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Debatte mit Eltern in Oldendorf bleibt sachlich / Doch die Vorgehensweise der Politik wird kritisiert

„Schulschließung schmerzlich, aber sinnvoll“

Oldendorf (sto). Dass die Schülerzahlen sinken und die Schulen deshalb in die Einzügigkeit rutschen, wird von Eltern und Lehrern der Grundschule im Saaletal nicht in Abrede gestellt. Dass deshalb aber drei Grundschulen im Flecken Salzhemmendorf nach Plänen der Politik in einem Stufenplan von 2013 bis 2018 geschlossen werden und im Kernort zu einer großen Grundschule zusammengefasst werden sollen, halten sie nicht für sinnvoll. „In eine große Gemeinde wie Salzhemmendorf gehören mindestens zwei Grundschulen“, appellierte Oliver Schönberg, ein Vater, in der Sitzung des Ortsrats Oldendorf.

veröffentlicht am 10.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:41 Uhr

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Bei nur einer Schule im Flecken hätten die Eltern keine Möglichkeit, selbst zu entscheiden, in welcher sie ihr Kind anmelden möchten. Diese Einschränkung könnte zur Folge haben, dass sich Eltern für eine Schule in einer anderen Gemeinde oder sogar in einem anderen Landkreis entschieden. Selbst im kleineren Coppenbrügge gebe es zwei Schulstandorte. Wie alle in der Sitzung anwesenden Eltern befürchtet Schönberg, dass Oldendorf ohne Schule nicht mehr „interessant“ sein könnte. Er glaube nicht, dass die Schule bei eventuell wieder steigender Schülerzahl nach dem Jahr 2018 wieder in Betrieb genommen werde. „Wenn die Schule erstmal weg ist, ist sie weg“, meint Schönberg.

Etwa 15 Vertreter aus der Elternschaft und des Lehrerkollegiums waren zur Ortsratssitzung, in der die Schließung der Schulstandorte auf der Tagesordnung stand, gekommen. Wider Erwarten ging es dabei nicht hoch her: Das Thema löste eine Diskussion aus, die jedoch im Großen und Ganzen sachlich blieb. „Wie es mit den Schülerzahlen nach 2018 bestellt ist, können wir alle nicht beurteilen“, sagte Eckhard Füllberg, der sich überrascht zeigte, dass nur so wenige Eltern anwesend waren. Fakt sei, dass es keine Alternative gebe zu dem Schulkonzept, das parteiübergreifend erarbeitet worden sei und nun vernünftig umgesetzt werden müsse. Das Thema Schulschließung sei schon seit vielen Jahren im Gespräch. Wegen der sinkenden Schülerzahlen bestehe aber nun ein dringender Handlungsbedarf, argumentierte der Ortsbürgermeister. „Durch das Grundschulentwicklungskonzept wird unserer Schule nichts weggenommen. Der Trend in die Einzügigkeit resultiert einzig und allein aus der demografischen Entwicklung in unseren schulbezogenen Einzugsgebieten“, sagt Schulleiter Hans-Werner Ahrens. Politische, ökonomische und pädagogische Gründe würden dafür sprechen, bei sinkenden Schülerzahlen eine gut ausgelastete, dreizügige Grundschule einzurichten. Dieser Schritt sei für die betroffenen Schulen zwar schmerzlich, aber objektiv betrachtet durchaus sinnvoll. Für sinnvoll halte er auch, dass für die Übergangszeit zwei Grundschulen (Salzhemmendorf und Oldendorf) angestrebt werden. Er appellierte jedoch, auf ein taktisches Verteilen zu achten und die verbleibenden Schulen so lange wie möglich zu optimieren.

Über die Schulschließungen soll in der ersten Ratssitzung 2011 beschlossen werden, sagte Dietmar Müller, Mitglied des Schulausschusses. Offiziell eingebracht wird das Konzept im Rat am Donnerstag, 18. November. Einen Tag zuvor tagt der Ortsrat Lauenstein zum Thema.

Die Grundschule Oldendorf ist von der Schließung bedroht. In der Übergangszeit soll sie aber erhalten bleiben.

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