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Peschka setzt auf Wanderwege – und erntet dafür Kritik von Bürgermeisterkandidaten Fehn und Dohme

Touristen bleiben nur selten über Nacht

Coppenbrügge (ist). „Bei uns machen auch Franzosen, Holländer und Belgier eine Reisepause bei Kaffee und Torte.“ Frauke Roth versorgt mit einer Kollegin die Gäste im Café an der Burg seit dessen Eröffnung vor zwei Monaten. In Mentes Backstube am Ortseingang gehören Camper vom Camping- und Wohnmobilplatz schon lange zur Stammkundschaft, sagt die Chefin. Außerdem bediene sie vor allem viele holländische Radler auf Fahrradtour durch „die Rattenfängerstadt und nach Bodenwerder“ mit der Tasse Kaffee zwischendurch und dem Snack aus dem Backofen zur Stärkung. In der Gaststätte „Salzburg“ komme man auch weiterhin seit Einweihung des Bergmannsweges (2010) an Nesselberg und Osterwald bei schönem Wochenendwetter aufgrund des Gästeandranges kaum von Backofen und Herd weg, sagt Anni Dreyer. Und das seien beileibe nicht nur Wandergruppen aus Osterwald, sondern auch aus Hannover und sonst woher. „Wir zählen seitdem je nach Witterung am Samstag und Sonntag 50 bis 60 Wanderer“, sagt Friedrich-Wilhelm Vespermann aus Dörpe. Auch die seit Frühjahr angebotenen, geführten Wanderungen entwickelten sich geradezu zum Renner. Der „Grieche“ und der „Italiener“ im Ort seien beliebte Anlaufstationen der Camper, wenn in Wohnwagen und Zelt mal nicht selbst gekocht wird; ansonsten versorge man sich bei den Marktangeboten im Ort, weiß Platzwart Kenneth Whyte. Der Platz sei nach wie vor sehr beliebt und jedes Wochenende von 50 bis 100 Personen allein auf den 44 Dauerstellplätzen besucht. Die Belegung habe in den vergangenen anderthalb Jahren um rund 20 Prozent zugenommen.

veröffentlicht am 17.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 05:21 Uhr

Das Zimmerangebot – ob Rittergut Behrensen, Felsenkeller oder Hotel am Bahnhof – ist vorhanden, wird aber selten von
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Coppenbrügge – Anlaufstation von überregionalem und internationalem Tourismus? Hans-Ulrich Peschka sieht sich bestätigt. „Wir haben uns gemeinsam mit Leader, ehrenamtlichem Bürgerengagement und unseren Partnern Bad Münder und Salzhemmendorf auf den richtigen Weg zur Entwicklung des sanften Tourismus in unserem Teilbereich der Region Weserbergland gemacht“, sagt der Bürgermeister. In der Zusammenarbeit würde auf die Stärken der Beteiligten gesetzt – Salzhemmendorf hat die Therme, Bad Münder Hotels. Coppenbrügges Schwerpunkte, Wanderwege und Campingangebot, zeigten schon nach dem ersten Baustein, dem Bergmannsweg, auch erste Erfolge, so Peschka. Weitere sollen folgen: die Sagen und Götter, der zweite Abschnitt Bergmannsweg, der Ith-Hils-Wanderweg. Teil davon sei auch das aktuelle gemeinsame Marketingprojekt mit Salzhemmendorf und Bad Münder, Arbeitstitel „gemeinsames Reisejournal“ als Imagebroschüre mit Gastgeberverzeichnis (Gesamtkosten 80 000 Euro, Anteil Coppenbrügge 7500 Euro). „Man sollte auch bei Wanderwegen einen Schritt vor dem anderen machen und nicht schon nach dem ersten ein unvollendetes Gesamtkonzept in Frage stellen“, entgegnet Peschka der Kritik.

Wiederholt hatte der Bürgermeisterkandidat Klaus-Dieter Dohme (UWG-FC) in Ratssitzungen der auslaufenden Wahlperiode nachgefragt, welche Einnahmen die angeschobenen und beendeten Leader-Projekte zum Tourismus der Gemeindekasse bisher beschert hätten. Nachdem der Flecken trotz enormer Verschuldung sehr viel Geld in die Tourismus-Förderung gesteckt habe, so Dohme, sei es Pflicht eines von den Bürgern gewählten Vertreters, in deren Interesse zu fragen, was gegenüber den enormen Aufwendungen aus ihren Steuergeldern auf der Einnahmenseite für den Flecken stehe. Dazu habe er bislang keine konkreten Erfolgsrückmeldungen bekommen.

Ähnlich kritisch äußert sich die Bürgermeisterkandidatin der SPD, Ute Fehn. Sie sehe in der Tourismuswirtschaft erhebliches Potenzial brachliegen. Der Klostergarten Marienau, Gutshof Voldagsen, Rittergut Bisperode und die Burganlage Coppenbrügge seien ein attraktives Kulturstättenpaket, das nur in Zusammenarbeit aller Beteiligten und unter professioneller Federführung erfolgreich vernetzt und vermarktet werden könne. Touristischer Erfolg bemesse sich an Übernachtungszahlen. „Eine Wandergruppe aus Unsen bleibt eben nicht über Nacht“, so Fehn.

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Insgesamt 25 Gastgeber aus neun von zwölf Ortseilen bieten laut Gastgeberverzeichnis der Gemeindehomepage 150 Betten in Einzel-, Doppelzimmern und Apartments an. Ergebnis einer Stichprobenumfrage: Die Nachfrage ist unverändert bis ständig zunehmend, was durchgehend nicht mit dem touristischen Angebot in Verbindung gebracht wird. Als vorrangige Aufenthaltsgründe werden genannt: Nähe zu Angehörigen im Krankenhaus Lindenbrunn, Monteure/Zulieferer aus Firmen der Region an wechselnden Arbeitsplätzen, Familienfeiern und Verwandtenbesuche.



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