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Idee vor fast 40 Jahren am Biertisch geboren

Tonne ersetzt Trecker: Zum letzten Mal sind die Sammler auf Tour

Bisperode (sto). Überall schleicht sich der demografische Wandel ein. Selbst vor einem Pappkarton oder der Tageszeitung macht er nicht Halt. Weil sich nicht genügend junge Leute aus den Reihen des Feuerwehrnachwuchses finden, muss eine langjährige Tradition eingestampft werden. Nur noch einmal, dann gehören die Altpapiersammlungen durch die Freiwillige Feuerwehr Bisperode der Vergangenheit an.

veröffentlicht am 15.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 22:41 Uhr

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Jahrelang waren Alt und Jung mit zwei Treckern von Haus zu Haus unterwegs, um Kartons, Papier und Zeitungen zu sammeln. Mittlerweile sind die „Alten“ von damals ausgeschieden und die Nachrücker auch nicht mehr die Jüngsten. Also müssten junge Leute ran. „Aber die fehlen uns oder haben andere Interessen“, bedauert Feuerwehrkamerad Peter Giffhorn. Die Aufgabe der Sammlung sei schon länger Thema in der Wehr, wurde aber immer wieder aufgeschoben. „Weil es doch ein Stück Tradition im Ort ist“, betont Rainer Dumke. Die Aktion war vor 38 Jahren aus einer Bierlaune heraus ins Leben gerufen worden. Der Abnehmer des Altpapiers sei damals ein Schrotthändler in Einbeck gewesen. Seit 1992 sammelt die Wehr für den Landkreis Hameln-Pyrmont. Die Kreisabfallwirtschaft hatte im Ort einen Container aufgestellt, der von den Feuerwehrkameraden gefüllt wurde. Rund 2300 Tonnen Papier sind seit 1992 zusammengetragen worden. Der Obolus, den die Wehr für ihr Engagement erhalten hat, kam Kameradschaftszwecken zugute. Auch hat die Kreisabfallwirtschaft T-Shirts für die Wehr gespendet. Gesammelt wurde immer an jedem dritten Samstag im Monat. Das sei ein fester Termin gewesen, auf den sich alle immer gefreut haben. Auch bei 30 Grad Hitze oder 20 Grad minus. Die persönliche Sammlung hatte nämlich einen besonderen Nebeneffekt. Das war das Gespräch mit den Bürgern. „Von manchen wurden wir schon mit einem Getränk in der Hand erwartet“, blickt Peter Giffhorn zurück. War niemand zu Hause, sind die Kameraden meist auch nicht durstig geblieben, denn auf dem Altpapier war ein Zettel befestigt mit der freudigen Botschaft „Getränke stehen auf dem Hof“. In der Weihnachtszeit, wo die sammelnden Kameraden einige Male als Weihnachtsmänner verkleidet unterwegs waren, gab es dann auch schon

mal Glühwein und Plätzchen und obendrauf noch ein kleines Weihnachtsgeschenk. „Die Sammlung und der besondere Kontakt zu den Bürgern werden uns fehlen“, sagt Dumke. Statt der Feuerwehrkameraden werden im kommenden Jahr Papiertonnen eingesetzt. So, wie es mittlerweile in den meisten Orten üblich ist.

Die letzte Sammlung der Wehr findet am heutigen Samstag, 15. Dezember, statt. Anschließend gibt es ein geselliges Beisammensein am Feuerwehrhaus.

Die Altpapiersammler sind traditionell mit dem Trecker unterwegs – gerne auch mal als Weihnachtsmänner verkleidet.Foto: pr



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