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100 Jahre alte Grabmale entdeckt

Prädikat erhaltenswert

COPPENBRÜGGE. Was die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen während einer Ortsbegehung auf dem Friedhof in Marienau entdeckt hat, liegt inzwischen wieder hinter Gestrüpp verborgen. Es handelt sich um 100 Jahre alte Grabmale. Geht es nach dem Willen der Grünen, sollen sie von Studenten dokumentiert werden.

veröffentlicht am 12.06.2017 um 12:17 Uhr

Grabsteine wie dieser auf dem Friedhof Marienau gelten als Beispiele vollendeter Steinmetzkunst aus der Zeit um die Wende des vorigen Jahrhunderts. Foto: BR
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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COPPENBRÜGGE. Was Lidia Ludwig und Kollegen aus der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Rat des Fleckens Coppenbrügge während einer Ortsbegehung im vergangenen Winter auf dem alten Friedhof in Marienau entdeckt haben, liegt inzwischen längst wieder hinter dichtem Gestrüpp und unter wucherndem Efeu nahezu vollkommen im Verborgenen. Es handelt sich um mehr als 100 Jahre alte Grabmale, die im hinteren Bereich des Friedhofs, direkt an der inzwischen angrenzenden Bahnlinie, angelegt worden sind.

Wie auf Fotos, die während der Sitzung des Ortsrats Coppenbrügge gezeigt wurden, deutlich zu erkennen war, sind diese Gräber teilweise mit Grabsteinen ausgestattet, die sicherlich als Zeugnisse vollendeter Steinmetzkunst aus der Zeit direkt vor und nach dem Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert bezeichnet werden dürfen, die nun aber „kreuz und quer und sehr würdelos verteilt, im Gelände liegen“. Das jedenfalls ist die Auffassung von Lidia Ludwig und ihren Fraktionsmitgliedern, die in einem Antrag dafür eintreten, dass diese Gräber freigelegt, gesichert und dokumentiert werden. Ob sich unter Schutthaufen, die sich dort ebenfalls befinden, noch weitere erhaltenswerte Grabmäler verbergen, werde sich zweifellos im Rahmen der gewünschten Freilegungsarbeiten zeigen.

Bauamtsleiter Jürgen Krückeberg fügte hinzu, dass sich dort auch Grabstellen befinden, die sogar noch vollständig, also auch mit ihren ursprünglichen Eingrenzungen versehen seien. Er nannte in diesem Zusammenhang die Jahreszahlen 1902, 1905 und 1907.

Während nun Lidia Ludwig nicht nur die genannten Vorschläge umgesetzt wissen möchte, sondern sich – „Man darf ja ruhig mal träumen.“ – auch Informationstafeln auf dem Friedhof vorstellen könnte, die auf die Gräber und die dort bestatteten Personen hinweisen, erklärte Karin Dröge (CDU), dass „in einer Bedarfszuweisungsgemeinde für Träume kein Geld vorhanden ist“. Zumal dann nicht, wenn die Vorschläge aus der Grünen-Fraktion, wie Krückeberg zuvor erklärt hatte, „sicherlich nicht mit zehn- oder fünfzehntausend Euro zu verwirklichen sind, denn die Arbeiten müssen von einer Fachfirma, also beispielsweise von einem Steinmetzbetrieb ausgeführt werden“. Gleichwohl fügte ihre Fraktionskollegin Angelika Holweg hinzu, könne sie sich dem Ludwig-Vorschlag durchaus anschließen, „wenn die Sache uns kein Geld kostet“.

Jürgen Krückeberg will die Angelegenheit nun dem zuständigen Mitarbeiter bei der Unteren Denkmalbehörde unterbreiten, während Lidia Ludwig gleichzeitig ihre Verbindungen zur Landesdenkmalbehörde in Hannover nutzen will, um herauszufinden, ob dort eventuell Mittel für das Vorhaben zu erhalten wären. Außerdem, verlieh Lidia Ludwig einer weiteren Hoffnung Ausdruck, könne sie sich durchaus vorstellen, dass eventuell eine Gruppe von Geschichts- beziehungsweise Kunstgeschichtsstudenten Interesse an der Aufarbeitung und Dokumentierung des Gräberfeldes haben könnte.

Einschränkend wies Jürgen Krückeberg noch darauf hin dass, wenn überhaupt, mit Arbeiten auf dem Friedhof erst nach dem 12. Dezember dieses Jahres begonnen werden könne, da bis dahin noch die Ruhezeit für diesen Friedhof gelte, „und die muss auf jeden Fall gewahrt werden“.

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