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Entscheidung zu Hebammenhonoraren: Verbände enttäuscht / „Ergebnis weit unter den Forderungen“

Schiedsspruch – eine schwere Geburt

Coppenbrügge/Berlin (ist). „Es war ein bisschen wie beim Geburtsstillstand“, sagt Hebamme Angelika Samtleben aus Coppenbrügge, „alle warten auf das glückliche Ereignis, und es dauert und dauert.“ Am Ende kam für sie und ihre rund 15 700 freiberuflichen Kolleginnen in Deutschland nichts wirklich Beglückendes heraus. Nach weit mehr als den üblichen neun Schwangerschaftsmonaten und ebenso zähen wie erfolglosen Verhandlungen zwischen gesetzlichen Krankenkassen und freiberuflichen Hebammen über deren Vergütungserhöhung kam es Ende der vergangenen Woche zum Schiedsspruch in Berlin.

veröffentlicht am 04.02.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:41 Uhr

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Rückwirkend zum 1. Januar 2013 werden die Honorare um 12 Prozent erhöht. Eine Anhebung um weitere fünf Prozent ist nach Abschluss und Vereinbarungen von Kassen und Hebammen über Qualitätsstandards und Leistungsbeschreibung bis spätestens 2015 vorgesehen. Das teilte die Vorsitzende der Schiedsstelle, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, am Freitag mit. Während die SPD-Politikerin und frühere Bundesjustizministerin von einem Durchbruch und einem guten Schritt „auf dem Weg der Würdigung der unverzichtbaren und wertvollen Tätigkeit gerade der freiberuflichen Hebammen für unsere Gesellschaft“ spricht und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder von einem guten Beitrag „im Interesse der Frauen, Kinder und Familien“, zeigen sich die Hebammenverbände enttäuscht über einen „Tropfen auf den heißen Stein“. Das Ergebnis liege „weit unter den Forderungen“ von 30 Prozent und werde als nicht ausreichend abgelehnt.

Der Schiedsspruch war nach monatelangem erfolglosem Gezerre um Honorarvereinbarungen zwischen dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und den Interessenvertretungen der freiberuflichen Hebammen notwendig geworden: In der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Frauen haben Anspruch auf Hebammenhilfe bei Schwangerschaft und Mutterschaft. Die entsprechenden Hebammenleistungen werden entweder durch angestellte oder freiberufliche Hebammen erbracht. Die Vergütung der freiberuflichen Hebammen wird zwischen den verschiedenen Berufsverbänden der Hebammen und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verhandelt, was sich seit Mitte 2010 ohne Einigung hingezogen hatte. Mit der Entscheidung der Schiedsstelle sei nun ein „Kompromiss zwischen den Forderungen beider Seiten gefunden“, stellt der GKV fest. Die freiberuflichen Hebammen Angelika Samtleben und Annette Vauth im Landkreis sind enttäuscht, dass die Verhandlungen sich so zäh hinzogen und nicht das erreicht wurde, was sie sich erhofft hatten. „Für mich ändert sich nichts. Ich werde weiter als Hebamme arbeiten“, sagt Samtleben. Sie werde weiter und mit Leidenschaft Hand an runde Bäuche anlegen, Leben beim Entstehen und Weltentdecken fachkundig begleiten. Ihre Kollegin sieht das genauso, aber sie werde mit Sicherheit auch in Zukunft nicht auf ihren Nebenjob verzichten können.



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