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Fast wie beim Trampen – Projekt Osterwalder „Mitfahrbank“ nimmt Fahrt auf

Startschuss: Mehr Mobilität auf dem Lande

Osterwald. Nun startet das Osterwalder Projekt „Mitfahrbank“ an fünf Stellen des Ortes. Das Prinzip, das ans Trampen erinnert, ist denkbar einfach. Wer auf eine Mitfahrgelegenheit wartet, nimmt auf einer der gekennzeichneten Bänke Platz. Bislang haben sich 30 Autofahrer bereit erklärte, Wartende mitzunehmen.

veröffentlicht am 28.02.2016 um 19:27 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Osterwald. Wer zum Bahnhof Osterwald wollte oder etwas zu erledigen hatte in Oldendorf oder Salzhemmendorf, hatte bislang schlechte Karten, denn die öffentliche Nahverkehrsanbindung ist nur eingeschränkt verfügbar im Bergort. Besonders ältere Bürger sind deshalb in ihrer Mobilität weniger flexibel. Diese Zeiten jedoch sind nun vorbei, denn jetzt gibt es in Osterwald die „Meyer-Bank“. Sie steht am Ortsausgang an der Bushaltestelle und ist gekennzeichnet mit einem großen „M“. Der Buchstabe steht jedoch nicht für den Namen „Meyer“, sondern für „Mitfahrbank“. Was mit „Meyer“ gemeint ist? Der Reihe nach.

Am Wochenende wurde die Bank in Anwesenheit von vielen Gästen eingeweiht und in Betrieb genommen. Mit ihr noch weitere vier Bänke, die an anderen Stellen aufgestellt sind. Das unter der Schirmherrschaft des Vereins für Dorfentwicklung und Fremdenverkehr Osterwald stehende Projekt „Mitfahrbank“ hat Pilotcharakter und ist bisher im Landkreis Hameln-Pyrmont einmalig (wie die Dewezet mehrmals berichtete).

Und so funktioniert die Mitfahrbank: Wer eine Fahrgelegenheit benötigt, wartet an der gekennzeichneten Bank, bis ein Autofahrer anhält. Neben der Bank sind Klappschilder angebracht, mit denen der Fahrgast seine gewünschte Fahrtrichtung kenntlich macht – modernes Trampen, das besonders bei Senioren immer beliebter wird, wie bundesweit aus anderen Orten bekannt ist. Autofahrer, die bereit sind, Leute mitzunehmen, kennzeichnen die Windschutzscheibe ihres Fahrzeugs mit einem gut ersichtlichen Mitmach-Aufkleber.

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„Das Befördern der Fahrgäste ist kostenlos“, betonen Heide und Hartmut Friedrich, die Initiatoren der Mitfahrbank. Das Mitnehmen sei vertrauenswürdig, da im Bergort nahezu jeder jeden kenne. Mit Einverständnis der Eltern können auch Kinder mitgenommen werden, vorausgesetzt, sie kennen den Fahrer oder die Fahrerin. „Insgesamt soll die Aktion Mitfahrbank für Kinder aber nicht gelten“, betont Hartmut Friedrich. Die Aufkleber sind für 50 Cent erhältlich im Frischmarkt Neujahr, in der Ortsbücherei Osterwald und bei Friedrichs. „Bislang haben sich 30 Bürger aus Osterwald zur Mitnahme bereit erklärt“, bilanziert Heide Friedrich. Das sei ein Superstart.

Supergelaufen sei bisher die gesamte Aktion. Lediglich sieben Monate habe es gedauert, bis die im Juli 2015 geborene Idee in die Tat umgesetzt werden konnte. „Die schnelle Durchführung haben wir einem Hauptsponsor zu verdanken“, betonte Ortsbürgermeister Torsten Hofer bei der Einweihung. Von dem Unternehmen „Westfalen Weser Energie“ sei die geplante Mitfahrbank nämlich als Leuchtturmprojekt mit 2250 Euro ausgezeichnet worden.

Dank dieser großzügigen Spende seien größere Spendenaufrufe nicht erforderlich gewesen für das insgesamt etwa 3000 Euro kostende Projekt. Darüber hinaus haben sich „Bank-Paten“ gefunden, die die Aktion mit einem Geldbetrag ihrer Wahl unterstützt haben. Nach ihnen sind die insgesamt fünf Bänke benannt. Die in Osterwald aufgestellte Bank heißt deshalb „Meyer-Bank“, denn sie wurde gesponsert von Malermeister Lutz Meyer aus Osterwald. Sponsor der Bank am Bahnhof Osterwald („Bahnhofs-Bank“) ist der Apotheker Kay Andresen aus Oldendorf, Sponsor der in Oldendorf aufgestellten Bank („Tepper-Bank“) ist Dr. Guntram Tepper, Sponsor der an der Ith-Sole-Therme in Salzhemmendorf stehenden Bank, der „Stiftungsbank“, ist die evangelisch-lutherische Stiftung im Saaletal und Sponsor der Bank in der Calenberger Allee Salzhemmendorf ist der Rewe-Markt. Die Bank heißt deshalb „Rewe-Bank“.

Die zügige Durchführung sei aber auch der Gemeinde Salzhemmendorf zu verdanken, denn sie habe das Projekt von Anfang an aktiv unterstützt. „Ein besonderer Dank gilt Andreas Hillmer von der Gemeindeverwaltung“, betonte der Ortsbürgermeister, der übrigens der erste war, der die Bank auf ihre Funktionsfähigkeit getestet hat. Vom Bahnhof Osterwald hat er sich nämlich mitnehmen lassen nach Osterwald. „Ich wünsche dem Projekt Mitfahrbank viel Erfolg“, betonte der Ortsbürgermeister.

Nun kann das Projekt starten: Heide und Hartmut Friedrich (links) beim „Probesitzen“. Matthias Harpel (Westfalen Weser Energie) und Tochter Thea (7) testen die Klappschilder. Die Feier fand mit vielen Gästen statt (unten).

Torsten Hofer weiht die Mitfahrbank in Osterwald ein.

Fotos: sto



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