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Fiktives Gestaltungskonzept für Oldendorf / „Es ist toll, neue Denkanstöße zu bekommen“

Studenten lassen die Kirche im Dorf

Oldendorf. Saftige grüne Wiesen fügen sich als Verbindung zu einem Waldstück ein, in dem sich die sanft raschelnden Blätter im Wind an den Bäumen wiegen und diese Idylle nur durch das leise Plätschern des Flusslaufes der Saale kaum hörbar unterbrochen wird: So oder ähnlich könnte es laut Vorstellung von 30 Studenten des Instituts für Entwerfen und Städtebau der Leibniz Universität in Hannover künftig in Oldendorf aussehen. Innerhalb des letzten Semesters arbeiteten die Architektur- und Landschaftsarchitekturstudenten in einem Seminar über die Planung im ländlichen Raum an der Verbesserung der Wohnqualität in Oldendorf. Auch wenn Oldendorf gemäß einer grundlegenden Auswertung der Wohnqualität bereits viele Vorzüge aufweist, ließe sich hier doch gemäß den Gestaltungsvorstellungen der künftigen Architekten einiges verbessern. Als Merkmal der guten Infrastruktur gehöre die B1 zum Leitbild des Ortes an der Saale, sind sich die Studenten aus sechs Ländern sicher. Dennoch werde hier ein großer Verbesserungsbedarf gesehen. Die Fahrradfahrer und Fußgänger kämen an der stark befahrenen Straße zu kurz. Mit Überwegen und Ampelinstallationen ließe sich hier zur erhöhten Sicherheit der Bürger beitragen. Die Gestaltung der B 1 mit den teilweise schlecht ersichtlichen Ortseinfahrten wäre ebenfalls ausbaufähig. Die Straßen in den Bereichen der Ortseinfahrten schmaler zu gestalten oder durch Bepflanzung eine klare Abgrenzung an den Ortsbeginn zu schaffen, wäre hier wünschenswert. „Schließlich ist es wichtig, einen Ort als solchen zu erkennen, um sich der Geschwindigkeit anzupassen und keine gut ausgebaute Durchgangsstraße als solche zu benutzen“, ist sich Lars Sterzel sicher. Der Architekturstudent im siebten Semester legte mit seiner Gruppe den Schwerpunkt auf das Thema Verkehr und zeigte Gestaltungselemente auf, mit denen eine Verkehrsberuhigung erzielt werden könnte, aber dennoch der typische Charakter von Oldendorf erhalten bliebe. Diesen Standpunkt vertraten alle Studenten, denn eine Umgestaltung sollte auf jeden Fall den Charakter des von den Höhenzügen Osterwald, Ith und Thüster Berg eingebetteten Dorfes erhalten.

veröffentlicht am 02.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

Die über 800 Jahre alte Kirche zeugt von Tradition und prägt den

Autor:

Yvonne Topf
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Im Dorfrandbereich sei zwar eine gute Angliederung an die landschaftliche Umgebung vorhanden, an einigen Stellen in Oldendorf müsse aber noch die Anpflanzung von Gehölzen, Sträuchern und Bäumen vorgenommen werden. Hier ergab sich bei den Studenten der Wunsch nach einem Bindeglied zwischen Oldendorf und Benstorf. Durchzogen von der Saale, könne hier ein kleines Waldgebiet mit einer Auenlandschaft entstehen, denn dadurch werde ein noch größerer Erholungswert für die Bürger geschaffen. Besonders schön sei es, dass sich in Oldendorf auch nach über 1000 Jahren seit Gründung des früheren Aldendrop eine klare Struktur der damaligen Gründungssiedlung im alten Dorf erkennen lässt. Der Dorfmittelpunkt mit seiner Kirche, den historisch wertvollen Steinzäunen und den alten Fachwerkhäusern gehöre auch in Zukunft ein großes Maß an Aufmerksamkeit. Die derzeit nur selten genutzte Grünfläche im Ort, die alte Dorfmasch, könne durch eine gezielte Anpflanzung besser genutzt werden und den Bürgern als zentraler Treffpunkt in der Dorfmitte dienen. „Die Möglichkeit, sich kreativ auszuleben und den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten freien Lauf zu lassen, ist einfach toll“, schwärmt Alexandra Boryzzko. Der 22-jährigen Architekturstudentin war es innerhalb ihrer Gruppe besonders wichtig, den ökologischen Aspekt innerhalb der örtlichen Vegetation zu stärken und mit heimischen Anpflanzungen die Schaffung von natürlichen Freiräumen vorzunehmen. Jedes Semester gibt der Leiter des Studienprojektes, Architekt und Diplom-Ingenieur Andreas Jürgens, einen Ort zur gedanklichen Umgestaltung vor. Die Idee zur Erarbeitung der Umgestaltung von Oldendorf kam dem Dozenten schon länger in den Sinn. „Die gute Infrastruktur und das große Engagement der Bürger bestätigten mich in der Entscheidung, dass das Erarbeiten der Gestaltungsmöglichkeiten für Oldendorf infrage käme.“ Andreas Jürgens betonte, dass das Gestaltungskonzept rein fiktiv ist und keine konzeptionelle Umgestaltung nach sich zieht. „Hier stehen lediglich die Ideen der Studenten im Raum, ohne auf die finanzielle und rechtliche Umsetzung zu achten.“ Sowohl der Ortsbürgermeister Eckhard Füllberg als auch Erika Rasch vom Verein für Heimatpflege und Grenzbeziehung waren von der Arbeit der Studenten begeistert. „Auch wenn uns viele Gestaltungsmöglichkeiten bereits bekannt waren, ist es toll, neue Denkanstöße zu bekommen“, sagt Erika Rasch. Ob diese umgesetzt werden können, ist ein anderes Thema. Schließlich werden für eine solche Umgestaltung nicht nur viele helfende Hände, sondern auch reichlich finanzielle Mittel benötigt. Dennoch sehen die Oldendorfer dank der Hilfestellung der studentischen Ausarbeitung der Zukunft gelassen entgegen. „Auch im Kleinen kann man einiges bewegen“, fügt Eckhard Füllberg hinzu. Wenn jeder gemäß seiner Möglichkeit etwas macht, werde Oldendorf weiterhin an Attraktivität gewinnen.

Und wer weiß, vielleicht wird irgendwann die fiktive Vorstellung eines Waldstückes zwischen Oldendorf und Benstorf einmal Wirklichkeit. Und das Spazieren zwischen den grünen Wiesen steht an der Tagesordnung der Oldendorfer…



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