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Zunächst nur Fördermittel für Coppenbrügge / LNVG versichert: Haltepunkt bleibt bestehen

Sorge um den Bahnhof Voldagsen

Coppenbrügge/Salzhemmendorf (hen). Fritz Bretzing ist besorgt: „Sind die Tage des Bahnhofs Voldagsen gezählt? Der Bus hält schon oben an der Bundesstraße“, fragt der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Marienau, dessen Befürchtungen auch dadurch Nahrung erhalten, dass die Sanierung der Bahnhöfe Coppenbrügge und Osterwald gefördert wird. Nach der Ankündigung, dass es Bundesmittel für den Haltepunkt Coppenbrügge gibt, habe er beim Bundesverkehrsministerium entsprechende Anfragen gestellt – aber keine Antwort erhalten.

veröffentlicht am 13.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 04:41 Uhr

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Ursprünglich sollten es über 530 000 Euro sein, die im Kernort für einen behindertengerechten Einstieg, also den Umbau der Bahnsteige, des Wetterschutzhäuschens und des Wegesystems (Beschilderung) verbaut werden sollen. Nun ist von 350 000 Euro Kosten die Rede – die Hoffnung Bretzings, die verbleibende Summe könnte für Voldagsen verwendet werden, macht Sabine Brunkhorst, Pressesprecherin der Bahn für Norddeutschland allerdings zunichte.

Sie begründet auf Anfrage der Dewezet die Differenz zur ursprünglichen Summe damit, dass die Kosten nur geschätzt wurden – „im Rahmen der Vergabe ist es dann günstiger geworden“, und dieses Geld könne nun nicht einfach für andere Maßnahmen verwendet werden. „Andere Projekte könnten ja auch teurer werden“, erklärt Brunkhorst. Verwirrend für manch Außenstehenden ist, dass es unterschiedliche Förderprogramme gibt. Coppenbrügge wird im Rahmen des Infra-Strukturbeschleunigungsprogramms des Bundes saniert – Beginn soll übrigens im September sein.

Gelder aus dem Programm „Niedersachsen ist am Zug“ gehen nach Osterwald: Die Sanierung beginnt nach Angaben der Bahn-Sprecherin voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober. Auch hier werden Bahnsteig, Beleuchtung und Beschilderung erneuert und es wird ein Wetterschutzhaus aufgestellt – Kosten: rund 400 000 Euro. Bekanntlich will die Gemeinde Salzhemmendorf in diesem Zuge auch den P+R-Platz erweitern.

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„Ob in Voldagsen irgendwann mal nicht mehr gehalten wird, entscheiden andere“, erklärt Brunkhorst. Zuständig ist die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Pressesprecher Rainer Peters sagt auf Anfrage, die Befürchtungen, Voldagsen könnte abgehängt werden, „sind unbegründet“. Er versichert: „Der Haltepunkt wird weiter bedient. Das ist im Verkehrsvertrag mit der Nordwestbahn so vorgesehen, und der gilt zehn Jahre“, sagt Peters. Fahrplanwechsel war erst 2011. Die LNVG habe die Absicht, landesweit alle Haltepunkte nach und nach zu sanieren – noch sei das bei 40 Prozent aller niedersächsischen Bahnhöfe nicht geschehen. Ob es allerdings auch eine dritte Auflage des Programms „Niedersachsen ist am Zug“ gibt, hänge davon ab, wie viel Geld das Land vom Bund bekomme (Regionalisierungsmittel). Das werde man erst 2014 wissen, so Peters. Wenn es die dritte Auflage gebe, könnte es sein, dass Voldagsen dabei ist, „muss es aber nicht“. Im Vergleich: Coppenbrügge hat nach seinen Angaben 350 Ein- und Aussteiger täglich, in Voldagsen sind es dagegen 125.

Ziel der Modernisierungsarbeiten ist vor allem die Barrierefreiheit. Nicht ganz einfach sind Maßnahmen, in denen auch das Gebäude einbezogen werden soll, wenn es sich im Privatbesitz befindet – wie im Falle Voldagsens. Bereits 2006 wurden das Gebäude und ein Teil der Außenanlagen in Voldagsen an Patron Elke S.a.r.L. verkauft. Die zuständige Eigentümervertretung teilt dazu nur mit, keine Angaben machen zu wollen. Was die Luxemburger Investmentgesellschaft mit dem Kauf des Gebäudes in Voldagsen bezweckt, darüber kann freilich nur spekuliert werden. Die Gemeinde Coppenbrügge hat insofern Kontakt, als dass jeweils Gebührenbescheide für anfallende Kosten verschickt werden – und die werden laut Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka stets „anstandslos bezahlt“. Vom Zustand des Gebäudes und der Außenanlage in Voldagsen sind allerdings viele Pendler wenig begeistert.

Das Bahnhofsgebäude und Teile der Außenanlagen wurden vor Jahren verkauft – an eine Investmentgesellschaft. Das Gelände wirkt zum Teil ungepflegt.

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