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Rat soll sich den Vorgaben zur inklusiven Schule verweigern

Stenger fordert zum Ungehorsam auf

Salzhemmendorf. In allen Gemeinden werden zurzeit Beschlüsse zur Einführung der inklusiven Schule in Niedersachsen gefasst – meist einstimmig. Nicht so in Salzhemmendorf. Die BWG verweigerte dem Plan, die „Grundschule als Schwerpunktschule für den inklusiven Unterricht im Flecken Salzhemmendorf in den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie Hören und Sehen“ auszuweisen, die Gefolgschaft.

veröffentlicht am 04.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Mehr noch: Er rief den Gemeinderat „zum Ungehorsam“ auf. „Das Konzept funktioniert nicht“, meinte Stenger und prophezeite, dies werde auch spätestens in fünf Jahren zu spüren sein. In Wirklichkeit wolle das Land Geld einsparen, denn für eine Inklusion müsste es viel mehr Personal in den Schulen geben.

„In der pädagogischen Bewertung“ stimmte Karl-Heinz Grießner (SPD) dem für seine Gegenreden bekannten Stenger zu. „Wir müssen uns aber an die gesetzlichen Vorgaben halten“, es handele sich um eine Landesentscheidung, bei der die Gemeinde die Kosten zu tragen habe. So sah es auch Dr. Wolfgang Koops (Grüne). Der stellvertretende Direktor der Kooperativen Gesamtschule stimmte Stenger in der inhaltlichen Kritik an den Vorgaben des Landes zu: „In der Tat, die personelle Ausstattung der Schulen wird kaum ausreichen.“ Auch auf die Förderschulen werde kaum verzichtet werden können. Aber Koops sah ebenso die Verpflichtung, der sich die Gemeinde nicht verweigern könne.

Stenger entgegnete den Bedenken, es gebe jedes Jahr eine Entscheidung, „bei der Sie angeschmiert werden“, und meinte damit die finanziellen Folgen, die die Kommunalpolitiker durch Entscheidungen auf Landesebene zu tragen hätten. Allerdings seien die anderen selbst schuld, wenn sie die Hand gehoben hätten. Manfred Roth (SPD) entgegnete, wenn der Rat Ungehorsam leisten wolle, „lasst uns nicht bei behinderten Kindern anfangen, nicht bei den Schwachen“. Grießner untermauerte noch einmal, dass man pädagogisch anderer Meinung sein könne, erinnerte den ehemaligen Gemeindedirektor Stenger aber daran, dass der Flecken schlecht dastehen würde, kämen Eltern eines Kindes und forderten die entsprechende Ausstattung ein: „Wir kommen an den gesetzlichen Vorgaben einfach nicht vorbei.“ Bei den zwei Gegenstimmen der BWG wurde die Vorlage der Verwaltung schließlich mehrheitlich befürwortet.

Ziel des vom Landtag vor einem Jahr verabschiedeten Gesetzes zur „Einführung der inklusiven Schule“ ist es, Schülern mit und ohne Behinderung ein gemeinsames Leben zu ermöglichen. Im Zuge dessen müssen die Schulen den Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang ermöglichen. Für die Förderschwerpunkte „geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie Hören und Sehen“ können Schwerpunktschulen eingerichtet werden.

Schulexperte Koops gab seinen Ratskollegen abschließend mit auf den Weg: „Inklusion muss gelebt werden. Daran müssen wir denken und daran müssen wir arbeiten.“

Udo Stenger (am Pult) appelliert an seine Ratskollegen – Petra Haehnel, Eckhard Renziehausen-Philipps und Manfred Roth (v.li.) hören zu.hen



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