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Bedarf an Pflegepersonen in Salzhemmendorf und Coppenbrügge

Tagesmütter und -väter gesucht

SALZHEMMENDORF/COPPENBRÜGGE. Wird über Kinderbetreuung gesprochen, ist schnell das Wort Kita in aller Munde. Aber Eltern, die ihr Kind nicht in Krippe, Kindergarten oder Hort schicken wollen oder ergänzende Betreuungszeiten brauchen, können sich auch an Tagesmütter oder -väter wenden. Doch genau diese werden in den beiden Gemeinden Coppenbrügge und Salzhemmendorf derzeit händeringend gesucht.

veröffentlicht am 24.01.2017 um 14:46 Uhr
aktualisiert am 24.01.2017 um 22:00 Uhr

Wegen der familiennahen und flexiblen Betreuung werden Tagesmutter und -väter von Eltern besonders geschätzt. Mia (links) und Jasmina (rechts) sind zwei von acht Kindern, die Tagesmutter Carmen Hempel in Salzhemmendorf betreut. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Der große Vorteil bei Tagesmüttern und -vätern: Sie sind flexibel. So ist es auch Carmen Hempel aus Salzhemmendorf. Um kurz nach fünf Uhr in der Früh kommt das erste Kind zu ihr in die Betreuung. Bei den Zeiten richtet sie sich nach den Arbeitszeiten der Eltern. Starre Öffnungszeiten gibt es nicht. Bei Bedarf bringt Hempel einzelne Kinder auch zum Kindergarten oder holt sie von dort wieder ab. Zu Fuß hat es die Tagesmutter nicht weit, ihre „Großfamilie“ ist in den Räumen der ehemaligen Hausmeisterwohnung direkt an der Grundschule in Salzhemmendorf eingerichtet, der Kindergarten nur einige Meter weit weg. Der Name Großfamilie für die Kindertagespflegeeinrichtung ist ein Überbleibsel aus früheren Zeiten, als dort noch drei Tagespflegepersonen arbeiteten.

Die beiden anderen haben nach und nach aufgehört, heute ist nur noch Carmen Hempel übrig.

Und das, obwohl die beiden Flecken Salzhemmendorf und Coppenbrügge dringend Tagesmütter und -väter suchen. Freie Betreuungsplätze in der Tagespflege sind rar. Vor allem bei der Betreuung von unter Dreijährigen würden sich Eltern gezielt für die Kindertagespflege entscheiden, um ihren Sprösslingen eine intensive und familiennahe Betreuung außerhalb des Elternhauses zu ermöglichen, heißt es vom Landkreis.

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Jasmina, Elias und Mia (v. li.) spielen gemeinsam. Foto: ms

Aber nicht nur um Kleinkinder kümmern sich Tagesmütter oder -väter – das jüngste Kind bei Hempel in der Großfamilie ist noch kein Jahr alt, das älteste 12 Jahre. Insgesamt acht Kinder betreut die Tagesmutter. Bis zu fünf dürfen gleichzeitig da sein. Schulkinder können bei ihr Hausaufgaben machen, die kleineren greifen zu bunten Bauklötzen oder schlafen. Auch essen, basteln, kuscheln und die alltägliche Erziehung gehören zum Tag in der Großfamilie dazu.

Bis zum Alter von drei Jahren können Eltern auswählen, ob sie ihren Nachwuchs lieber in eine Tagespflege geben, als in eine Krippe, erklärt Iris Töpelmann. Die Sozialpädagogin arbeitet im Familien- und Kinderservicebüro in Coppenbrügge. Ab dem dritten Lebensjahr habe der Kindergarten Vorrang. Ergänzend oder bei besonderem Bedarf können Kinder aber trotzdem eine Tagespflege besuchen.

„Bis jetzt“, sagt Hempel, „habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, dass die Kinder sich hier nicht wohlfühlen würden.“ Für die Tagesmutter steht fest: „Solange ich es durchhalte, mache ich weiter.“

Warum es so wenige Tagesmütter und -väter gibt, erklären Hempel und Töpelmann mit dem Risiko der Selbstständigkeit. Drei Kinder würden kontinuierlich in der Betreuung benötigt werden, damit man davon leben könne. Für Eltern sei ein Platz in der Tagespflege allerdings nicht teurer als in der Krippe.


Info: Wer selbst Tagesmutter oder -vater werden möchte, hat dazu ab Februar Gelegenheit. Die Impuls gGmbH bietet eine Teilzeitqualifizierung zur Kindertagespflegeperson an. Der Kurs beginnt am 1. Februar und geht bis zum 21. Juli. Der Unterricht findet montags bis mittwochs in der Zeit von 8.30 Uhr bis 12.45 Uhr statt. Praktikumsstunden sind donnerstags und freitags von 8 Uhr bis 13 Uhr geplant. Weitere Informationen gibt es in den Familienbüros vor Ort, beim Jugendamt oder direkt bei Impuls.



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