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Nach Sanierung durch die Einwohner: Dorfgemeinschaftshaus in Ockensen wiedereröffnet

Türen auf !

Ockensen. „Dies ist ein großer Tag für Ockensen“, erklärte der stellvertretende Gemeindebürgermeister Karl-Heinz Grießner (SPD) im Dorfgemeinschaftshaus den zahlreich erschienenen Ockenser Einwohnern und Vereinsmitgliedern. Denn in den vergangenen Monaten hatten die Ockenser Wort gehalten und sich zahlreich an den Arbeiten am Dorfgemeinschaftshauses beteiligt, wodurch eine Sanierung erst möglich gemacht wurde.

veröffentlicht am 04.12.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

von Christian Göke
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Das Haus selber hat eine bewegte Geschichte. Noch bis Mitte der siebziger Jahre wurde das Gebäude als Dorfschule genutzt, weshalb es im Ort immer noch als „Alte Schule“ bezeichnet wird. Am 8. April 1976 fand schließlich der erste Altennachmittag in dem Gebäude statt, ehe es kurz darauf, am 9. September 1979, offiziell zum Dorfgemeinschaftshaus umgewidmet wurde. Im Zuge der gemeindeweiten Umstrukturierungen wurde das Haus schließlich 1997 dem frisch gegründeten Verein zur Erhaltung des Dorfgemeinschaftshauses Ockensen als Träger übertragen.

In den folgenden Jahren konnte der Verein die laufenden Kosten für das Haus verlässlich tragen, große Rücklagen konnten aber nicht geschaffen werden. Neben anteilmäßigen Beiträgen der örtlichen Vereine trugen Veranstaltungen wie das Dorfgemeinschaftsfest zum Erhalt des Hauses bei.

Im Februar des letzten Jahres wurde ein vermeintlich kleiner Wasserschaden im Schützenraum festgestellt, der sich bei genauerer Prüfung als gravierender Sanierungsfall entpuppen sollte. Das Wasser hatte sich aufgrund des schlechten baulichen Zustandes seinen Weg sogar bis auf die Straße gesucht.

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Nachdem die Vereinsmitglieder den nassen Putz und Boden entfernt hatten, wurden noch größere Schäden ersichtlich. Diese waren aber nicht durch den Wasserschaden, sondern wahrscheinlich durch eine frühere, nicht fachgemäße Sanierung entstanden. Tragende Balken waren mittlerweile in einem so schlechten Zustand, dass sie einfach zerbröselten. Es bestand sogar die Gefahr, dass über kurz oder lang ohne geeignete Maßnahmen jemand hätte zu Schaden kommen können.

Daher wurde im Mai 2012 die Nutzung des Hauses untersagt und in der Politik entstanden Diskussionen über seine weitere Verwendung. Vom Abriss bis zur Nutzung der alten Feuerwehrgarage für die Dorfgemeinschaft war alles möglich. Aufgrund einer möglichen Leader-Förderung der EU entschloss man sich schließlich für eine Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses.

Da der Förderbescheid aber auf sich warten ließ, war ein Sanierungsstart erst im Februar dieses Jahres möglich. Mithilfe der „Taskforce DGH“ – einer Gruppe von Ockensern organisiert über die soziale Internetplattform Facebook – wurden viele Arbeiten gemeinsam bewältigt. Unzählige Schubkarren wurden bewegt, Elektroleitungen gezogen oder Böden verlegt.

Insgesamt 69 000 Euro wurden in das Haus investiert und 30 000 Euro in Eigenleistung durch die Ockenser erbracht. Von den 69 000 Euro wurden schließlich 24 000 Euro aus Leader-Geldern der EU bezahlt, weshalb der Gemeindeetat nicht in voller Höhe belastet wurde. Grießner stellte klar, dass aufgrund der Gemeindefinanzsituation auch diese 45 000 Euro keine Selbstverständlichkeit seien.

„Aber nun gibt es wieder eine vernünftige Grundlage für das aktive Leben in diesem kleinen Ort“, lobte der Gemeindebürgermeister. Vollendet wurde die Sanierung schließlich noch durch den Einbau neuer Fenster, die von Trägerverein, Verbänden und Privatleuten gespendet wurden.

Mit einem „Tag des Feierns“ wurde die „Alte Schule“ jetzt wieder für die Vereine zugänglich gemacht. Der Vereinsvorsitzende Fritz Köhne freute sich darüber, dass das Haus feierlich mit dem traditionellen Tannenbaumaufstellen, begleitet vom Feuerwehr-Musikzug Wallensen, und einer vorherigen Kaffeetafel am Ende wieder seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Karl-Heinz Grießner (links) übergibt Fritz Köhne den „Schlüssel“ für das sanierte Dorfgemeinschaftshaus.

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