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Gebäude in zentraler Lage verfällt seit Jahren / Wie geht es weiter?

Schandfleck an der Bundesstraße

Hemmendorf. Die Dörfer im Ostkreis von Hameln-Pyrmont leiden nicht nur unter Bevölkerungsschwund – viele Häuser stehen mittlerweile leer, einige davon verfallen schon seit Jahren zusehends. So auch das Gebäude Alte Heerstraße 12 in Hemmendorf. Das Haus liegt direkt an der Ortsdurchfahrt (Bundesstraße 1) und ist vielen Hemmendorfern ein Dorn im Auge, weil es das Bild des Ortes durch seinen heruntergekommenen Zustand in der zentralen Lage negativ prägt.

veröffentlicht am 10.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

von maike schaper
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Von leerstehenden Gebäuden, um die sich keiner kümmert, können erhebliche Gefahren ausgehen. Jeder Hausbesitzer hat für die Verkehrssicherheit seines Gebäudes zu sorgen. Passiert einem Passanten etwas durch herabfallende Steine, steht der Eigentümer in der Pflicht. Geht eine Gefahr durch den Verfall von Objekten aus, die niemand beaufsichtigt, muss die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises tätig werden. „Wenn Sicherungsmaßnahmen nötig sind und nicht direkt vom Besitzer in Auftrag gegeben werden, dann müssen wir das erst einmal übernehmen. Die Rechnung geht dann hinterher an den Eigentümer“, heißt es vom Landkreis. „Besonders an der Bundesstraße muss Sicherheit gegeben sein.“ Der Bauaufsichtsbehörde ist das Hemmendorfer Gebäude bekannt. Es mussten bereits Sicherungsmaßnahmen wegen des Ziegelbehangs und eines Zaunes ergriffen werden. Die Absperrung vor dem Eingang habe aber noch der im Pflegeheim liegende Besitzer oder dessen Betreuer in Auftrag gegeben.

Hemmendorfs Ortsbürgermeister Friedrich Lücke sähe das Gebäude lieber heute als morgen weg. Ihm liegt ein Kostenvoranschlag für den Abriss vor, der sich auf 75 000 Euro beläuft. Wenn das Gebäude allerdings jemandem gehört, bleiben der Gemeinde Salzhemmendorf die Hände gebunden. „Solange alle Sicherungsmaßnahmen befolgt werden, kann man da nichts machen“, sagt Andreas Hillmer vom Ordnungsamt Salzhemmendorf. „Nur wenn beispielsweise etwas herunterzufallen droht, ist die Bauaufsicht des Landkreises zuständig.“

Was die Hemmendorfer ohne das Gebäude, das direkt am Marktplatz steht, machen würden, wüssten sie schon: Im Zuge des Modellprojekts „Umbau statt Zuwachs“ aus dem Jahr 2011 entstand bereits ein Entwicklungskonzept für den Ort. Für das Handlungsfeld Marktplatz zeigt das Papier eine begrünte Freifläche und Parkplätze anstelle des Hauses Alte Heerstraße 12. Damit wäre die Sichtachse von der Bundesstraße auf die dahinterliegende Kirche freigegeben. „Die Planung für den Marktplatz, die noch in den Köpfen ist, würde allerdings für ihre Realisierung eine große sechsstellige Summe beanspruchen. Das kann man nicht allein mit Straßenbau begründen, sondern dafür müssten sich auf anderen Wegen Geldmittel finden lassen“, erzählt Hillmer. Ob es Erben gibt, die den Nachlass dann auch tatsächlich antreten würden, ist unklar. Der aktuelle Zustand ist sicherlich unbewohnbar und ein Neubau würde aufgrund mittlerweile geänderter Bauvorschriften nicht mehr in dieser Größe ausfallen dürfen. Zudem gibt es bis auf einen kleinen Hof keinen weiteren Platz für einen Garten oder Stellplätze. Wenn es keinen Erben geben sollte, fällt das Gebäude nach dem Tod des Eigentümers an den Staat. Dann könnte es auf Kosten der Gemeinde abgerissen werden.



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