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KGS Salzhemmendorf macht gute Erfahrungen mit Buddy-Projekt / Konfliktlösungen vermitteln

Streitschlichter – Schüler helfen Schülern

Salzhemmendorf (ist). „Wenn die Buddys nicht wären, hätten die Lehrer hier ’n mächtigen Happen Ärger und Randale mehr am Hacken!“ Magdalena (15), Jennifer und Marie-Christine (12), Kevin und Tabea (14) warten im Flur der KGS auf den AG-Beginn. „Die sind echt cool, unsere Streitschlichter“, sagt auch Julius, der zur Streitschlichtung durch die ausgebildeten Schülerschlichter zitiert worden ist. Das anfängliche Motzen war nach dem Gespräch regelmäßig ehrlicher Anerkennung gewichen: „Die haben’s schon drauf und verstehen uns viel besser als die Lehrer, weil’s ja welche von uns sind.“

veröffentlicht am 24.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:21 Uhr

Buddys helfen bei Hausaufgaben: Jana und Celine (v. li.)  Foto:
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Streithähne, Mobber und Gemobbte sind im Nachhinein zwar nicht immer dicke Freunde geworden, hatten jedoch gelernt, einander zu verstehen und zumindest in angemessener Entfernung voneinander in Ruhe miteinander auszukommen. Der Zuspruch für die Streitschlichtung aus der Schülerschaft sei groß, sagt Sozialpädagogin Irene Lehmann, die Anzahl der Seminarplätze sei aber begrenzt.

Sechs Monate dauert die Ausbildung

Zur gleichen Zeit freut sich Celine Granzow (11), die Mathesorgen plagen, Jana Ehling (14) aus der 9Hc in der Bibliothek anzutreffen. Jana ist ausgebildete Streitschlichterin, hilft als Buddy-Pate auch bei Hausaufgaben. Und von Schüler zu Schüler erklärt, klappt es heute mit der „Beziehung zwischen Geraden und Senkrechten“ … Für zwei Tage und zum zweiten Mal trafen sich in der Bibliothek Buddys aus der KGS Salzhemmendorf und der Hauptschule am Wildfang aus Gronau mit den betreuenden Lehrkräften Irene Lehmann und Marion Müller zu einer Tagung unter dem Motto „Buddys coachen Buddys“. Es ging um Erfahrungsaustausch und gegenseitige Schulungen zu den Themen „Streitschlichtung“ (KGS) und „Kick fair“ (Gronau). „Als Streitschlichter will ich anderen helfen. Von den KGSlern habe ich gelernt, dass Worte, Mimik und Gestik nur wie die Spitze eines Eisbergs sind, unter denen sich Gefühle verbergen, die ich im Gespräch erkennen muss“, sagt Franziska Fischer (16) aus Gronau. Janina Strubel (16) und Nadja Bojtschuk (16) gehören zu den Streitschlichtern der KGS, die in den Pausen und Freistunden für jeden ansprechbar und an ihren roten Buddy-T-Shirts erkennbar sind.

Sie haben ihre sechsmonatige Ausbildung zum Streitschlichter nicht bereut: „Stress war’s schon, da wir den versäumten Unterricht nacharbeiten mussten, aber es ist ein tolles Gefühl, anderen bei der Konfliktlösung helfen zu können, egal ob bei eher handgreiflichem oder subtilerem seelischen Mobbing.“ Sie selbst seien nicht nur viel ausgeglichener, sondern auch selbstbewusster geworden. Dass vor allem die Älteren sich schon mal herablassend äußern, kümmert Alex Kaller aus der 9Rc nicht. An sechs Streitschlichtergesprächen war er bisher beteiligt – alle mit friedlichem Ausgang.

Außerdem sind die Streitschlichter-Zertifikate und Zeugnisbemerkungen hoch geschätzte Empfehlungen bei Bewerbungen für Praktikums- und Ausbildungsplätze. „Das Buddy-Projekt ist nicht nur ein Gewinn für das schulinterne Miteinander für Schüler und Lehrer, sondern auch für die persönliche Entwicklung des einzelnen“, sagen Irene Lehmann und Marion Müller. „Das Projekt wird von der Vodafone-Stiftung unterstützt. Wir wollen dieses Treffen als Wettbewerbsbeitrag zum ‚Buddy des Monats‘ einreichen.“ Da gibt es nämlich 1000 Euro zu gewinnen.



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