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TSV Brünnighausen verklagt: Fußballern aus Marienau soll Zutritt zum Sportheim verboten werden

Streit um Umkleideräume jetzt vor Gericht

Brünnighausen (ist). Auseinandersetzungen auf dem Fußballfeld dauern in der Regel 90 Minuten. Streitfälle jenseits von Seiten- und Torauslinie dagegen dauern mitunter Jahre – und enden wie im Fall des TSV Brünnighausen vor Gericht: Zum Gütetermin im Rechtsstreit zwischen dem Brünnighäuser Dieter R. als Kläger ist jetzt der TSV Brünnighausen als Beklagter in Person der Vorsitzenden Birgit Schweinebart vor das Hamelner Amtsgericht geladen. Gegenstand der Klage: Im Jahr 2002 kaufte R. ein Grundstück mit Gebäude aus Gemeindebesitz am Sportplatz in Brünnighausen. Das war bis dahin viele Jahre vom TSV als Geräteschuppen und Vereinsheim mit Umkleideräumen genutzt worden. Im Kaufvertrag verpflichtete sich R., dem Verein einen Teil des Hauses weiterhin für die Dauer von zehn Jahren zur unentgeltlichen Nutzung für die Fußballsparte zur Verfügung zu stellen. Um überhaupt in Zeiten des demografischen Wandels und der damit verbundenen knappen Spielerressourcen in den Dörfern am Punktspielbetrieb teilnehmen zu können, hat der TSV eine Spielgemeinschaft mit Spielern der SSG Marienau gegründet, die nach Spielen in Brünnighausen ebenfalls die Umkleideräumlichkeiten nutzen. Jugendliche seit 25 Jahren, Spieler der Männermannschaft seit 4 Jahren. Das will R. in seinem Eigentum nach über zwei Jahren Streit nun nicht länger dulden (wir berichteten im November 2008). Im September 2010 untersagte er daher über seinen Anwalt dem TSV diese Nutzung schriftlich und verlangte gleichzeitig eine Erklärung, dass zukünftig nur Mitglieder der Fußballsparte des heimischen Vereins die Räumlichkeiten nutzen würden. „Die Fußballsparte des TSV Brünnighausen besteht aus einer Spielergemeinschaft“, entgegnete die anwaltliche Vertretung des Vereins. Jedem Spieler dieser Spielgemeinschaft, unabhängig davon, aus welchem Ort er komme, sei daher Zutritt zu gewähren. Die Fußballsparte des TSV werde das Sportheim weiterhin in diesem Sinn nutzen. Klage wegen Unterlassung bei einem Streitwert von 2000 Euro hat daraufhin das von R. prozessbevollmächtigte Anwaltsbüro aus Salzhemmendorf im November beim Amtsgericht eingereicht. Der TSV als Beklagter solle verurteilt werden, es „zu unterlassen, Fußballspielern der SSG Marienau Zutritt im auf dem Eigentum des Klägers stehenden Sportheim zu gewähren.“

veröffentlicht am 01.12.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 21:41 Uhr

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Der Termin der öffentlichen Güteverhandlung ist auf Freitag, 17. Dezember, um 10.45 Uhr im Amtsgericht Hameln, Raum 123, angesetzt.



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