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Bürgerbus-Verein führt Bedarfsanalyse in Bisperode durch

Resonanz für neue Linie vorhanden

COPPENBRÜGGE/BISPERODE. Coppenbrügges Bürgerbus-Verein führt derzeit eine Bedarfsanalyse für eine geplante neue Linie durch. Demnächst sollen Gespräche mit dem „Nahverkehr Hameln-Pyrmont“ aufgenommen werden, um sich die neue Linie genehmigen zu lassen.

veröffentlicht am 15.05.2018 um 15:04 Uhr
aktualisiert am 15.05.2018 um 18:20 Uhr

Nahversorger haben in Bisperode geschlossen. Foto: wal
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Wird es für ältere Mitbürger aus Bisperode, die kein eigenes Auto besitzen, nach den Sommerferien ein Stück mehr Mobilität geben? Nicht zuletzt angesichts der sich mehr und mehr ausdünnenden Infrastruktur in Bisperode und den Ortsteilen Behrensen, Bessingen, Diedersen und Harderode wäre das ein Schritt nach vorn. Der Coppenbrügger Bürgerbus-Verein bastelt derzeit deshalb an Möglichkeiten einer neuen Linien-Taktung, die es Fahrgästen aus Bisperode und Ortsteilen ermöglicht, vormittags zum Einkaufen, zu Arzt-, Apotheken- und Bankbesuchen in den Kernort Coppenbrügge zu fahren und mittags wieder nach Hause zu kommen. Man hat bereits eine Versuchsfahrt unternommen, die nach Absprache mit dem „Nahverkehr Hameln-Pyrmont“ in den nächsten Fahrplan aufgenommen werden sollte.

Doch wie der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins, Rudolf Stenzel, jetzt mitteilte, will man, bevor die hierfür erforderlichen Verhandlungen mit dem „Nahverkehr Hameln-Pyrmont“ über Fahrplanänderungen geführt werden, diesen Gesprächen erst noch eine Bedarfsanlyse vorschalten. Stenzel: „Wir haben den Zeitplan für die neue Tour zwar schon getestet, wollen jetzt aber sehen, ob sie überhaupt im neuen Fahrplan angenommen wird, um nicht nach den Sommerferien ein halbes Jahr ohne Fahrgäste leer zu fahren.“

Mit einer Fragebogenaktion – unterzeichnet von Rudolf Stenzel und Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka – hat sich der Bürgerbus-Verein jetzt an die Bisperoder gewandt. Im Fragebogen wird erklärt, dass der Bürgerbus Coppenbrügge e.V. in Absprache mit der Rathausverwaltung plant, bei ausreichendem Bürgerinteresse ab Sommer auch die Ortschaften Harderode, Bisperode und Bessingen in den Linienverkehr einzubeziehen. Täglich sollen diese Orte dann einmal am Vormittag angefahren werden, um den Bürgern dieser Ortsteile den Besuch von Einkaufsmärkten, Ärzten, Apotheken, Geldinstituten und des Rathauses in Coppenbrügge zu ermöglichen. Abschließend soll angekreuzt werden, ob die Bevölkerung dieses Angebot annehmen wird oder nicht.

Für den „Coppenbrügger“ soll es ab Sommer eine neue Linie zu Verbrauchermärkten nach Coppenbrügge geben. Foto: wal
  • Für den „Coppenbrügger“ soll es ab Sommer eine neue Linie zu Verbrauchermärkten nach Coppenbrügge geben. Foto: wal

Wie der Bürgerbus-Vereinsvorsitzende Stenzeljetzt mitteilte, ist die Bedarfsanalyse zwar noch nicht abgeschlossen; aus dem bisherigen Rücklauf der 250 verteilten Fragebogen hätten sich aber bereits ergeben, das 67 Bisperoder die neue Linie, die am Montag, Donnerstag und Freitag angeboten werden soll, nutzen wollen. Stenzel: „Ich bin ganz glücklich über dieses bisherige Ergebnis und sicher, dass wir auf die benötigten 100 Fahrgäste kommen werden, damit sich das neue Angebot auch rentiert.“ Auf jeden Fall, so der Vorsitzende, stehe für ihn damit fest, dass man vom Bürgerbus-Verein demnächst Gespräche mit dem „Nahverkehr Hameln-Pyrmont“ aufnehmen wird, um sich die neue Linie genehmigen zu lassen. Dann, so Stenzel, habe der Bürgerbus seinen originären Zweck erfüllt: Nicht nur als Ergänzung zum Öffi-Linienverkehr, sondern man sei Bürgerinteressen direkt nachgekommen und würde die Leute direkt dorthin fahren, wohin sie müssen.

Zum Hintergrund: Der Abwärtstrend in der Infrastruktur von Bisperode und seinen Ortsteilen ist seit Jahren unübersehbar: Nahversorger ziehen sich zurück, Ärzte fehlen, und seit Jahresbeginn gibt es auch keine Kundenberater mehr in der Volksbank-Filiale. Zwischen 1980 und 2000 gab es in Bisperode noch drei Gaststätten, fünf Lebensmittel- und Gemischtwarenläden, zwei Bäckereien sowie eine Schlachterei, zwei Hausärzte, einen Zahnarzt und eine eigene Apotheke und Drogerie. Daneben einen Friseur, eine Post, zwei Geldinstitute sowie zwei Bekleidungsgeschäfte und zwei Gärtnereien. Davon geblieben ist bis heute allerdings nur noch ein minimales Restangebot. Und vor allem älteren und behinderten Mitbürgern fehlt es bislang an Fahrmöglichkeiten.

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