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Sender widerspricht Remo Popp

RTL II bestreitet Mauschelei bei „Frauentausch“

SALZHEMMENDORF / GRÜNWALD. Remo Popp war vom Experiment „Frauentausch“ enttäuscht. Der 25-jährige Salzhemmendorfer, der Ende 2016 bei dem RTL-II-Format teilgenommen hatte, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass fast die gesamte Sendung nach Drehbuch ablaufe. Nach der Ausstrahlung der Episode am 5. Januar fügte er hinzu, dass viele Szenen falsch zusammengeschnitten sowie die Protagonisten und ihre Beziehungen zueinander zum Teil verfälscht dargestellt worden seien. Dies entspreche jedoch keineswegs der Wahrheit, sagt jetzt ein Sprecher des Senders.

veröffentlicht am 17.01.2017 um 18:13 Uhr

Remo Popp erhob Vorwürfe gegen das Format „Frauentausch“. Sender und Produktionsfirma dementieren seine Aussagen nun. Foto: RTL II
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Zum einen seien weder der Caster, der Remo Popp, wie dieser berichtete, nach seinem Auftritt beim „Supertalent“ im Oktober 2016 anrief und ihm einen Auftritt bei „Frauentausch“ anbot, noch das Fernsehteam vor Ort Mitarbeiter des Senders gewesen. Beides wurde durch eine vom Sender beauftragte Produktionsfirma durchgeführt. Diese sei, wie alle ausführenden Produktionsfirmen, von dem Sender RTL II verpflichtet worden, „sowohl bei der Produktion als auch bei der Betreuung der Mitwirkenden größtmögliche Sorgfalt walten zu lassen“, sagt der Fernsehsender.

Es gab weder bei der angesprochenen Folge noch bei irgendeiner von CNC gedrehten Frauentausch-Folge je ein Drehbuch.

Sprecher von CNC, Produktionsfirma Frauentausch

Zum anderen bestreitet der RTL-II-Sprecher, dass „99 Prozent der Show nach Drehbuch“ ablaufe, wie Remo Popp geschildert hatte. Es „existiert bei Produktionen von Doku Soaps wie Frauentausch kein Drehbuch“, betont der Sprecher. Auch ein Sprecher der Produktionsfirma CNC versichert: „Es gab weder bei der angesprochenen Folge noch bei irgendeiner von CNC gedrehten Frauentausch-Folge je ein Drehbuch.“ „Es wird immer nur das gedreht, was sich durch das Zusammentreffen der Tauschpartner ergibt.“ Dabei sei es allerdings Aufgabe des Produktionsteams, die Handlungen der Protagonisten in Bild und Ton zu dokumentieren, fügt der Sprecher hinzu. „Kamera und Schnitt bedürfen handwerklicher Prozesse.“ Mit einem Drehbuch habe dies allerdings nichts zu tun. Es sei „klassisches journalistisches Handwerkszeug, bei Aussagen von Protagonisten nachzuhaken oder Widersprüchlichkeiten zu thematisieren.“

Information

Vorwürfe gegen Doku-Soaps

Die Vorwürfe gegenüber „Frauentausch“ sind nicht neu. Auch in der Vergangenheit hatte es bereits Aussagen von Mitwirkenden gegeben, die sich durch die Sendung bloßgestellt fühlten. Im Jahr 2012 etwa klagte eine Frau vor dem Berliner Landgericht, die als Protagonistin bei „Frauentausch“ mitgewirkt hatte. Nach der Ausstrahlung sah sie ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. So sei sie in der Sendung verwirrt und überfordert dargestellt und generell ins Lächerliche gezogen worden. Das Landgericht untersagte die erneute Ausstrahlung der Episode. Einwohner aus Zerbst in Sachsen-Anhalt protestierten vor einigen Jahren dagegen, wie klischeehaft ihr Ort in der RTL-II-Sendung dargestellt wurde.

 

Auch bei weiteren „Doku Soap“-Formaten hagelt es Kritik. So stellte sich vor einer Weile heraus, dass ein Teilnehmer der RTL-Show „Bauer sucht Frau“ gar kein Landwirt war. Ein anderer Teilnehmer bewarb sich, obwohl er in einer Beziehung lebte und nicht alleinstehend war, wie es in der Sendung heißt. In der Sat.1-Show „Schwer verliebt“ würden die Kandidaten dazu angehalten, nach einem geheimen Drehbuch zu handeln, sodass peinliche Situationen entstünden, sagte eine Teilnehmerin.

Im vergangenen Jahr gelang es dem Satiriker Jan Böhmermann, zwei Schauspieler als Fake-Teilnehmer in die RTL-Sendung „Schwiegertochter gesucht“ einzuschleusen. Der Schwindel flog erst nach der TV-Ausstrahlung auf.



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