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Doch das hält an seinen Ausbauplänen fest / Politik soll helfen

Rasti-Land-Erweiterung: Bahn blockt bei Grundstücksverkauf

BENSTORF. Seit fast 50 Jahren wünschen sich die Betreiber des Rasti-Lands, die Familie Ratzke, eine Verkehrsanbindung auf der Nord-Seite der Bahngleise mit Bundesstraßenanschluss. Um weitere Parkmöglichkeiten zu schaffen, würden sie gerne den Feldweg nördlich der Bahnstrecke kaufen. Doch die Bahn will nicht einmal über den Verkauf verhandeln.

veröffentlicht am 14.03.2019 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 14.03.2019 um 18:30 Uhr

Bisher erreichen Fußgänger und Autofahrer durch den Tunnel unter der Bahnstrecke das Rasti-Land-Gelände. Bei einer neuen Verkehrsanbindung würde dieser Weg nur noch für Passanten zur Verfügung stehen. Foto: gök
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Christian Göke Reporter
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Ob es nun die Differenzen zwischen Ortsbürgermeister Günther Rathing (Aktive Bürger) und seinem Stellvertreter Friedrich-Wilhelm Knust (CDU) oder die Vorstellung der Ausbau-Pläne vom Rasti-Land waren, muss offenbleiben. Vielleicht waren es auch beide Themen, die dafür sorgten, dass der Ortsratssitzung im Benstorfer Dorfgemeinschaftshaus eine große öffentliche Resonanz beschieden war.

Rasti-Land-Geschäftsführer Steffen Ratzke stellte die Projekte des Rasti-Landes vor. In den letzten Jahren hat sich das Besucherverhalten im Rasti-Land geändert. Von früher vier Stunden Aufenthalt stieg die Verweildauer auf jetztdurchschnittlich fünfeinhalb Stunden, weshalb die Parkplätze nicht mehr rechtzeitig frei werden und gerade an sonnigen Wochenenden oder Ferientagen oft nicht mehr ausreichen. Das führt dann dazu, dass die Quanthofer Straße zugeparkt wird und entsprechende Probleme damit einhergehen. Gespräche mit dem Ortsbürgermeister und dem Gemeindebürgermeister zeigten dann die Möglichkeit auf, dass weitere Parkplätze südlich des Rasti-Landes und der Bahnstrecke entstehen könnten. Eine weitere Idee von Ratzke und seinem Team wäre zudem, dass Übernachtungsmöglichkeiten in diesem Gebiet geschaffen werden. So könnten die Besucherzahlen noch weiter gesteigert werden. Bisher werden beim Rasti-Land eingehende Übernachtungsanfragen – wenn möglich – auf die Gemeinde verteilt oder an Hotels in Hameln und Hildesheim verwiesen.

Seit fast 50 Jahren wünscht sich die Familie Ratzke eine Verkehrsanbindung an das Rasti-Land auf der Nord-Seite der Bahngleise mit Bundesstraßenanschluss. So wären dann auch Quanthof oder Benstorf vom Verkehr entlastet. „Für uns wäre es ideal, wenn die Parkfläche auf der Nord-Seite wäre und wir die mögliche Fläche südlich der Bahnstrecke für Übernachtungsmöglichkeiten nutzen könnten“, so Ratzke in der Sitzung. Optimal wäre es, wenn die Bahn den Feldweg nördlich der Bahnstrecke an das Rasti-Land verkaufen würde. Die Bahn will aber über die Abgabe noch nicht einmal verhandeln. Laut Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening ergab eine Nachfrage bei einem Sachbearbeiter der Bahn, dass die Bahn solche kleinen Grundstücke aufgrund des Aufwandes gar nicht veräußern will. „Die Bahn will Gewinne machen und sieht bei dem Aufwand schon mehr Kosten, als beim Verkauf an Erlös entstehen würde“, erklärte Pommerening.

Dennoch will das Rasti-Land an den Ausbauplänen nördlich der Bahnstrecke festhalten und hofft weiter auf ein Einlenken der Bahn, weshalb der ebenfalls anwesende Osterwalder Ortsbürgermeister Torsten Hofer angeboten hat, Landtags- und Bundespolitiker auf das Problem aufmerksam zu machen. Im Notfall sieht Ratzke bei einem entsprechenden Bebauungsplan und positiven Gesprächen zu Grundstücksverkäufen auch die Möglichkeit, eine neue Straße neben dem Feldweg der Bahn zu bauen. Angesichts einer solch hohen Investition wären auch neue Übernachtungsmöglichkeiten für das Rasti-Land wünschenswert. Der bisherige Tunnel unter der Bahnstrecke würde bei einer neuen Verkehrsanbindung dann nur noch Fußgängern zur Verfügung stehen. Ratzke stellte klar, dass man eine schnelle Entscheidung und nicht jahrelange Diskussionen haben möchte.

Nach den Ausführungen von Ratzke betonten die anwesenden Bürger überwiegend, wie wichtig auch ihnen die Zukunft des Rasti-Landes ist und wie erschrocken sie vom Verhalten der Bahn sind. Pommerening sagte zu, dass man weiterhin einen engen Kontakt mit dem Freizeitpark halte und ihn nach Kräften unterstütze.

Der stellvertretende Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Knust ließ es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass er seine politischen Ämter noch nie für seine eigenen Interessen wie etwa bei Grundstücksverkäufen an das Rasti-Land genutzt habe. Rathing habe Unwahrheiten verbreitet. Für ihn sei deshalb der Ortsbürgermeister nicht mehr tragbar. Rathing wies die Vorwürfe zurück. Offen blieb in der Sitzung, wie sich die künftige Zusammenarbeit der Politiker im Ortsrat fortsetzen soll. Bürger appellierten an die Kontrahenten: „Die paar Hundert Benstorfer sollten doch nach außen einmütig vertreten werden. Politisches Klein-Klein ist völlig überflüssig!“



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