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Erfolg für den TSV: Fußballern der SSG Marienau und anderen Spielern muss Zutritt zum Sportheim gewährt werden

Richterin weist Klage gegen Sportverein in Brünnighausen ab

Brünnighausen (ist). Im Hamelner Amtsgericht wurde jetzt die Entscheidung im Rechtsstreit des Brünnighäu-sers Dieter R. gegen den Sportverein TSV Brünnighausen verkündet und die Klage abgewiesen.

veröffentlicht am 03.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

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Gegenstand der Auseinandersetzung: 2002 kaufte der Brünnighäuser Dieter R. ein Haus aus Gemeindebesitz am Sportplatz des Ortes, das zum Teil dem TSV langjährig als Vereinsheim und Geräteschuppen diente. Im Kaufvertrag sicherte R. der Fußballsparte des Vereins weiterhin für zehn Jahre die Nutzung dieses Teilbereiches als Sportheim mit Sanitärbereich zu. Dies gälte nach Meinung des Klägers jedoch nicht für die Spieler des SSG Marienau, die mit den TSVlern in einer Spielgemeinschaft am Punktspielbetrieb teilnehmen; Marienauer Spielern ohne TSV-Mitgliedschaft soll, so R., der Zutritt verwehrt werden (wir berichteten). In ihrer Begründung stellt Richterin Anne Beiderbeck nach gescheiterter Güteverhandlung im Dezember 2010 fest: „Die Klage ist unbegründet.“ Der Kläger sei verpflichtet, auch den Zutritt von Fußballspielern der SSG Marienau zum Sportheim zu dulden. Die Formulierung der 2002 im notariellen Kaufvertrag festgeschriebenen Reallast beschränke das Nutzungsrecht keinesfalls nur ausschließlich auf Mitglieder der Fußballsparte des TSV Brünnighausen. Sie enthalte vielmehr die Verpflichtung, die „uneingeschränkte Nutzung“ des Sportheimes durch diese Sparte für alle Zwecke der Fußballabteilung, insbesondere des Spielbetriebes, zu dulden. Zutrittsberechtigt seien daher sowohl Spieler gegnerischer und damit vereinsfremder Mannschaften, erst recht aber die Spieler der SSG Marienau, die mit den Brünnighäusern eine Spielgemeinschaft bilden.

Neben dieser Vertragsauslegung sei schon allein die rechtliche Beurteilung von Spielgemeinschaften verschiedener Vereine für das Urteil ausschlaggebend, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Spielgemeinschaften seien gerade in ländlichen Gegenden keine Seltenheit: „Insofern ist es sogar gerechtfertigt, die Fußballspieler der SSG Marienau angesichts der gebildeten Spielgemeinschaft als zur Fußballsparte des beklagten Vereins zugehörig anzusehen“.

Die Klage werde daher abgewiesen, die Kosten werden dem Kläger auferlegt. Der Streitwert ist auf 2000 Euro festgesetzt. „Nichts anderes, als wir erwartet hatten“, sagt Hans-Arnold Goltz, Prozessbevollmächtigter des TSV. Klägervertreter Christopher Nagel und Dieter R. behalten sich vor, Berufung einzulegen.



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