möglich ausfallen, hat das Land Niedersachsen das Modellprojekt „Umbau statt Zuwachs – regional abgestimmte Siedlungsentwicklung“ ins Leben gerufen. Als eine von 19 Kommunen will sich auch Coppenbrügge daran beteiligen. „Man steht relativ ohnmächtig vor der Situation. Wir müssen sehen, dass wir gemeinsam in der Region überlebensfähig bleiben“, sagte Achim Küllig (CDU) im Ausschuss für Kultur, Tourismus und Soziales. Auch Rudolf Stenzel (SPD) appellierte: „Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, die uns geboten werden.“ Er hob die Bedeutung des Wortes „Umbau“ hervor – anstelle von „Abriss“. Dr. Manfred Redslob ergänzte, Coppenbrügge sei gut beraten, den Plänen zuzustimmen, und wies darauf hin, dass auch das Leaderprojekt auf das neue Modellprojekt abgestimmt sei: „Das ist eine zwingende Ergänzung; denn sonst müsste Leader das Thema Demografie auch noch wuppen.“
 Die beteiligten Gemeinden müssen jeweils dreimal 2000 Euro aufbringen in einem Zeitraum von 2010 bis 2012 – „und das Engagement und den Mut, an der Sache zu arbeiten“, sagte Palandt. Bekommen wird auch Coppenbrügge im Gegenzug einmal einen finanziellen Beitrag des Landes in Höhe von 18 000 Euro. Außerdem ein Ortsentwicklungskonzept, ein regionales Konzept mit einem Partner, die Nutzung der Plattform Grundstücke- und Gebäude-Kataster, Informationsarbeit und den Wettbewerbsvorteil hinsichtlich der Teilhabe an zukünftigen Förderprogrammen. Am Dienstag wurde bei einer Vollversammlung in Hannover ein einstimmiger Beschluss über das Projekt gefasst. Die Vorabreiten des Projektes laufen seit Anfang 2007 im Landkreis Holzminden, der besonders stark von der demografischen Entwicklung betroffen ist. Projektträger ist das REK (Regionales Entwicklungskonzept) Weserbergland plus; Projektteilnehmer sind 19 der 40 Kommunen aus den vier Landkreisen und die vier Landkreise selbst sowie weitere informelle Partner. Das Gesamtvolumen des Projekts umfasst 557 000 Euro. Palandt: „Im Modellvorhaben muss nichts gänzlich Neues erfunden werden, sondern es sollen bundesweit bereits vereinzelt vorhandene erprobte, innovative, modellhafte, mutige Ansätze aufgegriffen und hier vor Ort in eine maßgeschneiderte Problemlösungsstrategie eingefügt werden.“ Schrumpfungsprozesse sollen als planerische Herausforderung begriffen werden – je eher und je konsequenter sie angegangen werden, desto größer seien die Gestaltungsspielräume. Die anstehenden Veränderungsprozesse sollten als Chance begriffen werden, appellierte Palandt. Bis Ende des Jahres soll das Projekt sich konstituiert haben; die eigentliche Arbeit soll ab Januar 2010 beginnen und bis 2013 umgesetzt sein.

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