weather-image
14°

Streuobstwiese hilft beim Erhalt heimischer Tier- und Pflanzenarten

Renaissance der alten Obstsorten

Thüste. Das ließ sich Landrat Tjark Bartels nicht nehmen. Schwungvoll füllte er das Loch, in das er eben einen Apfelbaum der Sorte „Roter Winterkalvil“ gepflanzt hatte, wieder mit Erde auf. Der Baum ist einer von 100 neu angepflanzter Ostbäumen auf einem einen Hektar großen Areal am Ortsrand von Thüste. Während Mitarbeiter einer Zaunfirma noch den Wildschutz rund um die Wiese errichteten, pflanzte eine Vielzahl von Helfern die rund sechs Jahre alten Jungbäume.

veröffentlicht am 24.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 16:41 Uhr

270_008_7036081_lkcs102_2403.jpg

Autor:

Ernst August Wolf
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Aktion, an der sich neben dem örtlichen Nabu und dem BUND auch die Bingo-Umweltstiftung und der Landkreis finanziell beteiligen, ist eine Idee von Hofbesitzer Oliver Reinmöller aus Thüste. „Wir wollten unsere Wiese nicht mehr an extensive Landwirtschaft verpachten“, erklärt er. „Da hatten wir die Idee einer Streuobstwiese. Auf der werden jetzt nur alte Sorten angepflanzt, also nicht die drei oder vier, die sie im Supermarkt bekommen. Außerdem Birnen, Zwetschgen und auch einige Mirabellen.“

Ein Vorhaben, das auch von Sabine Washof, der Projektleiterin „Streuobstwiesen blühen auf“ des BUND-Landesverbandes Niedersachsen, unterstützt wird. „In den vergangenen Jahren hat es eine richtige Renaissance der Streuobstwiesen gegeben“, erklärt sie. „Durch die in den 70er und 80er Jahren gezahlten Rodungsprämien hatten wir über 200 000 Hektar Streuobstwiesen verloren. Damals wurden 70 bis 80 Mark für jeden abgeholzten Baum gezahlt. Ein großer Verlust.“

Früher habe es rund um die Dörfer viele Streuobstwiesen gegeben, aus denen sich die Einwohner versorgen konnten, erinnern sich einige der Helfer. Auch Edeltraud und Günter Blötz vom örtlichen Nabu sind zusammen mit ihrer eigens zu dieser Aktion aus Hannover angereisten Tochter Salka ebenfalls an der Pflanzaktion beteiligt. „Leider verschwinden die Obstbäume an unseren Alleen immer mehr, weil sich keiner mehr darum kümmert“, klagt der Nabu-Vorsitzende Günter Blötz. „Aber Streuobstwiesen wie die hier sind echte Gen-Pools und ein wertvoller Beitrag zum Erhalt heimischer Tier- und Pflanzenarten.“

Das lernen auch die beiden KGS-Schüler Michael Krügel und Tobias Nitsch. Die beiden Achtklässler pflanzen gleich mehrere Apfelbäume der Sorte „Ingrid Marie“ und erfahren ganz nebenbei von der 32-jährigen BUND-Praktikantin Korinna Tätzner, wie man mit einem „Erziehungsschnitt“ die Baumkrone eines Jungbaums zurechtstutzt. „Das ist echt interessant, denn ich habe zu Hause auch einen Garten“, erzählt Michael. „Die Schüler erwerben hier Umweltwissen, das wir auch im Schulgarten anwenden und im Unterricht vertiefen können. Und natürlich werden wir die Streuobstwiese auch für Unterrichtsprojekte wie etwa Bestimmungsübungen und Biologie- und Umweltunterricht nutzen“, so die die an der Aktion beteiligten Schüler begleitende Sozialpädagogin Irene Lehmann.

Der Inhaber der Mosterei Ockensen, Olaf Seifert, ist ebenfalls mit von der Partie. „Vor allem alte Apfelsorten werden hier bewahrt“, sagt er. Und freut sich auf die reiche Ernte, von der ein Teil sicherlich den Weg in die Mosterei finden wird.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?