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Ausstellung über das gefährliche Leben und Arbeiten in den Abbaugebieten rund um Osterwald

Steine, Steinhauer, Silikose

Osterwald. Sand- und Kalksteine stehen im Besucherbergwerk derzeit im Mittelpunkt. In einer Sonderausstellung im Museumsgebäude zeugen diverse Steinexponate von der industriellen Vergangenheit der einst von etlichen Steinbrüchen geprägten Höhenzüge Osterwald und Nesselberg. Ausführliche Informationen und historische Fotos runden die bis zum 26. Oktober laufende Ausstellung ab.

veröffentlicht am 23.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Was erwartet die Besucher der bisher gut angenommenen Ausstellung? „Sie erfahren Wissenswertes über die Steinbrüche, den Abbau von Sand- und Kalkstein, über Fossilien aus dem Erdmittelalter und über die schwere Arbeit der Steinhauer“, listet Hans-Dieter Kreft, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Bergmannswesens, auf. Auf einer der großformatigen Informationstafeln wird beispielsweise die gesundheitsschädliche Arbeit eines Steinhauers in den Fokus gerückt. Die Unfallhäufigkeit sei in allen Steinbrüchen extrem hoch gewesen. Besonders gefürchtet aber war der feine Steinstaub, der häufig bereits in jungen Jahren zur Staublunge führte, die umgangssprachlich „Steinhauerseuche“ genannt wurde. Nach nur 14 Berufsjahren, die Lehrzeit inbegriffen, erkrankte daran damals ein Drittel aller Steinhauer. „Über 90 Prozent starben sogar an der Staublunge, der sogenannten Silikose“, betont Kreft.

Die Steinhauer waren sich der gesundheitlichen Gefahren bewusst und trafen deshalb Vorkehrungen. So versuchten sie, sich durch täglichen Genuss von Branntwein zu schützen. Ebenso probierten sie es mit einem „Staubfänger“, den sie sich in Form eines kräftigen Schnurrbartes wachsen ließen. Aber es half alles nichts. Viele Steinhauer wurden kaum älter als 35 Jahre und starben an Silikose.

Zu den gesundheitlichen Gefahren kamen die gefährlichen Arbeitsbedingungen hinzu. „Es passierten schwere und tödliche Unfälle durch einstürzende Gesteinswände nach Regen und Sprengungen sowie im Frühjahr nach der Eisschmelze“, berichtet Kreft. Verluste von Gliedmaßen durch abrutschende Steinblöcke oder Quetschungen an Händen oder Beinen kamen öfter vor. „Der letzte Steinbruch im Osterwald wurde 1964 stillgelegt“, betont Dr. Olaf Grohmann, Historiker des Besucherbergwerks.

Die Ausstellung „Sand- und Kalkstein aus dem Osterwald und Nesselberg“ kann während der Öffnungszeiten des Besucherbergwerks wie folgt besichtigt werden: sonntags im Rahmen der Stollenführungen um 13.15 und 14.30 Uhr, mittwochs von 15 bis 18 Uhr sowie auf telefonische Anfrage.



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