weather-image

Rat stimmt Verlegung einmütig zu / Offenbar ausreichend Paten für Finanzierung vorhanden

Stolpersteine für Salzhemmendorf

Salzhemmendorf. Einstimmig hat der Rat des Fleckens Salzhemmendorf auf seiner jüngsten Sitzung im Gemeindehaus in Hemmendorf einem neuen Projekt zur Erinnerung an das jüdische Leben durch das Verlegen von sogenannten Stolpersteinen vor den ehemaligen Wohnhäusern deportierter und ermordeter jüdischer Mitbürger zugestimmt. Der Vorstand des evangelischen Gemeindeverbandes Saaletal hatte das Prokjekt angeregt. Der Verband will das Projekt im Rahmen des Konfirmandenunterrichts begleiten und unterstützen.

veröffentlicht am 23.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:41 Uhr

270_008_7695250_lkcs191_2303_Verlegung_von_Stolpe_440863.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wie Friedrich Lücke (CDU) während der Sitzung berichtete, hatte der Ortsrat von Hemmendorf bereits im Vorfeld über das Projekt beraten und sich einstimmig für die Verlegung der Stolpersteine ausgesprochen. „Einige Hemmendorfer Bürger haben sich schon bereit erklärt, eine Patenschaft für die Steine zu übernehmen“, erklärte Lücke. „Für Hemmendorf wird es kein finanzielles Problem für die Verlegung geben.“ Ein Stolperstein kostet 120 Euro. Für die Gruppe SPD/Grüne/ FWS erklärte Walter Kramer, seine Gruppe werde die Patenschaft für einen Gedenkstein übernehmen. „Gerade in der heutigen Zeit, wo in Berlin Juden bereits gewarnt werden, in der Öffentlichkeit die Kippa zu tragen, ist das Setzen der Stolpersteine hier bei uns ein kleines, aber wichtiges Zeichen gegen Übergriffe und antisemitische Äußerungen“, betonte Dr. Wilhelm Koops (Grüne).

Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening zeigte sich erfreut, dass in den Ortsräten von Hemmendorf und Salzhemmendorf große Bereitschaft bestehe, das Erinnerungsprojekt zu unterstützen. Der Flecken habe vorbildlich versucht, die damaligen Ereignisse aufzuarbeiten. Aus den Ortsräten gebe es so viele Zusagen, „dass wahrscheinlich alle Steine finanziert werden können“. Nach den Recherchen des Hamelner Historikers Bernhard Gelderblom lebten vorwiegend in Salzhemmendorf und Hemmendorf 14 jüdische Familien, zu deren Erinnerung die Gedenksteine verlegt werden sollen. Für den Flecken selbst sollen keine umfangreichen Kosten entstehen. Allenfalls müsse der Bauhof einige Vorbereitungen für die Verlegung der Steine und ihre Pflege übernehmen.

Auch in der Vergangenheit hatte sich der Salzhemmendorfer Rat mit der Erinnerung an das jüdische Leben in dem Flecken befasst. Am Rathaus wurde zunächst eine Gedenktafel angebracht. Auch an den jüdischen Friedhöfen wurden im Rahmen des Projekts „Geschichtspunkte“ Hinweistafeln aufgestellt. Zuletzt wurde die Herausgabe eines Buches über das jüdische Leben im ehemaligen Synagogenverband durch den Flecken unterstützt, so wie dies jetzt auch im Flecken Coppenbrügge geschieht.

Mit den Stolpersteinen soll auf Bitten des evangelischen Gemeindeverbandes Saaletal nun die Erinnerung an die NS-Opfer wachgehalten werden. Die Steine sind in Beton gegossen und tragen an der Oberseite eine Messingtafel mit dem Namen des Opfers, mit dem Zeitraum, in dem die Person in dem Haus wohnte und was mit ihr geschah. Verlegt werden die Stolpersteine in den Gehwegen vor den Häusern, zu denen die Opfer des Nationalsozialismus einen Bezug hatten.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt