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Bereits vor drei Monaten verschwanden sieben Tiere direkt von der Weide

Schon wieder ein Lamm gestohlen

Coppenbrügge. „Dies ist der Tatort: Elektrolitze abgefummelt, Zaun runtergetreten, Lamm gegriffen, in den Kofferraum verfrachtet und abgehauen.“ So rekonstruiert Dr. Bernd Medenwaldt die Ereignisse, die sich in der Nacht zum letzten Montag an der Weide zwischen Sportplatz, ehemaliger katholischer Kirche und Tennisplatz in Coppenbrügge abgespielt haben müssen.

veröffentlicht am 24.10.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Der Diebstahl eines von insgesamt vier Lämmern auf der Weide sei ihm am darauf folgenden Morgen bei der routinemäßigen Versorgungstour seiner Herde sofort aufgefallen. Über 50 Schafe hält der Mediziner und Hobbyschäfer auf mehreren Weiden verteilt zwischen Ortskern und Krankenhaus Lindenbrunn. „Wenn da eins von vier separierten Bocklämmern zwischen den Shetty-stuten fehlt, fällt das natürlich sofort auf“, sagt er. „Ich habe aber weder ein totes gefunden noch Eingeweide – sonst hätte ich ja gesagt, die haben es hier noch geschächtet.“

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr sind dem Coppenbrügger Lämmer gestohlen worden. Sieben waren es bereits vor drei Monaten auf einer anderen Weide, wo – der Maschendraht an hinterster Ecke „immerhin sorgfältig“ aufgeflochten – die Tiere durch die Lücke getrieben und gepackt worden waren.

Ende 2009 hat Medenwaldt die Coppenbrügger Herde übernommen, die er damals schon ein Vierteljahrhundert lang mitbetreut hatte. Der Schafzuchtbetrieb ist für den Tierfreund – „da hinten liegt Zuchtbock Willi mit seinen drei Damen“ – heute ein Nebenerwerb aus Leidenschaft. „Dreimal hupen, dann kommen sie“, verspricht er, und die gesamte Muttertierherde tritt aus weit über hundert Metern Entfernung galoppierend den Beweis an. Er lächelt.

„Das tut schon weh und ärgert mich, wenn mir die Tiere auf diese Weise abhanden kommen“, sagt er – und meint nicht etwa die rund 100 Euro bei derzeitigen Fleischpreisen, die mit jedem gestohlenen Lamm verloren gehen. Reich werden oder leben von einem Zuchtbetrieb dieser Größenordnung mit Lammverkauf an Privatpersonen, überwiegend Muslime, könne man nicht. „Die Schäferei ist reine Herzensangelegenheit!“ Den aktuellen wie auch den Diebstahl im Sommer hat er bei der Polizei angezeigt. Die Ermittlungen waren damals ebenso erfolglos wie es sich auch im aktuellen Fall bislang abzeichnet.

„Derartige Viehdiebstähle sind in der Region Einzelfälle“, sagt Polizeihauptkommissar Jörn Schedlitzki, bei der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, „und schwierig aufzuklären“. Die Spurenlage der in der Regel nächtlichen Übergriffe erschöpfe sich meist in Reifen- oder Fußspuren; das Zeugenaufkommen sei gering, und Polizeistreifeneinsatz außerhalb bebauter Siedlungen aus Personalgründen nur beschränkt möglich. „Wir bieten Beratung an zur Frage: Wie sichere ich mein Vieh?“ Aber gänzlich verhindern könne man derartige Vorfälle nicht, wolle man die Herde nicht jeden Abend aufstallen. Alternativ rät die Polizei zu sporadisch „privatem Streifendienst“, wie mitunter bei Pferdehaltern erfolgreich. Beobachtungen sollten dann unbedingt sofort und umgehend zur Tataufnahme der Polizei gemeldet werden, um Spuren nicht zu verwischen. Gleichlautende Auskunft gibt es von Polizeikommissar Carsten Netsch bei der Polizeistation in Coppenbrügge. „Unsere Vermutung ist, dass das Tier zum Schlachten gestohlen wurde oder bereits verzehrt ist. Ansonsten haben wir gar nichts. Wenn so ein Vorfall nicht rein zufällig von jemandem beobachtet wird, was beide Male hier nicht der Fall war, sind Ermittlungen schwer. Denn sobald in diesem Randbereich der Ortslage außerhalb der Wohnbebauung die Dunkelheit einsetzt, ist hier Totentanz.“



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