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Hamelner Feuerwehr hilft Notarzt-Team in Salzhemmendorf / Patient in kritischem Zustand

Spektakulärer Einsatz – ein Knick rettet Leben

Salzhemmendorf (ube). Es passiert morgens. Ein Mann wird plötzlich krank, sein Zustand ist kritisch. Angehörige wählen den Notruf 112, fordern um 7.38 Uhr medizinische Hilfe an. Die Regionalleitstelle „Weserbergland“ in Hameln schickt den Notarzt aus Gronau (Kreis Hildesheim) und den Rettungswagen der DRK-Wache Hemmendorf zur Brunnenstraße nach Salzhemmendorf. Es scheint einer von vielen Tausend Rettungseinsätzen zu sein, die Jahr für Jahr im Landkreis Hameln-Pyrmont abgewickelt werden, doch es kommt anders als gedacht. Zwar gelingt es dem Notarzt-Team bereits nach kurzer Behandlung, den Kreislauf des Patienten für einen Transport ins Krankenhaus zu stabilisieren, doch die Retter können den Mann nicht aus der Wohnung tragen. Das Treppenhaus ist viel zu eng. Mit einer Krankentrage kommen die drei Männer nicht weiter. Auch der Versuch, den Salzhemmendorfer mit einem Rettungstuch nach draußen zu bringen, scheitert. Um 8.05 Uhr fordern die Sanis Verstärkung an. Zusätzliche Muskelkraft zum Tragen wird benötigt. Zwei Rotkreuzler aus Hemmendorf rücken kurz darauf mit einem Krankenwagen an. Dass in diesem Fall auch fünf Personen nichts ausrichten werden können, wird den Helfern offenbar sehr schnell klar. Nur fünf Minuten später bitten sie die Leitstelle um schweres Gerät.

veröffentlicht am 30.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 21:41 Uhr

Einsatz auf der Brunnenstraße in Salzhemmendorf: Mithilfe der Gelenkdrehleiter aus Hameln ist die Höhenrettung geglückt.
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Die Drehleiter aus Gronau kann jedoch nicht kommen. Sie ist gerade defekt. Also alarmiert der Disponent die erst im Frühjahr in Dienst gestellte Spezialdrehleiter mit Teleskop-Knickarm aus Hameln. Das 579 000 Euro teure Wunderwerk der Technik steht in der Halle der rund um die Uhr besetzten Feuerwache an der Ruthenstraße. Bereits 55 Sekunden nach Alarmierung fahren die Oberbrandmeister Steffan Correll und Bernhard Mandla mit dem 15 Tonnen schweren Fahrzeug vom Hof. Mit Blaulicht und Sirene schaffen die Feuerwehrleute die 23 Kilometer lange Strecke in 22 Minuten.

Das Fahrzeug wird mitten auf der Straße in Stellung gebracht. Mit „Florian Ostertor 10-30“ – so der Rufname der computerunterstützten Drehleiter – ist es erstmals im Landkreis möglich, mit einem Gelenkarm, der 75 Grad abgeknickt und 1,20 Meter weit ausgefahren werden kann, zu Gauben, Balkonen und Dachterrassen vorzudringen. In der engen Brunnenstraße erweist sich das von unschätzbarem Wert, denn: Mandla und Correll stellen fest, dass sie eine herkömmliche Drehleiter an dieser Stelle gar nicht so ausfahren könnten, wie es notwendig wäre. Grund: Das Fahrzeug kann nicht weit genug entfernt von dem Haus, in dem der Patient liegt, aufgestellt werden. Der Winkel passt einfach nicht. Dank des Knicks können die Retter scheinbar Unmögliches möglich machen. Die Metalltrage, auf der der Patient festgeschnallt wurde, wird rasch an der Krankentragenhalterung, die sich am Korb des hydraulischen Rettungsgerätes befindet, befestigt. Dann wird der Schwerkranke durch ein Fenster des Wohnhauses sicher zu Boden gebracht und der Besatzung des Notarztwagens übergeben.



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