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In Salzhemmendorf soll dreijährige Lehre für Fachangestellte für Bäderbetriebe angeboten werden

Therme bildet wieder aus

SALZHEMMENDORF. Julian Meser, neuer Geschäftsführer der Ith-Sole-Therme, ist die Berufsbezeichnung „Bademeister“ ein Graus. Heute nenne man das „Fachangestellte für Bäderbetriebe“. Und die wolle man künftig in der Ith-Sole-Therme wieder ausbilden.

veröffentlicht am 23.02.2018 um 12:42 Uhr

Animation der Badegäste – hier mit Lukas Koppehel – ist nur ein Teil des Lehrberufes. Foto: joa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Da habe man gleich den beleibten Herrn in Weiß und in Badeschlappen vor dem geistigen Auge, der darauf hinweist, dass man nicht vom Beckenrand springen darf, meint er und erklärt: Heute nennt man das „Fachangestellte für Bäderbetriebe“ . Und die wolle man künftig in der Ith-Sole-Therme wieder ausbilden, so der Geschäftsführer, der selbst seinen Meister im Bäderwesen in der Tasche und deshalb eine Ausbildungsberechtigung hat. Die gab es in den Jahren zuvor für die Therme nicht mehr.

Doch nachdem das Solebad vor knapp einem Jahr in Insolvenz gegangen war, hat es seit Jahresbeginn neue Betreiber: Sieben Unternehmer aus der Region haben sich zur Ith-Sole-Therme GmbH & Co KG zusammengeschlossen und wollen dem Bad wieder neuen wirtschaftlichen Schub geben. Und sie wollen „wieder ein attraktiver Arbeitgeber und Ausbilder für die Region werden“, erklärt Stefan Schlichte. Ebenfalls Meister im Bäderfach, gehört heute zu den sieben neuen Gesellschaftern des Bades und war 1991 einer der ersten Männer in der Therme. Zusammen mit Julian Meser hat er im praktischen Betrieb der Therme heute wieder die Fäden in der Hand.

Schlichte erinnert sich, dass in Salzhemmendorf in den Anfangsjahren des Bades stets vier Azubis ihre Lehre machten. „Insgesamt haben damals 20 Fachangestellte für Bäderbetriebe hier bei uns ihre Lehre durchlaufen“, erinnert sich Schlichte, und dass dann nach der Lilje-Übernahme des Betriebes mangels Meister nicht mehr ausgebildet werden konnte. Das soll jetzt wieder anders werden.

Julian Meser: Im Fitnessraum muss man sich auskennen. Foto: joa
  • Julian Meser: Im Fitnessraum muss man sich auskennen. Foto: joa
Stefan Schlichte in der Technik-Unterwelt der Therme. Auch hier werden die angehenden Fachangestellte für Bäderbetriebe während ihrer Ausbildung als Allrounder für ihren künftigen Job fit gemacht. Foto: joa
  • Stefan Schlichte in der Technik-Unterwelt der Therme. Auch hier werden die angehenden Fachangestellte für Bäderbetriebe während ihrer Ausbildung als Allrounder für ihren künftigen Job fit gemacht. Foto: joa

Ist doch das Sole-Bad als Ausbildungsplatz auch einem der heutigen Gesellschafter gut bekannt: Der heutige Geschäftsführer Julian Meser hat hier selber vor 13 Jahren seine Ausbildung begonnen. Nach Meisterschule und seinem BWL-Studium kehrte er jetzt nach Salzhemmendorf als Chef zurück.

Und sowohl Stefan Schlichte als auch Julian Meser meinen, dass mit dem Angebot, sich in der Therme zum Fachangestellten für Bäderbetriebe ausbilden zu lassen, für die Region ein attraktives neues Job-Angebot gemacht wird. Sind doch Bäder-Fachangestellte nach dreijähriger Lehre Allrounder ihres Fachs im Badebetrieb mit Aufgaben, die weit über das Baywatch-Klischee a la David Hasselhoff hinausgehen. So beaufsichtigen sie nicht nur den Badebetrieb in Frei- oder Hallenbädern und betreuen die Badegäste von der Kasse an, sonder überwachen auch die technischen Anlagen, die Wasserqualität und kennen sich im kaufmännischen Sektor ebenso aus wie im Sauna- und Fitness-Bereich.

Wie Ausbilder Stefan Schlichte erklärt, muss, wer sich für diese Ausbildung entscheidet, kein Hochleistungssportler sein. Vor der Badöffnung ist für die Azubis an den fünf Werktagen von 5 bis 7 Uhr Schwimmtraining, in denen sie bis zur Rettungsschwimmer-Reife fit gemacht werden. Das traut Schlichte auch Umschülern zu. Wie in allen handwerklichen Berufen gehen die Auszubildenden – je nach Ausbildungsjahr – an ein bis zwei Wochentagen zur Berufsschule nach Hannover. An den normalen Arbeitstagen arbeiten sie im Zweischichten-System: Immerhin ist das Bad von 8 bis 22 Uhr geöffnet.

Fachangestellte für Bäderbetriebe finden Beschäftigung in öffentlichen und privaten Frei- und Hallenbädern, in See- und Strandbädern, in Meerwasser- und Wellenbädern. Aber auch Fitnesszentren oder medizinische Badeeinrichtungen von Rehabilitationskliniken oder Altenheimen suchen derzeit nach diesen Fachleuten. „Fachangestellte für Bäderbetriebe werden derzeit händeringend gesucht. Es herrscht hier Fachkräftemangel“, weiß Thermen-Geschäftsführer Meser zu berichten. Und auch, dass für Ausbildungswillige, die sich jetzt bei der Therme melden, gute Übernahme-Chancen zur Stärkung des Teams in der Ith-Sole-Therme bestehen. Man wolle sich schließlich auch personalmäßig bei den Erweiterungsplänen für die Zukunft ausrichten, so Schlichte.

Die Ausbildungsgehälter für angehende Fachangestellte für Bäderbetriebe gehen von 600 Euro im ersten Lehrjahr bis zu 800 Euro im Abschlussjahr. Nach zwei Praxisjahren können die Fachangestellten dann zur Meisterschule gehen – entweder über eineinhalb bis zwei Jahre berufsbegleitend oder für sieben Monate bei sechstägigem Unterricht in die Meisterschule in Bad Nenndorf. Mit ihrem Meistertitel können sie dann ein Bad als Einmann-Betrieb führen oder Abteilungsleiter in einer größeren Einrichtung werden.

Wer noch höher in der Bäder-Hierarchie aufsteigen will, kann aufbauend auch noch studieren. Hier bieten sich die Richtungen Sport, Betriebswirtschaftslehre oder Tourismus an. Und damit ständen dann einer Karriere im gesamten touristischen Bereich, im Marketing, im Kur-Bereich oder auch in Freizeit- und Quarter Parks nichts mehr im Wege.



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