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Vorwürfe über Ungereimtheiten beim TSV / Neuer Vorsitzender: „Vereinsschädigendes Verhalten“

Tumulte bringen Traditionsklub ins Trudeln

Benstorf/Oldendorf (hen). Eine turbulente Mitgliederversammlung zeugt davon, dass es im TSV Benstorf/Oldendorf offensichtlich einige Ungereimtheiten gibt. In einem anonymen Brief an die Dewezet spricht ein Mitglied von „Anzeigen wegen mehrfacher Urkundenfälschung und Betruges bei der Polizeistation in Salzhemmendorf“ und erhebt weitere Vorwürfe, die zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht nachvollziehbar sind. Der Sprecher der Polizei Hameln, Polizeikommissar Dirk Barnert, sagte gestern auf Anfrage, die Polizei wolle zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. Dass Anzeige gegen Unbekannt erstattet wurde, wollen jedenfalls verschiedene Vereinsmitglieder wissen.

veröffentlicht am 14.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:21 Uhr

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Mit Hinweis auf ein „laufendes Verfahren“ lehnt Dr. Nils Rüffer, bisheriger 1. Vorsitzender, jede Stellungnahme zu den Vorgängen ab. In der Mitgliederversammlung am Samstag in Oldendorf hat sich Rüffer nicht zur Wiederwahl gestellt; der 2. Vorsitzende hat nach den Vorfällen seine Amtszeit vorzeitig beendet. Dem gesamten alten Vorstand wurde von der Versammlung keine Entlastung erteilt. „Die geplanten Satzungsänderungen wurden von der Tagesordnung abgesetzt“, berichtet Petra Krause-Wloch von der Versammlung, bei der es „Tumulte ohne Ende“ gegeben habe.

Das TSV-Mitglied war vor einiger Zeit selbst als zweite Vorsitzende tätig; nach ihrem Bekunden betrachtet sie mit Sorge die Vorgänge in dem über 270 Mitglieder zählenden Traditionsverein. Sie behauptet, es seien Unterschriften gefälscht worden. Sie selbst habe Einblick in eine Mappe mit Erklärungen von Übungsleitern gehabt, in denen diese auf ihre Aufwandsentschädigungen verzichten – darunter ihre eigene: „Ich habe so etwas aber nie unterschrieben.“

Nun sei es Zeit, „das sinkende Schiff wieder flottzumachen“, so Krause-Wloch, und Rudi Heuer, Ortsbürgermeister von Benstorf, hat nach ihrer Auskunft bei der Versammlung auch hervorgehoben, dass er Christian Unger-Helle bewundere, der sich an diese mutige Aufgabe heranwage. Er wurde als neuer erster Vorsitzender gewählt; zweiter Vorsitzender ist Jörg Riehl. Ziel von Unger-Helle ist es nach eigenem Bekunden, „den Verein schnell wieder auf die Beine zu stellen“. Er unterstellt „bestimmten Personen ein bewusstes vereinsschädigendes Verhalten“, das er auch zur Anzeige bringen werde. Der neue erste Vorsitzende, der als erste Amtshandlung eine Finanzsperre verhängt hat und nach eigenen Angaben „bis 2006 zurückrecherchiert hat“, sagt, er könne „eine Unterschlagung definitiv ausschließen“. Der Bericht der Kassenprüferin habe ergeben, dass keine Unregelmäßigkeiten vorlägen. Unger-Helle vermutet einen politischen Hintergrund, ohne dies näher zu benennen. Unger-Helle, der seit 23 Jahren im TSV ist, bezeichnet den Verein als seine Herzensangelegenheit: „Es hat mir wehgetan, was ich in den vergangenen zwei Jahren miterlebt habe.“ Er habe den Verein so nicht untergehen sehen wollen, deshalb wolle er nun zur Klärung beitragen. Für heute wurde eine Krisensitzung einberufen.

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