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Brief an Minister wegen Teilaufhebung des Lkw-Verbots auf L 425

Protest gegen „Lobbyismus“

Lauenstein (hen). Horst Wichmann hat beim niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr einen „Antrag auf verkehrslenkende Maßnahmen“ gestellt. In seinem Brief an Minister Jörg Bode schreibt der Ortsbürgermeister von einer unzumutbaren Lärmauswirkung für die Anwohner. Anlass für den Protest der Lauensteiner ist die teilweise Aufhebung des Fahrverbots für Lkw (wir berichteten) auf der Landesstraße 425. Wichmann fordert nun, „die Anordnung zurückzunehmen, und die vorherige Anordnung vom 22. Juni wieder in Kraft zu setzen“.

veröffentlicht am 25.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:21 Uhr

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Der Schwerlastverkehr, insbesondere die nun wieder zugelassenen Leerfahrzeuge, führten zu einer unzumutbaren Lärm- und Abgasbelastung der Anlieger der Ortsdurchfahrt. Besonders gravierend seien die durch den hohen Lkw-Anteil in den Morgen- und Nachmittagsstunden verursachten Geräuschemissionen. „Seit mehr als 30 Jahren sind die Anwohner diesem Lärm ausgesetzt. Das sind nicht nur Fahrzeuge in Richtung Steinbruch, sondern auch Lkw zu den Weser- Kieswerken, die diese Straße nutzen“, schreibt Wichmann. Ein ungestörtes Schlafen sei seit der Wiederzulassung praktisch unmöglich. Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten, besonders bei Schulkindern und älteren Mitbürgern, seien die Folge. „Als besonders empörend empfinde ich, dass die Steinbruchbetreiber dem Land Niedersachsen ein Darlehen zum Ausbau der Straße gewähren wollen, welches einen schnelleren Ausbau der L 425 bewirken soll. Das nenne ich Lobbyismus in Reinkultur, für den weder ich noch die Bewohner des Ortes Lauenstein Verständnis aufbringen“, so der Ortsbürgermeister.

Tatsächlich will die Hermann Wegener GmbH & Co. KG, die die Hannoverschen Basaltwerke in Bisperode betreiben, dem Land ein zinsloses Darlehen über 400 000 Euro gewähren. Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, bestätigte auf Anfrage der Dewezet, dass seine Behörde mit Wegener einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen will. „Ich kann daran nichts Anrüchiges finden“, sagt Brockmann. Für ihn zähle, dass die Landesstraße so schneller saniert werden kann. Die Gesamtkosten würden über eine Million Euro betragen; der Kredit mache also nicht den vollen Betrag aus und werde innerhalb von vier Jahren in Raten von jeweils 100 000 Euro zurückgezahlt. „Die Vereinbarung ist auch nicht an Bedingungen geknüpft“, sagt Brockmann. So zu verfahren, sei eine ministerielle Entscheidung und darüber hinaus nicht ungewöhnlich: Auch beim Bau der Valentinibrücke in Emmerthal war die Gemeinde bei der Finanzierung eingesprungen.

Gemeindebürgermeister Martin Kempe, der bereits im Rat bekannt hatte, von dem Kreditangebot Steinbruchbetreibers gehört zu haben, sagte auf Anfrage der Dewezet: „Wenn das Land sich mit Wirtschaftspartnern auf Finanzierungsmodelle einigt, stellt das eine neue Qualität in der zukünftigen Zusammenarbeit dar und wird sicherlich von vielen Seiten kritisch betrachtet.“

Seit Mittwoch sind die neuen Schilder an der Ortsdurchfahrt angebracht, die dem Steinbruchbetreiber (die Hannoverschen Basaltwerke) wieder Leerfahrten ermöglichen. Horst Wichmann will Protest einlegen.

Foto: Wal



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