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Verwaltung und Bürger sind empört über Handeln des Forstamtes / Teil des Leader-Projekts

Sperrung im Ith erzürnt die Wandervereine

Coppenbrügge (hen). Die Sperrung des Wanderweges zum Fahnenstein sorgt für Unmut: Nach einem Dewezet-Bericht hat die Gemeinde Coppenbrügge sehr viele Telefonate aus der Bevölkerung und von den Wandervereinen erhalten. Auch Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka sei sehr irritiert gewesen, aus der Zeitung von der Sperrung zu erfahren, sagte er.

veröffentlicht am 29.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:21 Uhr

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„Hellauf empört“ sind auch die Mitglieder der Dorf- und Wandervereine, wie Wolfgang Schnurbusch als Sprecher dieser Zusammenschlüsse und auch des Coppenbrügger Verkehrs- und Verschönerungsvereins gestern erklärt. Auch er habe von der Sperrung des Weges erst aus der Dewezet erfahren, und ihm sei „die Kinnlade runtergefallen“. Schnurbusch spricht für die Vereine der Ortschaften Harderode, Bessingen, Bisperode, Coppenbrügge und Marienau.

„Hier soll Präzedenzfall geschaffen werden“

Der Weg ist Bestandteil zweier wichtiger internationaler Wanderwege, Roswithawanderweg und internationaler Fernwanderweg Niederlande-Harz, erklären Peschka und Schnurbusch. Das Unverständnis sei deshalb besonders groß, da der Weg zum Leader-Projekt Freizeitpark Ith gehört. Ziel war es hier, neben dem Freizeitaspekt und der Tourismusförderung die Themen Sagen und Natur näherzubringen. Peschka in einem Brief an Heinz-Hermann Bruns vom Niedersächsischen Forstamt Grünenplan: „Ich habe großes Verständnis, wenn aus Gründen der Verkehrssicherung der Wegeverlauf vorübergehend gesperrt wurde.“ Die Kommune habe erst vor einigen Monaten unkonventionelle Hilfe angeboten; im Rahmen der Leader-Förderung seien bereits Mittel für die Instandsetzung eingeplant. Die Verwaltung hatte bereits Anfang Juli gegenüber dem Forstamt ihr Bedauern über die Sperrung des Wanderweges zum Fahnenstein schriftlich zum Ausdruck gebracht und gebeten, ihr mitzuteilen, wann wieder mit einer Öffnung des Weges zu rechnen ist. Die Vorgänge seien daher „irritierend“, schreibt Peschka weiter.

Auch Schnurbusch versteht vor dem Hintergrund der Leader-Pläne und in Aussicht gestellter Gelder die Welt nicht mehr und sieht das gesamte Projekt gefährdet. Die Forstverwaltung habe sich über geltende Gesetze und Bestimmungen hinweggesetzt. Der Sprecher des Verkehrsvereins vermutet gar, hier solle ein Präzedenzfall geschaffen werden: „Wenn Bäume älter werden, sterben sie ab. Wenn in einem Naturwald alles so belassen werden müsste, würde das bedeuten, dass langfristig alle Wege gesperrt werden müssten.“ Schnurbusch spricht gar von einer „Enteignung“ des Waldes für die Nutzung durch Menschen in der Folge. Gegen eine kurzfristige Sperrung aus Verkehrssicherungsgründen sei nichts einzuwenden, aber der offensichtliche Plan einer dauerhaften Schließung könne die Vereine nur empören. Die Planungen seien gemeinschaftlich erfolgt – umso mehr erstaune jetzt das einseitige Vorgehen, das die Vereine und Dorfgemeinschaften auf keinen Fall so hinnehmen wollen. Auch Peschka sagt: „Der Wegeverlauf ist aus unserer Sicht unverzichtbar.“ Er setzt auf ein kurzfristig anberaumtes Gespräch gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Naturpark Weserbergland.

Weil die Forstverwaltung die Verkehrssicherheit des Weges nicht mehr gewährleisten kann, wurde der Auf- und Abstieg im Bereich des Fahnensteins gesperrt und die gesamte Zuwegung. Das erzürnt Wanderer, Dorfvereine und die Verwaltung – nicht zuletzt, weil der Weg Teil der Leader-Pläne ist.

Foto: ll

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