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Abriss an der Coppenbrügger Schlossstraße hat begonnen – nicht alle sind davon begeistert

„Problem-Haus“ verschwindet

Coppenbrügge. Für die einen ist es ein Schandfleck, für andere unbedingt erhaltenswert: das alte Fachwerkhaus an der Schlossstraße mit der Nummer 8. Noch im vergangenen Jahr spielten sich dort dramatische Szenen ab. Im Mai stürmte ein schwer bewaffnetes Sonder-Einsatz-Kommando (SEK) der Polizei das Haus, um zwei Männer mit Migrationshintergrund festzunehmen. Im August folgte eine Razzia, um 43 dort gemeldete Personen zu überprüfen, darunter zahlreiche Zuwanderer aus Rumänien. Insider sprachen bereits von einem „Bettenlager“ und einem „Problem-Haus“.

veröffentlicht am 13.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Inzwischen steht das marode Haus leer – und auch die Besitzverhältnisse haben sich geändert. Rainer Feuerhake hat sein Elternhaus zurückgekauft, allerdings nur unter der Option, es dann auch gegebenenfalls abreißen zu dürfen. Die Entscheidung dazu ist inzwischen gefallen, der Abriss hat im hinteren Bereich des Grundstückes bereits begonnen. Dort stehen alte Stallungen.

Nach eigenen Angaben hat sich Feuerhake seine Entscheidung nicht leicht gemacht. „Es ist schließlich mein Elternhaus, da hängt viel Herzblut dran“, erklärt der 71-Jährige. Aufgrund familiärer Entwicklungen sei das Haus jedoch über viele Jahre nicht so gepflegt worden, wie es erforderlich gewesen wäre. Er selbst wohne in Hannover, seine Kinder lebten „in aller Welt verstreut“. Gemeinsam mit einem Architekten habe er das Wohnhaus genau unter die Lupe genommen und feststellen müssen, dass es derzeit nicht mehr bewohnbar sei. Es verfalle zusehends. Um es zu sanieren, in einen zeitgerechten Zustand zu bringen, müssten bis zu 400 000 Euro investiert werden. Das stehe in keinem Verhältnis zu einem Neubau. Behördliche Hürden gibt es für den Abriss nicht, da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht. Feuerhake datiert die Zeit des Baus auf etwa 1850. Es diente im Laufe der Jahre zum einen als Wohnhaus, später auch als Geschäftshaus. Unter anderem war dort das Geschäft „Schreibwaren an der Burg“ beheimatet. Das Fachwerk ist bereits seit Jahren hinter Putz verschwunden, der an vielen Stellen abbröckelt.

Wilhelm Rokahr vom Museumsverein ist alles andere als begeistert vom Abriss. Rokahr, der selbst in der Schlossstraße wohnt, spricht von historischer Bausubstanz, die nun zerstört werde. Das sei unverantwortlich. Seine Kritik wird zwar gehört, stößt durchaus auf Verständnis, ändert aber nichts am Abriss. Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka verweist auf den demografischen Wandel. Es werde sicher immer häufiger leerstehende Häuser geben, die verfallen und später abgerissen werden müssten. Hier sei zumindest jemand, der das Grundstück weiterentwickeln, etwas Neues errichten wolle. Das sei durchaus im Interesse der Gemeinde.

Das Wohnhaus an der Schlossstraße mit der Nummer 8 steht leer und ist nach Angaben des Eigentümers unbewohnbar. Es wird nun abgerissen.

Was genau dort entstehen soll, darüber will Feuerhake nach intensiver Beratung mit seinem Architekten entscheiden. Unter anderem könnte ein Haus mit barrierefreien Wohnungen entstehen. Zunächst werde er das Grundstück nach dem Abriss des Gebäudes begrünen und pflegen, damit dort durch die Baulücke kein Schandfleck entstehe. Rainer Feuerhake, der sich als Finanzvorstand der TUI AG einen Namen gemacht hat und als Aufsichtsratsvorsitzender der Profiabteilung des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 bekannt ist, hat tiefe Wurzeln zu Coppenbrügge. Er ist der Urgroßneffe von Ernst Feuerhake (1850 bis 1924), zu dessen Ehren 1908 der Feuerhake-Brunnen errichtet wurde – als Dankeschön der Gemeinde für die Stiftung einer Wasserleitung.



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