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Heimische Sozialdemokraten zeigen sich in der Burg kämpferisch / Stephan Weil als Gastredner

SPD startet mit „Roter Nacht“ in heiße Phase

Coppenbrügge (hen). Die Farbe Rot ist der rote Faden an diesem Abend: Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller präsentiert sich im Etuikleid mit weißen Pünktchen und passendem Blazer, Bürgermeisterkandidatin Ute Fehn hat die Tunika in topaktuellem Lagenlook gewählt, sogar bei Landratskandidat und Amtsinhaber Rüdiger Butte lässt sich im legeren Karo-Hemd ein roter Streifen ausmachen. Rote Poloshirts mit Aufdruck auf dem Rücken – „Frauen in der SPD“ oder „Junges Team in der SPD“ – symbolisieren: Gemeinsam geht es kämpferisch in die heiße Phase des Wahlkampfs. Motto des Samstagabends mit 200 Gästen in der illuminierten Burg: „Rote Nacht“.

veröffentlicht am 22.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:41 Uhr

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Zum Auftakt schwört Parteichefin Gabriele Lösekrug- Möller die Kandidaten für Sitze in Orts-, Gemeinde-, Stadträten und im Kreistag ein und gibt sich dabei siegesssicher: „Wir haben eine hohe Erwartung, was den 11. September betrifft.“ Dass die nächsten drei Wochen „harte Wochen werden, in denen wir alles geben müssen, weil wir klare Ziele haben“, ruft Butte dem Publikum zu. Im Kreistag gelte es, die „Jamaica“-Koalition abzulösen und durch eine rot-grüne Mehrheit zu ersetzen.

Sowohl Lösekrug-Möller als auch Butte lassen kein gutes Haar an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident David McAllister, die bekanntlich am Vortag in Hameln beim Landesparteitag die CDU-Gefolgschaft auf die Kommunalwahl eingeschworen hatten. Butte mutmaßt: „Die Kanzlerin träumt gelegentlich von der großen Koalition. Meine Philosophie ist: Ein Wechsel ist angesagt. In Hameln werden wir den Grundstein dafür legen.“ Die Äußerung McAllisters, er finde „es zum Kotzen, dass Kommunisten in unserer Bundeshauptstadt regieren“, kommentiert Butte unter dem Beifall der Zuhörer: „In Berlin regieren die, die von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt worden sind, und ich erwarte, dass er das respektiert.“

Mit einem Körper vergleicht Stephan Weil, Oberbürgermeister von Hannover, den Staat: „Während die einen sich den Staat wie ein Skelett vorstellen und die anderen ihn dick und schlabberig sehen, wollen wir einen Staat, der schlank und durchtrainiert und muskulös ist. Wir müssen einen aktiven Staat haben“, ruft der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in der Bundesrepublik Deutschland den Gästen zu.

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Weil kritisiert das niedersächsische Schulgesetz als kommunalfeindlich, weil vor Ort nicht nach dem Elternwillen entschieden werden könne. Beifall erntet der Oberbürgermeister auch beim Thema Finanzen: „Mir hat noch keiner erklären können, warum ein Malermeister Gewerbesteuer zahlen muss, aber sein Steuerberater nicht.“ In Zusammenhang mit den Zahlungen zur Bankenrettung hinterfragt er das in diesem Zusammenhang oft zitierte Wort „systemrelevant“: „Was ist systemrelevanter als handlungsfähige Gemeinden und Städte in Niedersachsen?“

Weil konstatiert, die Distanz zwischen Regierenden und Regierten sei größer geworden. Mit Blick auf die Wahl am 11. September betont er: „Wenn wir zu Bundestags- und Landtagswahlen gehen, wählen wir Profis. Aber bei Kommunalwahlen wählen wir Bürger Bürger.“ All denen, die bereit seien, hier Verantwortung zu übernehmen, gebühre Respekt und Anerkennung. Wie die anderen Redner fordert auch Weil zu einer „anständigen Wahlbeteiligung“ auf.

Auf ihre Schwerpunkte bei den Themen Wirtschaft, Senioren- und Jugendpolitik sowie hier bereits erreichte Erfolge verweist Ute Fehn: „Wir kriegen ein Jugendhaus, obwohl ich noch gar nicht Bürgermeisterin bin.“

Auch sie gibt sich kämpferisch. 38 Jahre CDU seien genug: „Die müssen wir ablösen.“ Das sei allerdings nicht alleine zu schaffen, schwor die Bürgermeisterkandidatin auf den Teamgedanken ein. Auch dass das Kulturangebot „hier in Coppenbrügge so klein ist, werden wir ändern müssen. Tolle Sachen gibt es genug“, sagt Fehn, die schließlich unter den Beteiligten auf der Bühne „Burgbräu“ in der Bügelflasche verteilt – und damit den Startschuss für den geselligen Teil der „Roten Nacht“ gibt. Die Band „Grooviticus“ sorgt für den entsprechenden Sound. „Die letzten Gäste gingen nach Mitternacht“, bilanzierte gestern Wahlkampfmanager Fritz Bretzing.

Im rot illuminierten Innenhof der Coppenbrügger Burg startet die Hameln-Pyrmonter SPD in die heiße Phase des Wahlkampfs. Nach den Reden von Ute Fehn, Rüdiger Butte, Stephan Weil und Gabriele Lösekrug-Möller (kleines Foto, v.li.) heizt die Band „Grooviticus“ den rund 200 Gästen ein.

Fotos: nls (2)/ hen (1)



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