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Gute Qualität der Harderoder Quellen

Schwefelwasser nach Wunsch

Harderode (ist). „Die Harderoder wollen ihr Wasser behalten!“ So lautete das Fazit des Vorsitzenden des Betriebsausschusses, Hartmut Greve. Und das sei auch gut so, denn schon Generationen hätten bei bester Gesundheit den ganz besonderen, dezenten Schwefelhauch im Gaumen genossen, den man sich anderswo in Flaschen abgefüllt teuer bezahlen ließe. „Wasserversorgung Harderode-Sachstandsbericht“ war ein Thema der Sitzung des Betriebsausschusses „Eigenbetrieb Flecken Coppenbrügge“. Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka und Bauamts- und Betriebsleiter des Eigenbetriebes, Jürgen Krückeberg, stimmten dieser Forderung Greves zu. Das Harderoder Wasser sei der Verwaltung weiterhin lieb. Gleichwohl es im vergangenen Jahr auch außerordentlich teuer für den Fleckenhaushalt wurde.

veröffentlicht am 15.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:41 Uhr

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Der Hintergrund: Die Trinkwasserversorgung für Harderode wird seit Jahrzehnten durch zwei örtliche Quellen ohne Anschluss an ein Verbundsystem sichergestellt. Eine sogenannte „Insellösung“. Ganzjährig stammt das Wasser aus der „Quelle am Hochbehälter“ (80 Kubikmeter). Während der niederschlagsarmen Jahreszeit von August bis November wird zusätzlich Wasser aus der „Schwefelquelle“ (sieben bis acht Kubikmeter) gewonnen. Ein Kubikmeter entspricht 1000 Liter. Im vergangenen Jahr musste die Zumischung der Schwefelquelle durch eine aufwendige und entsprechend kostenintensive Frischwasserlieferung mit desinfiziertem Lebensmitteltransporter und Tanklastzug ersetzt werden. Das Gesundheitsamt des Landkreises Hameln-Pyrmont hatte gesundheitliche Bedenken an der Wasserqualität der Schwefelquelle angemeldet: Die Quelle entspreche nicht den Anforderungen der Trinkwasserversorgung.

Auf Antrag der Verwaltung wurde eine von Dezember 2011 bis Ende April 2012 befristete Genehmigung zur 20-prozentigen Zumischung der Schwefelquelle erteilt. Zusätzliche Auflage: Das Harderoder Trinkwasser solle einmal wöchentlich an unterschiedlichen Stellen (private Entnahme, Quelle Hochbehälter, Schwefelquelle) kontrolliert werden, um Qualitätsmängel ausschließen zu können. Seit dem 23. Dezember ist die Schwefelquelle nachts zwecks einer optimalen Durchmischung im Hochbehälter daher nun wieder zugeschaltet. Sie trägt zum täglichen Gesamtverbrauch von bis zu 40 Kubikmetern, 40 000 Litern, mit 7000 bis 8000 Litern bei. Die Wasseranalysen werden langfristig dokumentiert. Im untersuchten Zeitraum hätten sie keine Beanstandungen ergeben oder Grenzwerte (insbesondere beim Geruch) überschritten, teilten Peschka und Krückeberg mit. Sowohl Verwaltung als auch der beauftragte Gutachter für Wasseranalytik gehen deshalb davon aus, dass die befristete Genehmigung für die 20-prozentige Zumischung von Wasser aus der Schwefelquelle verlängert werden kann. Man sei gemeinsam mit Landkreis, Bürgern und Verwaltung auf einem guten Weg. Gleichzeitig, sagt Krückeberg, würden rein prophylaktisch mit Unterstützung eines Gutachters im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zur dauerhaften Wasserversorgung in Harderode auch Alternativen ausgelotet. Diese könnten zum Tragen kommen, wenn die Wasserversorgung aus der „Quelle Hochbehälter“ ausfallen würde. Der Wasserverband Ithbörde/Weserbergland, der auch den Nachbarort Bremke versorgt, signalisiere Bereitschaft, den Ort in diesem Fall zu beliefern. Derzeit werde die Mischbarkeit untersucht und, ebenso wie für den möglichen Anschluss an Bisperode, eine Kostenschätzung durchgeführt. Auch für das Extremszenario einer kurzfristig notwendigen Notwasserversorgung wurde mit dem Technischen Hilfswerk (THW) Kontakt aufgenommen.

Die Trinkwasserversorgung in Harderode ist durch zwei Quellen ohne Anschluss an ein Verbundsystem sichergestellt.

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Karte: pr

Die Schwefelquelle liefert täglich 7000 bis 8000 Liter Wasser für Harderode.

Foto: Wal



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