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Vier Wehren unter einem Dach: Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Thüste mit vielen Gästen

„Tag geht in die Geschichte des Fleckens ein“

Thüste (gök). Die Fahrzeughalle des neuen Feuerwehrhauses war prall gefüllt. Vertreter aus Politik, Handwerk, den Feuerwehren der Gemeinde und zahlreiche Freunde der Wehren waren bei der Einweihung anwesend, um einen historischen Moment in Thüste zu erleben: Künftig werden die vier freiwilligen Feuerwehren aus Ockensen, Levedagsen, Thüste und Wallensen unter einem Dach Dienst verrichten. In einem für Niedersachsen einmaligen Modell bündeln vier Wehren ihre Kräfte und werden in Zukunft an einem Strang ziehen. Der scheidende Gemeindebrandmeister Erwin Hennemann nannte es „einen Tag, welcher in die Geschichte des Fleckens eingehen wird“.

veröffentlicht am 01.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:21 Uhr

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Der stellvertretende Gemeindebürgermeister Walter Kramer führte für den erkrankten Gemeindebürgermeister Martin Kempe durch die Veranstaltung. Die Gemeinde Salzhemmendorf beherbergt elf Feuerwehren. Davon sind acht Ortswehren und die drei Stützpunktwehren in Oldendorf, Salzhemmendorf und Wallensen. „Auch bei den Feuerwehren muss dem demografischem Wandel Rechnung getragen werden“, so Kramer. Da alle Wehren mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben, müssen Synergien geknüpft werden. So profitieren die vier Wehren in Thüste von den verschiedenen Ausrüstungen und können auch ihren Jugendgruppen mehr bieten.

Landrat würdigt

gute Entscheidung

Die Kosten für das neue Haus belaufen sich auf 600 000 Euro. Davon trägt die Gemeinde zwei Drittel, der Landkreis ein Drittel der Kosten. Landrat Rüdiger Butte meinte, „dass selten 200 000 Euro so gut angelegt sind“. Dies sei eine sehr gute Investition in die Zukunft des Landkreises Hameln-Pyrmont. „Kooperationen sind gut und wichtig“, so der Landrat auch im Zusammenhang mit der derzeitigen Diskussion um Landkreisfusionen. Er mahnte, dass solche Zusammenschlüsse vorher immer genau zu überdenken sind – im Fall des Feuerwehrhauses in Thüste sei dies aber getan und anscheinend die richtige Entscheidung getroffen worden.

Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke erinnerte die Wehren daran, ihre Ausstattung für die Zukunft zu überdenken. So macht es wenig Sinn, viele Mannschaftswagen zu haben. Sinnvoller wären sicherlich Spezialfahrzeuge, da sie von vielen Kameraden genutzt werden könnten. Mit 93 aktiven Kameraden und 24 Mitgliedern in den Jugendabteilungen werden die Wehren nun viel größere Möglichkeiten in der Aus- und Fortbildung haben. Gemeindebrandmeister Hennemann mahnte die vier Ortsbrandmeister an, „sich zu vertragen“ – und sah ein erfolgreiches Ende seiner Dienstzeit.

Kommentar

Unter einem Dach

Von Kerstin Hasewinkel

Fusionen beherrschen zurzeit die politische Diskussion auf Kreis- und gar Landesebene. Mit dem neuen Feuerwehrhaus in Thüste ist ein besonderer, bislang einzigartiger Zusammenschluss im Lokalen vollzogen. Mit dem Bau dieses Domizils für gleich mehrere Ortsfeuerwehren unter einem Dach betritt der Flecken Salzhemmendorf Neuland im Bereich der Feuerwehren.

Das Projekt ist nicht nur im Landkreis, sondern in ganz Niedersachsen einmalig. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Mauern des Hauses auf der Finanznot der Gemeinde und zurückgehenden Mitgliederzahlen in den Wehren gebaut wurden. Die Gemeinde hatte sich bereits 2004 darauf festgelegt, die Arbeit der Feuerwehren auf drei Stützpunktbereiche (Salzhemmendorf, Oldendorf und Wallensen/Thüste) zu konzentrieren. Nur so hätten die Ortsfeuerwehren die Chance zu überleben. Keines der vier alten Gerätehäuser entsprach den Unfallverhütungsvorschriften; so musste ein Neubau her.

Alle Hürden – wie Finanzierung, Ausbau- und Nutzerfragen sowie die etwas verspätete Übergabe – sind nun überwunden. Jetzt gilt es, das Haus mit Leben zu füllen. Die Ortswehren müssen zeigen, dass die Zusammenarbeit klappt – und die Politik ihr Versprechen halten, die Brandschützer auch weiterhin mit den notwendigen Mitteln auszustatten.

Feuerwehren sollen Synergien nutzen: Walter Kramer (links) übergab den Schlüssel an Erwin Hennemann.

Foto: gök



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