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Linie zwischen Holzminden und Springe müsste von den Landkreisen beantragt werden

Schnellbus durch Coppenbrügge?

COPPENBRÜGGE. Mit dem Schnellbus von Coppenbrügge nach Springe und von dort aus mit dem günstigen Großraumtarif nach Hannover? Wenn es nach Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka geht, soll diese Vorstellung bald Wirklichkeit werden.

veröffentlicht am 19.01.2017 um 18:22 Uhr
aktualisiert am 20.01.2017 um 13:50 Uhr

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Autor:

Maike Lina Schaper und Christian Zett
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Am Montag hat Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) das Konzept für Landesbuslinien vorgestellt. Diese Buslinien sollen schnelle und komfortable Verbindungen für die Mittelzentren im Land schaffen – überall dort, wo es an Schienenstrecken fehlt. Das Land stellt hierfür bis zu 10 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Eine mögliche Strecke für den Einsatz dieser Schnellbusse ist die Verbindung von Holzminden nach Springe – über Coppenbrügge. Für diese Linie und einen Haltepunkt in Coppenbrügge macht sich der Bürgermeister stark.

Das Land gibt vor, dass die neuen Linien keine Konkurrenz zu bestehenden Nahverkehrsangeboten sind und bestimmte Qualitätsstandards erfüllen. So müssen die Busse mindestens im Stundentakt fahren, an allen Wochentagen von 6 bis 23 Uhr im Einsatz sein und über Klimaanlage, WLAN, komfortable Sitze sowie einen barrierefreien Einstieg verfügen. Außerdem muss es sich um eine Verbindung handeln, die nur etwa die Hälfte der Zeit des Normal-Busverkehrs braucht. Und es sollen direkte Linien mit gesicherten Anschlussmöglichkeiten an den übrigen Nahverkehr sein.

Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, müssen jetzt die betroffenen Landkreise entscheiden. Diese könnten dann einen Förderantrag beim Land stellen. Das Land zahlt einen Zuschuss je Streckenkilometer, die restlichen Kosten sind „von den Antragstellern“ zu tragen.

Allerdings empfiehlt das Land in einer Studie zu der Verbindung, die Strecke nur als Übergangslösung zu betrachten. Der Grund: Die Fahrt auf der neuen Busstrecke über Springe mit Umsteigen nach Hannover würde von Holzminden aus im günstigsten Fall zweieinhalb Stunden dauern. Die bestehende Zugverbindung ist dagegen 60 Minuten schneller. Daher setzt das Land „mittel- bis langfristig“ auf den Ausbau des Schienenverkehrs. Aktuell sei jedoch aufgrund der geringen Kapazität der Strecke Holzminden–Kreiensen keine hochwertige Bahnverbindung zwischen Holzminden und Hannover möglich.

Die Schnellbuslinie Holzminden–Springe mit einem Haltepunkt am Bahnhof Coppenbrügge sei wichtig für die Mobilität im ländlichen Raum und damit für die Zukunftsfähigkeit, meint Peschka. In den vergangenen Jahren habe die Verwaltung immer versucht, eine Buslinie von Coppenbrügge zum Bahnhof Völksen mit den Hamelner Öffis zu organisieren, um in den Genuss der günstigen Nahtarife in der Region Hannover zu kommen. Bisher ohne Erfolg, bedauert Peschka. Auch der Einsatz des von Ehrenamtlichen getragenen Coppenbrügger Bürgerbusses sei geprüft worden. „Doch diese Idee erwies sich aufgrund der derzeitigen Auslastung des Busses als schwierig.“ Peschka appelliert an die Kreisverwaltungen von Hameln-Pyrmont und Holzminden, das Thema aufzugreifen und die Linie Holzminden–Springe beim Wirtschaftsministerium anzumelden.

Im Kreishaus in Hameln werde es positiv gesehen, wenn mehr Menschen die Linienbusse benutzen. Desweswegen sei das Ansinnen aus Copppenbrügge zu begrüßen, sagt der Erste Kreisrat Carsten Vetter. Man müsse jedoch erst prüfen, ob die Vorteile und Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Über Details könne noch keine Auskunft gegeben werden. Ähnlich sieht es in Holzminden aus: „Dazu haben wir noch keine konkreten Überlegungen angestellt“, sagt Marie-Luise Niegel, die persönliche Referentin der Landrätin. „Gemeinsam mit Hameln-Pyrmont müssen wir zunächst gucken, wie realistisch das Ganze ist.“

Die Region Hannover, die das Projekt zusammen mit den Landkreisen Holzminden und Hameln-Pyrmont gegenfinanzieren müsste, will sich selbst nicht um einen Antrag bemühen: „Wir haben hier ja einen guten Nahverkehr“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Interessant wäre die Linie eher für den Landkreis Holzminden – der solle schließlich besser an Hannover angebunden werden. Von dort müsse man bei Interesse auf die Region zukommen, so Abelmann.



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