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Heute Herbstlesung im Familienzentrum evfa in Coppenbrügge

Stilistische Abenteuer, originelle Geschichten

Coppenbrügge. „Keine Sorge, Sie werden es überstehen.“ Mit einer Überraschung wartete Buchhändler Heiner Stender bei der ersten Herbstlesung der Veranstaltungsreihe „Reisen durch die Welt der Literatur“ in seinem proppenvoll besetzten Buchladen auf – und meinte damit nicht etwa 25 Jahre Wiedervereinigung.

veröffentlicht am 10.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 04:41 Uhr

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Seine deutschlandweit wohl einzigartige Initiative „Unser Dorf liest“ konfrontiert und verwöhnt die literarische Fangemeinde aus der Region seit Jahren mit außergewöhnlichen, nicht immer luftig leichten Leckerbissen der sogenannten Hochliteratur. „Die Ihnen letztlich auch nicht geschadet haben“, sagt der 78-Jährige mit lebenslanger Leseleidenschaft schmunzelnd, der selbst Tausende von Büchern gelesen hat, den Inhalt jedes einzelnen auf Wunsch und – sofern Zeit ist – spontan zwischen den vom Boden bis zur Decke reichenden Bücherwänden mit Hingabe parat hat. Ein Leseleben – auch für andere. Fans der Reihe „Unser Dorf liest“ kommen mit wachsender Begeisterung aus immer größerem Umkreis zu den Lesungen – seit nunmehr 18 Jahren. 700 Jahre ohne Einbuße an Schönheit des Ausdrucks, so Stender, habe dagegen die Göttliche Komödie auf dem Buchrücken. Das Meisterwerk der italienischen Literatur von Dante Alighieri – jedem Literaturfreund ein Begriff, kaum einer, der jedoch je einen Blick hinein gewagt hätte. An diesem Tag wurde ihm geholfen: Zehn Minuten mittelalterliche Lyrik fürs Ohr, Verse aus dem „Inferno“, gekonnt vorgetragen von Volkmar Wetzel, wurden mit dankbarem Applaus zwischen den Stender’schen Bücherwänden belohnt. Als Kontrast gab’s die sechszeiligen „Ameisen“ von Ringelnatz, Lachsalven für friesisch halbes Platt und Tucholsky mit Barbara Wirgs und Hubert Wöllenstein. Dazu den putzigen „Burberry Blues“ (Doris Dörrie) mit dem Ehepaar Edeltraud und Günter Blötz, bevor mit Delius’ „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ und der Nacht des Mauerfalls aus „Mein Jahrhundert“ von Günter Grass an den historischen Hintergrund des Einheitstages literarisch erinnert wurde.

Die zweite Herbstlesung findet heute Abend im „evfa“ statt. „Diesmal ohne Überraschungseffekt“, stellt Stender fest, was weder als Beruhigung gedacht sei, noch für Enttäuschung sorgen solle. Denn er verspricht größtes Vergnügen, großartige stilistische Abenteuer und ebenso originelle wie dramatische Geschichten zum Beispiel bei der „Reise durch den wilden Westen“ (Alex Capus).

„Unsere Reise an den Strand von Tanger“ (James Salter) und „Atlas eines ängstlichen Mannes“ (Christoph Ransmayr) sind weitere interessante Titel, dazu noch „Antonio im Wunderland“ von Jan Weiler. Der Roman ist eine Fortsetzung von Weilers vielgelesenem Buch „Maria, ihm schmeckt’s nicht“, das nach der Verfilmung auch Kinofreaks neugierig machen könnte.

Die zweite Herbstlesung beginnt heute um 19 Uhr im evangelischen Familienzentrum evfa in der Niederstraße hinter der Kirche. ist



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