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Lenny Heller ist Filmemacher

Regisseur aus Coppenbrügge: „Geil, es geht nach Hollywood“

COPPENBRÜGGE. Kann die Technik helfen, wenn nach Jahren des Glücks die Gefühle fehlen? Ein Backup der Gefühle vom Hochzeitstag, eine gespeicherte Momentaufnahme, die alles wieder gut macht. Können wir die Liebe kontrollieren? Davon handelt der Kurzfilm „Reversion“. Lenny Heller aus Coppenbrügge hat Regie geführt.

veröffentlicht am 12.09.2018 um 10:28 Uhr

Hat alles im Blick: Lenny Heller aus Coppenbrügge. Der junge Regisseur hat jetzt seinen ersten Kurzfilm erstellt. Foto: Denisa Tanase/PR
Muschik, Moritz

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Lenny heißt eigentlich Janis Leonard Heller. Der 27-Jährige kommt aus Coppenbrügge und studiert Szenische Regie an der Filmakademie in Ludwigsburg. Die Gefühle, die Liebe, kann er nicht kontrollieren. Doch genau das war der Anreiz für sein vorletztes Projekt. „Ich hatte den Wunsch, die Liebe kontrollieren zu können. Weil du sie nicht steuern kannst“, sagt er. „Wir sind immer dran, menschliche Schwächen irgendwie zu korrigieren.“ Die Technik spiele da eine erhebliche Rolle. So entstand der Kurzfilm – „Reversion“ war ein Projekt in seinem Studium. An die Filmakademie Baden-Württemberg kam er jedoch erst über Umwege.

Nach dem Abitur an der KGS Salzhemmendorf hatte er sich dort bereits beworben. Ohne Erfolg. „Weil man es von zu Hause nicht anders kennt, alle finden die Filme toll, denkst du dir irgendwann: Geil, es geht nach Hollywood. Die rollen den roten Teppich für dich aus“, erzählt er. Doch dann wurde er nicht mal in die nächste Bewerbungsrunde eingeladen. „Ich war sehr klein mit Hut“, sagt er. Also zog es ihn nach dem Zivildienst ans Staatstheater nach Braunschweig – als Regie-Hospitant. „Da habe ich einen Regisseur kennengelernt, der sehr bestimmt, aber auch sehr positiv mit seinem Team umgegangen ist“, erzählt er. Die Art des Regisseurs nahm er sich zum Vorbild.

Regisseur-Sein ist schon seltsam. Manchmal bist du der Seelsorger am Set. Manchmal musst du Sachen durchboxen. Der Beruf ist so facettenreich.

Janis Leonard Heller, Filmemacher

Heller weiß inzwischen, wie schwer es am Set manchmal sein kann. Maskenbildner, Aufnahmeleiter, Schauspieler: Sie alle muss der Regisseur berücksichtigen. „Manchmal bist du der Seelsorger am Set. Manchmal musst du Sachen durchboxen. Der Beruf ist so facettenreich“, meint der 27-Jährige. Und deshalb schätzt er den Job auch so. Er sagt: „Es ist nicht meine Aufgabe, den Leuten Antworten zu geben. Mir ist wichtig, das zu thematisieren, was im Leben, in der Gesellschaft passiert.“ Der Zuschauer sei nicht dumm. „Ich möchte ihm genug geben, um sich selber Gedanken zu machen“, sagt Heller und spricht von einer Regel unter Filmemachern: „Gib dem Zuschauer nicht vier, sondern zwei plus zwei.“

Einen Lieblingsfilm hat er nicht. Den klassischen Lieblingsfilm gibt es laut ihm aber auch gar nicht. Foto: mo
  • Einen Lieblingsfilm hat er nicht. Den klassischen Lieblingsfilm gibt es laut ihm aber auch gar nicht. Foto: mo
Sein Vorbild ist ein Regisseur, den er im Staatstheater Braunschweig kennengelernt hat. Foto: mo
  • Sein Vorbild ist ein Regisseur, den er im Staatstheater Braunschweig kennengelernt hat. Foto: mo
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Als er das erste Mal einen Film von sich auf einer großen Leinwand sah, war das für ihn besonders. „Wir haben einen Kurzfilm in einem Saal mit 500 Leuten geschaut. Ich dachte mir: Sehen auch alle groß die Fehler, die ich noch sehe?“ Ihm ist nicht wichtig, dass alle seine Filme lieben. Vielmehr sollen die Zuschauer mit unterschiedlichen Ansichten ins Gespräch kommen. „Entweder, du hast zehn Zuschauer, die den Film super finden und ihn am nächsten Tag vergessen haben“, sagt er. „Oder du hast fünf, die den Film toll und fünf, die ihn scheiße finden. Und alle zehn denken am nächsten Tag noch darüber nach.“ Dieses Ziel verfolgt er als Regisseur.

„Es wäre schön, irgendwann davon zu leben“, meint er. Aber das sei in der „speziellen Branche“ schwierig. Jetzt genießt er die Freiheiten im Studium. Und nach Hollywood will er gar nicht mehr unbedingt …



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