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Ehemaliger Hamelner Öffi-Chef Gerhard Löcker im Alter von 71 Jahren verstorben

Trauer um „Mr. Bürgerbus“

HAMELN-PYRMONT/BODENWERDER. Der Tourismus lag ihm sehr am Herzen, der öffentliche Nahverkehr nicht minder – überhaupt das Thema Verkehr. Gerhard Löcker engagierte sich vielfältig, beruflich und auch ehrenamtlich. In Hameln-Pyrmont war er eine Institution. Jetzt ist er im Alter von 71 Jahren verstorben.

veröffentlicht am 25.08.2020 um 06:30 Uhr

Matthias Aschmann

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Gerhard Löcker hat Bauingenieurwesen an der Bergischen Universität Wuppertal studiert. Nach seinem Studium trat er 1973 in die Dienste der KVG Hameln ein. Seine erste Planungsaufgabe war es, die Buslinien, die damals noch zentral durch die Osterstraße verliefen, auf die Wallstraßen zu verlegen und den Omnibusbahnhof (ZOB) an der Stubenstraße zu schaffen.

Die KVG war es auch, die als erstes deutsches Nahverkehrsunternehmen die Anruf-Sammeltaxen einführte. Dazu hat Löcker eine wissenschaftliche Arbeit vorgelegt und erhielt den Dr.-Friedrich-Lehner-Preis des Jahres 1986. Ein Jahr später hat der Bund der Steuerzahler die Entwicklung in Hameln zum Anlass genommen, den „Eisernen Sparorden“ an die KVG zu verleihen. 1992 wurde in Hameln die europaweit erste Mobilitätszentrale eingerichtet, auch als Forschungsprojekt seiner ehemaligen Hochschule.

Er arbeitete in Gremien der Forschungsgesellschaft für Straßenverkehrswesen und beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit. Nach der rund 28-jährigen Tätigkeit in Hameln – davon zuletzt elf Jahre als Geschäftsführer – in den stadt- und kreiseigenen Verkehrsbetrieben wechselte er 2001 zur üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und verantwortete dort als Geschäftsführer mehrere Tochtergesellschaften der üstra. Löcker wirkte zehn Jahre als Lehrbeauftragter an seiner Heimatuniversität in Wuppertal. In seinem letzten Vortrag blieb Löcker der Region treu und thematisierte „Die Möglichkeiten des Ehrenamtes für einen differenzierten ÖPNV in der Fläche – aufgezeigt am Beispiel Bodenwerder“.

Dass er das Thema Bürgerbus bestens beherrschte, zeigt seine Vita. 2014 wurde in Coppenbrügge der erste Bürgerbus im Landkreis Hameln-Pyrmont in Betrieb genommen, woran Löcker mitwirkte. Danach hat er konzeptionell die Bürgerbusse in Bad Münder und Salzhemmendorf bearbeitet, bevor er sich nach dem Göttinger Elektrobürgerbus für Bodenwerder entschieden hat.

Löcker engagierte sich als Vorstandsmitglied des Verkehrsvereins Hameln 15 Jahre für den Tourismus in Hameln, davon fünf Jahre als Vorsitzender. Nach Gründung der HMT war er acht Jahre Mitglied des Aufsichtsrates.



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