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Wenn die Müllabfuhr den Abfall nicht will / Verursacher droht Bußgeld

Sperrmüll steht seit drei Monaten vor der Tür

Levedagsen/Hameln (ist). Nein, er sei kein von Natur aus ungeduldiger Mensch, der Probleme grundsätzlich und vorzugsweise gern von jetzt auf gleich beseitigt sehe, meint Norbert Wustrack. Wenn aber der Sommer ins Land, der Herbst schon an den Start gehe und der Sperrmüllhaufen vor dem Haus über drei Monate nach Anmeldung immer noch auf Abtransport durch die Kreisabfallwirtschaft warte, so beschleiche ihn mit zunehmender Hartnäckigkeit der Eindruck, dass die Entsorgung zumindest verschleppt werde. Was Wustracks Verärgerung nicht besänftige, ebenso wie es den Müllberg aufgrund der abseitigen Lage des Hauses Am Bahnhof 2 direkt an der Landesstraße 462 nicht schrumpfen lasse. Er fürchtet Schadenersatzforderungen des neuen Besitzers. Er selbst ist Vorbesitzer des Objektes, das vermietet war und zum ersten August als Teil einer Insolvenzmasse verkauft wurde. Müllbeseitigung war Vertragsbestandteil. Sein Müllärger hatte bereits im Juni begonnen: Da, so Wustrack, hätten die Mieter per Postkarte Sperrmüllentsorgung beim Landkreis beantragt. „Diese Mitteilung ist angeblich nicht bei der Kreisabfallwirtschaft angekommen.“ Daraufhin habe er die Anmeldung im Juli per Mail wiederholt. Nach längerer Zeit ohne Rückmeldung sei ihm der Eingang bestätigt worden. Jedoch gebe es Gebührenrückstände, die erst ausgeglichen werden müssten. Das für die Liegenschaft zuständige Insolvenzbüro habe den gesamten nachgeforderten Betrag im August ausgeglichen, worauf die Zusage erfolgt sei, dass der Sperrmüll entsorgt werden könne. Es müsse jedoch zuvor erneut eine detaillierte Aufstellung des Sperrmülls vorgelegt werden.

veröffentlicht am 22.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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„Diese Liste habe ich erstellt und am 3. September per Fax mit der Bitte um Rückmeldung übersandt“, so Wustrack. Als wiederum keine Rückmeldung erfolgte, habe er im Kreishaus angerufen und nachgefragt. „Nun wurde die Form der Bereitstellung des Sperrmülls bemängelt“, erinnert er sich. Es wurde ein Ortstermin zur Klärung vereinbart, der am vergangenen Montag nicht zu einer einvernehmlichen Klärung führte. „Ab hier ist alles Möbelholz“, versichert Wustrack den zuständigen Sachbearbeitern Paul Wojakowski (Kreisabfallwirtschaft) und Jens Dunemann (Umweltamt). Die äußern Zweifel aufgrund unter und neben aufgetürmten Spanplatten sichtbaren Metallteilen und Schrottfenstern. Außerdem sei die angemeldete Sperrmüllmenge von vier (kostenfreien) Kubikmetern auf geschätzte zehn angewachsen. „Sofern der vorgefundene Abfallhaufen nicht vorschriftsmäßig für die Abholung durch die KAW sortiert wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Müll liegenbleibt“, sagt Dunemann. Für die Entsorgung des auf dem Grundstück verbleibenden Abfalls sei dann der Eigentümer der Liegenschaft verantwortlich. Im Bedarfsfall wäre der Erlass einer Beseitigungsverfügung, möglicherweise auch die Einleitung eines Bußgeldverfahrens möglich. Die vorschriftsmäßige Bereitstellung sei notwendig, um 80 bis 85 Kubikmeter Sperrmüll an 300 Abfuhrtagen zügig zu gewährleisten. Sperrmüll müsse getrennt nach Elektro-groß- und Kleingeräten, Metallen, Holzmöbeln und sonstigem Sperrmüll bereitgestellt werden erklärt Wojakowski. Dies sei beim Ortstermin nicht vorgefunden worden. Entsprechende Abfalltrennung vorausgesetzt, wird ein Abfuhrtermin auf den 26. September festgesetzt. „Ich fasse hier nichts mehr an“, sagt Wustrack. „Der Berg bleibt liegen. Der Bürger zahlt die Müllgebühren, aber die Leistungen werden nicht erbracht.“

Nach Auskunft des Insolvenzverwalters ist eine Einigung erzielt worden, was Kreis-Pressesprecherin Sandra Lummitsch so nicht bestätigen kann. „Es hat nach dem Ortstermin lediglich ein weiteres Gespräch mit der KAW und dem Insolvenzverwalter gegeben, in dem insbesondere darauf hingewiesen wurde, wie der Abfall sortiert werden muss, um auch abgeholt werden zu können.“

„Ich fasse hier nichts mehr an!“, Wustrack (re.) mit den Sachbearbeitern des Landkreises, Dunemann (li.) und Wojakowski (Mi.), beim Ortstermin.

Foto: ist



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