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Acht Mitarbeiter der Firma Wini unterstützen ABC-Zug der Kreisfeuerwehr

Spezialeinheit erhält Verstärkung

Marienau/Hameln-Pyrmont. Eine besondere Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmen aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont und der Kreisfeuerwehr gibt es seit kurzem in Marienau. Gleich acht Mitarbeiter der dort ansässigen Firma „Wini Büromöbel“ unterstützen in Zukunft die Arbeit des ABC-Zuges der Kreisfeuerwehr. Ihr Mitwirken wurde erst durch die Anpassung betriebsinterner Abläufe möglich. Sogar einen Tag zusätzlichen Sonderurlaub gibt es als Anreiz.

veröffentlicht am 23.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

von Friedrich-Wilhelm Thies
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Der ABC-Zug der Kreisfeuerwehr, der zur Katastrophenschutz-Bereitschaft gehört, klagt seit Jahren über sinkende Mitgliederzahlen (wir berichteten). Ein Grund dafür ist der Wegfall der Wehrpflicht und damit die Möglichkeit, bei dieser Einheit einen Ersatzdienst zu leisten. Daher gab es Anfang des Jahres Gespräche mit dem Ersten Kreisrat Carsten Vetter, Dezernatsleiterin Heidi Pomowski, dem Abteilungsleiter Harald Menzel von der Kreisverwaltung und Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke, welche Maßnahmen möglich sind, diesem Abwärtstrend entgegenzuwirken. „Dabei war ein Punkt, an die Betriebe im Landkreis heranzutreten und nach Möglichkeiten der Unterstützung zu suchen. Dass es dabei dieses große Entgegenkommen und Engagement der Firma Wini gab, ist ein toller Erfolg“, erklärt Kreisbrandmeister Wöbbecke. Denn der Büromöbelhersteller, genau gegenüber dem Katastrophenschutz-Zentrum und damit dem Standort des ABC-Zuges angesiedelt, erklärte sich bereit, acht seiner Mitarbeiter für Einsätze des ABC-Zuges zur Verfügung zu stellen. Gerade tagsüber an Werktagen ist es für die Spezialeinheit nicht einfach, schnell genügend Leute vor Ort zu haben. Betriebsintern wird deshalb geregelt, dass die Mitarbeiter auch möglichst ihren Arbeitsplatz verlassen können.

Doch das Entgegenkommen der Geschäftsführung bei der Firma Wini geht noch weiter. Um einen gewissen Anreiz zu schaffen, erhalten die Mitarbeiter einen zusätzlichen Urlaubstag, zunächst befristet auf drei Jahre, woauf auch das Projekt erst einmal angelegt ist. Und dann müssen die Mitarbeiter, die zwar schon alle in Ortswehren aktiv sind und eine Ausbildung als Feuerwehrmann haben, auch noch für den Einsatz in der Spezialeinheit geschult werden. Dafür wurden in der Firma Arbeitsabläufe umgestellt, damit die acht Männer nachmittags vor Ende der eigentlichen Arbeitszeit ihre Arbeitsstelle verlassen und die Ausbildung absolvieren können. „Aber auch wir als Feuerwehr mussten uns Gedanken machen, wie wir diese Ausbildung regeln, da unser Personal dazu eventuell ebenfalls frühzeitig den Arbeitsplatz verlassen muss“, erklärt Wöbbecke. Die Lösung: Die Ausbilder des ABC-Zuges, Christoph Gehlen, Sebastian Koscholke, Matthias Kropp, Marc-Oliver Tesch und Alexander Saffer, sind zu Kreisausbildern ernannt worden, die damit rechtlich festgelegt für diesen zusätzlichen Einsatz eine Aufwandsentschädigung bekommen.

Als Begründung für diese doch sehr weitreichende Art der Zusammenarbeit mit der Kreisfeuerwehr hat Carolina Schmidt-Karsch, eine von drei Geschäftsführern, eine einfache Erklärung: „Ich empfinde eine große Hochachtung für diesen hundertprozentigen Einsatz unserer Mitarbeiter für solch ein Ehrenamt in der Freizeit. Das muss unterstützt werden. Deshalb ist das für mich eine Selbstverständlichkeit.“

Als Bürgerin dieses Landes sehe sie es geradezu als Verpflichtung an, so ihren Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten, führt die Geschäftsführerin weiter aus. Gleichzeitig hofft sie, dass weitere Firmen ihrem Beispiel folgen. Die Dezernatsleiterin für Ordnung, Sicherheit und Gesundheit, Heidi Pomowski, betont: „Die Firma Wini zeigt sich hier sehr großzügig. Nicht nur, dass sie ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit zur Verfügung stellt, sondern auch, dass sie zusätzlich noch den Sonderurlaub gewährt.“ Kreisbrandmeister Wöbbecke freut sich, dass die Einsatzbereitschaft des ABC-Zuges so zukünftig besonders tagsüber sichergestellt wird. Zusätzlich hofft er jedoch auch auf eine Signalwirkung für den Landkreis.

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