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Raserei nur gefühltes Phänomen? Gemeinde setzt in allen Ortsteilen auf Tempokontrollen

Smiley auf Wanderschaft

Coppenbrügge. Besser Poller, lieber Schwellen oder doch Ausschilderung als „Spielstraße“ zur Verkehrsberuhigung? Seit 2011 wird im Ortsrat Coppenbrügge und in der Amselwegnachbarschaft vermeintliche oder tatsächliche gefährliche Raserei lösungsorientiert, aber ohne Ergebnis diskutiert – in wechselnden Fraktionen von „Zwei gegen den Rest des Amselweges“ bis „Jüngere Amselweghälfte gegen erste Amselwegfamiliengeneration“. Gegen Poller, die den Amselweg zur Sackgasse machten, hatte die Abfallwirtschaft Bedenken angemeldet; falls die Bewohner nicht bei deren Festfrieren im Winter die Abfalltonne selbst bis zur Straßenecke bringen wollten: Müllfahrzeuge dürften zur Unfallverhütung nicht rückwärts fahren. Die Gemeindefeuerwehr hatte die Verzögerung einer schnellen Zufahrt im Brandfall zu bedenken gegeben. Der Winterdienst schließlich hatte darauf hingewiesen, dass einzelne Anlieger aufgrund aufgetürmter Schneemassen vor den Pollern ihre Ein- und Ausfahrten gegebenenfalls wohl nicht würden nutzen können. Eine Entscheidung war seit 2011 zurückgestellt worden. Jetzt ergaben Geschwindigkeitsmessungen mit dem neuen DSD-Gerät der Kommune („Smiley“, DSD heißt: Digital Safety Display), dass von allgemein undisziplinierter Raserei auf der schmalen Straße mit Schlängelei bei Gegenverkehr zwischen engen Parkbuchten und fünf nahezu rechtwinkligen Kurven auf 250 Meter Straßenlänge nicht wirklich die Rede sein könne. Von Dezember 2012 bis März 2013 waren in zwei Blöcken über insgesamt fünf Wochen Geschwindigkeitsmessungen in beiden Richtungen vorgenommen worden. „Als Ergebnis ist festzustellen“, so Jens-Uwe Schaper (Ordnungsamt), „dass bei der ersten Messung lediglich 6,8 Prozent, bei der zweiten 8,6 Prozent der Fahrzeuge die Geschwindigkeit (Tempo 30) bis zu 20 km/h überschritten.“ Zu der zweiten Messung sei noch anzumerken, dass die Verwaltung den Hinweis einer Anliegerin bekommen habe, dass zwei Anlieger vor dem DSD-Gerät ihr Fahrtempo anscheinend absichtlich erhöht hatten, um höhere Geschwindigkeiten aufzuzeichnen.

veröffentlicht am 07.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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„Nach Auswertung aller Ergebnisse sieht die Verwaltung keine Notwendigkeit, im Amselweg weitere Maßnahmen durchzuführen“, so Schaper. Eine Einschätzung, der sich der Ortsrat Coppenbrügge einstimmig anschließt.

Im Amselweg wird damit endgültig kein verkehrsberuhigter Bereich eingerichtet werden. Der schriftlich eingereichte Vorschlag eines abwesenden Anwohners, im Fall der (wie gerade beschlossen) Nichteinrichtung eines verkehrsberuhigten Amselweges den Spielplatz zu schließen, wird von den Ortsratsmitgliedern einstimmig abgelehnt.

Die Gemeinde setzt das Tempo-Smiley in allen Ortsteilen ein, weil sich überall Anwohner beschweren – so wie hier in Marienau.ist

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