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Umfangreiche Renovierung am Ithturm geplant

Rundum-Sanierung nach 105 Jahren

LAUENSTEIN. Stolze 105 Jahre hat der graue Koloß auf dem Lauensteiner Kopf nun schon auf dem Buckel. Doch jetzt muss der Ithturm dringend umfassend saniert werden..

veröffentlicht am 13.11.2017 um 13:29 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 14:00 Uhr

Die Fassade des Ithturmes muss gereinigt und neu verfugt werden. Foto: dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Hierzu muss die Fassade des Turmes gereinigt und neu verfugt werden. Auch der Putz im Turminneren soll erneuert werden. .Die Sanierungskosten werden sich auf rund 120 000 belaufen. Die entsprechenden Haushaltsmittel müssten über Salzhemmendorfs Haushaltsplan 2018 bereitgestellt werden. Deshalb wird sich der Ausschuss für Kultur, Tourismus und dörfliches Leben in seiner kommenden Sitzung am Donnerstag, dem 16. November, mit dem Ithturm beschäftigen. Für diese Maßnahme ist eine Förderung in Höhe von 55 Prozent aus LEADER-Mitteln und eine weitere Förderung zur Aufstockung auf bis zu 95 Prozent der Ausgaben im Rahmen der EU-Kofinanzierung für Bedarfskommunen vorgesehen. Die nächste Sitzung der „Lokalen Aktionsgruppe östliches Weserbergland“ (LAG) findet voraussichtlich im März 2018 statt. Es ist vorgesehen, den LEADER-Antrag für diese Sitzung vorzulegen.

Die Idee zum Bau des Ithturms in seiner heutigen Form hatte Professor Ernst Rudorff. Der aus Berlin stammende Initiator des Heimat- und Naturschutzes lebte und wirkte bis zu seinem Tod 1916 auf der Lauensteiner „Knabenburg“. 1897 schlug der Professor vor, den 1885 auf dem Krüllbrink von Zimmermeister Woltmann errichteten hölzernen „Wilhelmsturm“ – benannt nach dem Kaiser – abzureißen und einen steinernen Aussichtsturm zu bauen, da der hölzerne mittlerweile baufällig geworden war. Dieser erste Holzturm war im Zuge der auflebenden Wanderbewegung des 19. Jahrhunderts gebaut worden, um Touristen in die Ith-Region zu locken. Das Vorhaben war ein Erfolg: jährlich zog es Tausende von Besuchern in den Ith, der sich im Laufe der Jahre zur Sommerfrische für Hannoveraner entwickelte.

1904 beschloss der Verschönerungsverein Lauenstein zur Tourismusförderung den Bau des steinernen Turmes. 1905 pachtete der Verein vom Königlichen Forstamt Coppenbrügge das Areal des Aussichtsturmes. Um das Geld für den Bau zusammenbringen zu Können, wurden durch Sammlungen und Theateraufführungen bis zum Jahr 1911 rund 6000 Mark zusammengetragen. Gebaut wurde der Turm aus Dolomitsteinen von der in Bisperode ansässigen Firma Schucht. Die Bausteine wurden ganz in der Nähe in einem Steinbruch am Ith gebrochen. Einweihung war am 16. Mai 1912, dem Himmelfahrtstag.

Der Ithturm wurde seitdem von der Gemeinde Salzhemmendorf, die für die bauliche Sicherheit zuständig ist, instand gehalten. Pflegearbeiten an der Anlage führt der Heimat- und Verkehrsverein Lauenstein durch.

Von der Aussichtsplattform des Turms ist ein Blick über den Ithkamm und Bisperode mit dem Segelflugplatz möglich. In der Nähe des Turms befinden sich die bei Kletterern beliebten Bisperoder Klippen.

Zu erreichen ist der Turm von der L 425 aus, die die Ortschaften Lauenstein und Haus Harderode verbindet. Von einem Parkplatz auf dem Ithkamm aus verläuft ein etwa drei Kilometer langer, befestigter Waldweg, der teilweise recht steil ansteigt, direkt zum Fuß des Turmes.

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