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Kleiner Junge und Erzieherin überleben 25-Meter-Sturz in Bergwerkschacht / Höhenretter helfen

Retter sprechen vom „Wunder im Osterwald“

Osterwald. Es klingt zwar unglaublich, ist aber wahr – ein Kind und eine Erzieherin haben gestern im Waldgebiet „Am Anhalt“ einen 25-Meter-Sturz überlebt. Retter sprechen bereits vom „Wunder im Osterwald“. Während einer Waldwoche des Kindergartens Oldendorf hatte der kleine Tobi (Name geändert) aus Salzhemmendorf, der übermorgen vier Jahre alt wird, auf einem Stapel Baumstämmen gespielt. Vor den Augen der 37-jährigen Hamelnerin verschwand er um 9.45 Uhr in einem Spalt.

veröffentlicht am 10.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.07.2017 um 13:40 Uhr

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Er fiel in den Lichtschacht eines ehemaligen Steinkohlenbergwerks und landete im eiskalten Grundwasser. „Zum Glück. Denn das Wasser hat ihn gerettet“, sagt Ortsbrandmeister Dirk Habenicht. Die Betreuerin zwängte sich in das stockfinstere Loch. Sie wollte dem Jungen helfen – und ließ sich fallen. Die mutige Frau wird nicht geahnt haben, dass der Stollen einmal 90 Meter tief war. Vermutlich kann Tobi nicht schwimmen. Die Hamelnerin hat ihr Leben riskiert, um das des Kindes zu retten. In solchen Momenten, heißt es, denke man nicht lange nach. Man reagiere nur.

Der alte Bergwerkschacht ist oval und gemauert. Einige Backsteine sind kaputt. Die Erzieherin hielt den Jungen fest und klammerte sich an einer Vertiefung fest. Kolleginnen holten Hilfe. Um 9.50 Uhr wurden die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Oldendorf und die Ortswehr Osterwald alarmiert. Notärzte und Rettungsassistenten aus Hemmendorf, Gronau, Hameln und Hessisch Oldendorf fuhren ebenfalls zum Unglücksort. Höhlenretter Dennis Hacker (24) wurde als Erster abgeseilt. Ihm folgte Dirk Ossenkop (46). Die Spezialisten kümmerten sich um die Eingeschlossenen, vermittelten ihnen das Gefühl, in Sicherheit zu sein. Ossenkop setzte dem kleinen Tobi einen Helm auf, fixierte ihn mit einem Gurt an seinem Körper und ließ sich von seinen Kameraden hochziehen. Der Junge zitterte, weinte aber nicht. Im Gesicht hatte er einige Schrammen. Ein Notarzt-Team brachte ihn zu einem Rettungswagen. Kurz darauf befestigten Hacker und Ossenkop einen Sitzgurt und Seile an der Frau, dann wurde auch sie mit vereinten Kräften nach oben gehievt und medizinisch vom Leitenden Notarzt Dr. Michael Rosteck und seinem Team versorgt. Ersten Informationen zufolge sollen die Verunglückten mit ein paar Schrammen und Unterkühlungen davongekommen sein. Nach Angaben der Polizei wurden die Retterin und der Junge stationär im Hamelner Krankenhaus aufgenommen.

Auch die Feuerwehrleute wurden von ihren Kameraden wieder aus der Tiefe geholt. Sie waren froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Dennis Hacker zitterte wie Espenlaub. „Es war aber auch verdammt kalt dort unten“, meint Dirk Ossenkop. „Das Wasser hatte höchstens 5 bis 7 Grad.“

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Der Schacht: 25 Meter tief und mit eiskaltem Wasser gefüllt.

Tobi war laut Vize-Abschnittsleiter Thomas Küllig eine Stunde, seine Betreuerin sogar 20 Minuten länger im Schacht. „Wir freuen uns, dass die Sache gut ausgegangen ist“, sagt Ortsbrandmeister Habenicht. „Wäre dort unten kein tiefes Wasser gewesen, hätten die beiden sicher nicht überlebt.“

Der Lichtschacht sei letztmalig von ihm vor etwa vier, fünf Jahren sorgfältig mit dicken Baumstämmen abgedeckt worden. Der Förster habe gesteigerten Wert darauf gelegt, berichtet Lohnunternehmer Ernst-August Mietke. Heute werde sich ein Experte des Landesamtes für Bergbau und Energie aus Clausthal-Zellerfeld den Unglücksort anschauen, sagt Polizeioberkommissar Kurt Meyer.



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