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Bürger beklagen schlechten Zustand nach Forstarbeiten

Sorge um den Bergmannsweg

DÖRPE. Einige Bürger aus Dörpe und den umliegenden Ortschaften sind verärgert und in großer Sorge: Sie befürchten eine Zerstörung des Bergmannsweges. „Mit Erschrecken haben wir festgestellt, dass sich dem Spaziergänger auf dem Bergmannspfad nach Forstarbeiten im April im Bereich der Pulvermühle und der Weißen Brücke derzeit ein Bild der Zerstörung bietet“, betont der Dörper Hendrik Hübner.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 16:49 Uhr
aktualisiert am 12.06.2019 um 20:00 Uhr

Hendrik Hübner, Kai Barnstorf und Annette Friedrichs, einige Mitglieder der Initiative zum Erhalt des Bergmannsweges, auf dem Bergmannsweg, der derzeit Spuren der Durchforstung aufweist – auch Bäume fehlen. Foto: sto
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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Mit schweren Fahrzeugen seien Wege entlang des Bergmannspfades, die sogenannten „Rückewege“, kaputt gefahren und breite Schneisen unmittelbar angrenzend an den Bergmannspfad geschlagen worden. Am ärgerlichsten aber sei, dass viele der alten und dicken Bäume gefällt worden seien. Der einzigartige Charakter sei in dem genannten Abschnitt somit zerstört worden, argumentieren Hübner und seine Mitstreiter in einem offenen Brief an Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka.

Dort heißt es unter anderem wörtlich: „Um so entsetzter waren wir, als wir auf Nachfrage erfahren haben, dass es sich bei diesem Abschnitt des Waldes nicht etwa um Landesforst, sondern um unseren Gemeindewald handelt. Die Abholzaktion erfolgte im Auftrag Ihrer Gemeindeverwaltung und hat offenbar in diesem Fall forstwirtschaftliche Interessen einseitig über den Erhalt des einzigartigen Charakters des Bergmannsweges gestellt. Auch das Argument, es gebe Überlegungen, hier zukünftig eventuell einen Ruheforst zu installieren, rechtfertigt nicht das Schaffen vollendeter Tatsachen, denn die großen prägenden Bäume im Umfeld des Bergmannspfades sind nunmehr in diesem Bereich unwiederbringlich verschwunden. Wir möchten Sie daher hiermit eindringlich bitten, sich zukünftig mehr für den Erhalt unseres schönen Bergmannsweges einzusetzen.“

Die Absender des offenen Briefes, die sich mittlerweile zu der „Initiative zum Erhalt des Bergmannsweges“ zusammengeschlossen haben, appellieren an die Gemeinde, künftig auf Durchforstung an dem Pfad zu verzichten oder zumindest sensibler mit der Maßnahme umzugehen. Das Landschaftsbild und der Erholungswert sollten in dem Bereich unbedingt Vorrang haben vor der Holzwirtschaft. Sehr bedauerlich sei außerdem, dass auch junge Buchen entlang des Bergmannsweges den Forstarbeiten zum Opfer gefallen seien. 2008 waren 50 junge Buchen von den Gebrüdern Vespermann zum Tag des Baumes neu gesetzt und Nistkästen an den Bäumen aufgehängt worden. Einige davon seien nun nicht mehr vorhanden. „Wir sind entsetzt“, betont Annette Friedrichs, Mitglied der Initiative. Es habe den Anschein, als sei der Gemeinde nicht an einer weiteren Erhaltung des Bergmannsweges gelegen.

Hans-Ulrich Peschka weist die Vorwürfe vehement zurück. „Am Erhalt des Bergmannsweges ist uns allen gelegen“, betont der Gemeindebürgermeister. Der Pfad sei ein Herzstück des Waldes, an dem sich auch nachfolgende Generationen erfreuen sollen. Den Erholungswert, das Landschaftsbild und die Nutzung auf einen Nenner zu bringen, habe große Priorität.

Der Gemeinde zu unterstellen, sie betrachte den Wald nur aus forstwirtschaftlichen Gründen und zerstöre dadurch den Charakter des Bergmannsweges, sei anmaßend und schlichtweg falsch. „Im Abstand von etwa zehn Jahren sind Durchforstungen aus vielerlei Gründen nötig, beispielsweise, um Bäumen mehr Licht zu geben“, betont Jürgen Krückeberg von der Gemeindeverwaltung. Die im Februar begonnenen und bis Mitte März anhaltenden Forstarbeiten seien zwar abgeschlossen, der „Aufräumprozess“ aber noch nicht. So soll beispielsweise das verbleibende Totholz zusammengetragen werden, um Lebensraum für Tiere zu schaffen.

Die alle zehn Jahre stattfindenden Forstarbeiten seien keine Willkür, sondern eine wichtige Maßnahme zur nachhaltigen Nutzung. „Alle Funktionen, die der Wald erbringt, werden bei jeder Maßnahme, die im Wald durchgeführt wird, berücksichtigt“, fasst Forstwirt Carsten Stannehl zusammen. Soll heißen, Ökologie und Ökonomie müssen auf einen Nenner gebracht werden: der Schutz des Bestandes, die Erholungsfunktion und die holzwirtschaftliche Nutzung. Die Durchforstung diene außerdem dazu, instabile Bäume zu entnehmen, um vitalen Bäumen Wuchsraum zu geben und die natürliche Verjüngung zu fördern – unter Berücksichtigung des Aufbaus mehrschichtiger und artenreicher Bestände. Das Altholz werde genutzt und das Totholz im Wald belassen. Den Vorwurf der Initiative weise auch er vehement zurück. „Der Erhalt des Bergmannsweges ist uns eine Herzensangelegenheit“, betont der Forstwirt. Die Initiative möchte sich beim Thema Bergmannsweg nicht auf Aussagen verlassen, sondern dem Anliegen ein breiteres Forum geben. „Wir schlagen vor, mit dem Niedersächsischen Landesforst einen Kooperationsvertrag zum Erhalt des Bergmannspfades abzuschließen und einen etwa 30 bis 50 Meter breiten Schutzstreifen rechts und links des Weges zu errichten, in welchem die Bäume grundsätzlich geschützt werden, um den ursprünglichen Charakter des Weges zu sichern und zu erhalten“, betont Hübner. Entsprechende Anträge sollen demnächst in den Ortsrat eingebracht werden.
Kontakt: Wer die Initiative durch Unterschriften unterstützen möchte, schreibt Hendrik Hübner eine E-Mail unter der folgenden Adresse: hendrik.huebner@gmx.de.



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