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Erstklässler aus Lauenstein sollen bereits in diesem Jahr in Salzhemmendorf eingeschult werden

Ratsbeschluss zur Schulschließung fehlt noch

Lauenstein (hen). Angesichts der bevorstehenden Schließung der Grundschule Lauenstein 2013 möchten Eltern ihre Kinder schon in diesem Jahr an der Grundschule Salzhemmendorf einschulen. Dazu muss zunächst die Politik den Weg freimachen – und vor allem die Schließung der Schule auch offiziell per Ratsbeschluss besiegelt werden. Denn bislang hat das Gremium nur das Gesamtkonzept auf den Weg gebracht.

veröffentlicht am 13.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:41 Uhr

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Nach einer Vorbereitung durch den Bildungsausschuss am 8. Februar soll der Ratsbeschluss am 23. Februar erfolgen. „Wenn dieser Beschluss nicht bis zu den Sommerferien vorliegt, müssten die Kinder weiterhin in Lauenstein eingeschult werden“, verdeutlicht Günter Wendlandt, Schulleiter in Lauenstein. Ein Szenario, das nicht nur den Eltern nicht gefällt, sondern das auch die Pädagogen ablehnen: „Ein Wechsel nach Klasse 1 wäre nicht glücklich“, sagt Susanne Koops, neue Leiterin in Salzhemmendorf. Ihre Schule wird bekanntlich am Ende des Schulschließungsfahrplans alleinige Grundschule für den Flecken bleiben. Voraussichtlich 14 Mädchen und Jungen aus Lauenstein werden im Sommer eingeschult; in Salzhemmendorf gibt es noch einmal rund 32 Erstklässler. Genaue Zahlen stehen freilich noch nicht fest. Die Raumkapazitäten am Felsenkellerweg sind aber laut Susanne Koops ausreichend.

Seit dem Beschluss für das Schulentwicklungskonzept mit den angedachten Schließungen der Schulen Lauen-stein 2013, Wallensen 2015 und Oldendorf 2018 arbeiten die Lauensteiner und Salzhemmendorfer Schulen eng zusammen. Durch gemeinsame Wandertage, Sportstunden oder Ausflüge sollen die Kinder einander und die Lauensteiner das Salzhemmendorfer Gebäude kennenlernen. „Mir ist es ganz wichtig, dass die Kinder keinen Klassenwechsel erleben müssen“, sagt Wendlandt.

Mit dem damaligen Salzhemmendorfer Schulleiter Udo Zelck und Elternvertretern ist er bereits kurz nach dem Beschluss zum Schulkonzept in Hannover gewesen, um sich grünes Licht für eine Ausnahmegenehmigung geben zu lassen: So soll der Klassenverband der heutigen 1. und 2. Lauensteiner Klassen erhalten bleiben, wenn die Schüler in den Kernort wechseln. Die Kinder sollen also nicht auf neue Klassen „aufgeteilt“ werden, sondern zusammenbleiben. Der Wechsel ist aus Wendlandts (schulorganisatorischer) Sicht unproblematisch. Er selbst erreicht in einem Jahr die Pensionsgrenze, begleitet die Schule aber bis zu ihrer Schließung.

Die Personalsituation bei den Pädagogen ist geregelt; zwei Lehrerinnen werden ebenfalls nach Salzhemmendorf wechseln: Eine Lehrerin, die zurzeit die zweite Klasse unterrichtet, zieht mit ihren Schülern um und begleitet sie – dann in Salzhemmendorf – bis ans Ende der 4. Klasse. Die Lehrerin, die zurzeit die 3. Klasse in Lauenstein unterrichtet, wird auch diese Schüler bis ans Ende ihrer Grundschulzeit unterrichten und dann 2013 die Einschulungskinder übernehmen.

„Das Einverständnis aus Hannover, so zu verfahren, liegt vor. Ein politischer Beschluss ist notwendig, um die Erstklässler schon ein Jahr vor der offiziellen Schließung in Salzhemmendorf einschulen zu können“, erklärt Wendlandt. Voraussetzung ist der Beschluss zur Schulschließung. Eine Aufhebung der Schulbezirke ist aus seiner Sicht nicht notwendig. „Das hat sich durch die Stockbreiten-Regelung erledigt.“ Die Politik hatte entschieden, dass für die Kinder der „Stockbreite“ freie Schulwahl besteht, „und damit sind die Schulbezirke quasi aufgehoben“, sagt Wendlandt.

Michael Paulessen von der Gemeindeverwaltung, der zurzeit eine Vorlage erarbeitet, die nach Beratung im Bildungsausschuss vom Rat beschlossen werden soll, bestätigt die von Wendlandt genannten formalen Voraussetzungen und ergänzt, anschließend müsse noch ein Antrag bei der Landesschulbehörde erfolgen. Ob auch über die Schulbezirke beschlossen werden muss, sei noch unklar. Wie Paulessen sieht die Politik keinerlei Hemmnisse, wie geplant vorzugehen. Karl-Heinz Grießner, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Bildungsausschuss, spricht von „rein formalen Fragen, die ohne Probleme gelöst werden sollten“.

„Wir wollen vermeiden, dass die Kinder während der Schulzeit wechseln müssen“, sagt Manfred Roth, Vorsitzender des Bildungsausschusses. Darüber herrsche im Rat große Übereinkunft. Der Ausschuss unternimmt übrigens am Samstag eine Bereisung, „damit die neuen Mitglieder alle Gebäude kennenlernen“, so Roth. Besichtigt werden neben den Schulen in Salzhemmendorf und Lauenstein auch die Kindergärten.

Frauke Jochim, die Elternratsvorsitzende der Grundschule, sagt mit Blick auf die anstehenden Februarentscheidungen: „Dann wissen die Eltern endlich, woran sie sind.“ Wenn jetzt alles wie geplant durchgehe, „wird es ein guter Übergang“, sagt die Mutter.

In allen betroffenen Orten gibt es keinen Jubel über die anstehenden Schulschließungen; bekanntlich ist aus den Protesten vor allem in Oldendorf und Wallensen die Aktive Bürgergruppe hervorgegangen. Die Lauensteiner Eltern waren von Anfang an diejenigen, die am wenigsten Widerstand gegen das Schulkonzept vorgebracht und sich mit der Situation abgefunden haben – grundsätzlich bedauert wird die Entwicklung von allen Beteiligten.

Die Schließung der Schule Lauenstein ist erst der Auftakt zur Umsetzung des Schulkonzeptes. Viele Fragen sind nach wie vor ungeklärt – laut Roth soll sich eine Arbeitsgruppe bilden, die untersuchen soll, inwieweit das jetzige Schulgebäude in Salzhemmendorf auch in Zukunft ausreicht oder ob es eine Alternative an der KGS gibt. Eine Zusammenarbeit mit Thomas Hampe von der Aktiven Bürgergruppe im Ausschuss sieht Roth nicht skeptisch: „Hampe kann realistisch einschätzen, was nötig und was möglich ist. Wenn die Voraussetzungen für eine Aufrechterhaltung der Schulen nicht bestehen, wird er die Notwendigkeit auch sehen.“

Roth glaubt zwar auch, dass die Aktiven weiterhin für die Schulen Oldendorf und Wallensen kämpfen werden, „aber er wird sich nicht verschließen“. Es sei nun einmal nicht zu verleugnen, dass die Geburtenzahlen in der Tendenz abnehmen und „immer mehr junge Leute im gebärfähigen Alter wegziehen“.

Hampe verhehlt nicht, dass die Aktive Bürgergruppe weiterhin eine zentrale Schule mit Außenstellen favorisiert. Die Politikneulinge haben eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, in der „wir unser Schulkonzept weiterentwickeln werden“.

Nach Hampes Meinung hätte bei der Schließung von drei Schulen der Elternwille abgefragt werden müssen. „Das steht so im Schulgesetz.“

Das Schulentwicklungskonzept sieht die Schließung der Grundschule Lauenstein 2013 vor. Damit die Erstklässler in diesem Jahr bereits in Salzhemmendorf eingeschult werden können, muss der Rat das Ende der Schule noch formal beschließen.Foto: Dana



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