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Förderschule schließt – aber Freie Schule bleibt im Gebäude der Spiegelbergschule

Platz zum Expandieren

Coppenbrügge. Die Coppenbrügger Spiegelbergschule schließt zum 31. Juli diesen Jahres. Diese Nachricht hat für einige Verwirrung gesorgt, denn das Gebäude teilt sich die Förderschule mit der Freien Schule Weserbergland. Geschlossen wird aber nur die Förderschule, das Angebot der Freien Schule bleibt.

veröffentlicht am 03.03.2016 um 12:10 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Autor:

von Maike Lina Schaper
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Begründet wird die Schließung der Förderschule mit sinkenden Schülerzahlen. Mit acht Schülern im nächsten Schuljahr wäre ein pädagogisch sinnvoller Unterricht nicht mehr sichergestellt, bestätigte Schulleiter Rainer Schicker gegenüber der Politik. Die Landkreis-Verwaltung setzt sich dafür ein, das Förderzentrum an eine der beiden KGSen – Salzhemmendorf oder Bad Münder – anzugliedern. Momentan sei jedoch davon auszugehen, dass die Landesschulbehörde das Förderzentrum zunächst an die Albert-Schweitzer-Förderschule in Hameln angliedern wird, heißt es seitens des Kreises. Eine endgültige Entscheidung hierüber liege allerdings noch nicht vor.

Die Freie Schule Weserbergland setzt ihren Unterricht wie gewohnt fort. Im September 2014 hat sie ihren Betrieb im Gebäude der Spiegelbergschule in Coppenbrügge aufgenommen. Bisher können dort Schüler von der 1. bis zur 4. Klasse lernen. Durch die Schließung der Förderschule kann die Freie Schule den Platz nutzen, um sich auszuweiten. „Das Gebäude ist für 120 bis 140 Schüler ausgelegt“, sagt Sandra Richards vom Team der Freien Schule. „Diese Größe wollen wir in zehn Jahren erreichen“, erklärt die Schulkoordinatorin. Denn perspektivisch möchte die Freie Schule einen Unterricht bis zur 10. Klasse – genauer: bis zum erweiterten Sekundarabschluss I – anbieten.

Derzeit besuchen 21 Kinder die Freie Schule Weserbergland. Neuanmeldungen gebe es teilweise bis in das Jahr 2021 hinein, sagt Richards. Mittlerweile profitiere die Schule von einer guten Mund-zu-Mund-Propaganda. Auch wenn der Anfang eher schwierig gewesen sei.

Windspielschule in

Hessisch Oldendorf hat Startschwierigkeiten

Vor einem schwierigen Anfang steht auch die geplante Windspielschule in Hessisch Oldendorf. Ein eigens gegründeter Verein möchte diese zweite Freie Schule im Landkreis realisieren. Bisher steht allerdings das Gebäude dafür noch nicht fest, und auch pädagogische Fachkräfte fehlen den Hessisch Oldendorfern noch. Richards hofft, dass beide Schulen in Zukunft zusammenarbeiten können. Um sich gegenseitig keine Schüler wegzunehmen, wäre es sicherlich sinnvoll, wenn sich die Hessisch Oldendorfer Windspielschule für einen Standort eher in der Richtung von Rinteln als Coppenbrügge orientieren würde, meint Richards. Derzeit besuchen zwei Schüler aus dem Raum Hessisch Oldendorf die Einrichtung in Coppenbrügge. Weitere Anmeldungen aus diesem Bereich liegen vor. Trotzdem begrüßt Richards, dass sich der Verein in Hessisch Oldendorf für die Freie Windspielschule einsetzt: „Das zeigt, dass großes Interesse an freien Schulen besteht.“

Das Konzept freier Schulen zeichnet sich vor allem durch die Selbstorganisation der Schüler aus, erklärt Richards. Die Lernbegleiter machen Angebote, denen sich die Schüler zuordnen können. Gelernt wird aktiv und mit viel freier Motivation des Kindes. „Wenn ein Kind ein Kissen näht und darauf ,Mama‘ schreiben möchte, dann merkt es sich das Wort besser, weil es praktisch und nicht theoretisch an die dazugehörigen Buchstaben herangeführt wird“, gibt Richards als Beispiel. Die Freie Schule Weserbergland beachtet in ihrem Konzept pädagogische Ansätze von Maria Montessori, Rebeca Wild, Gerald Hüther, Jesper Juul oder der Wald- und Wildnispädagogik.

Zusätzlich zum Lernen in der Schule gibt es Waldtage und ein Projekt mit Pferden in Dörpe. „Davon sind auch die Jungs begeistert“, erzählt Richards. Sehr zufrieden scheinen die Kinder auch mit ihrem Schulalltag zu sein. Eike, Justin und Laura erzählen gern, was sie Außergewöhnliches mit „Kapla“, den kleinen Holzleisten, bauen können. Nino mag besonders die Fotos von verschieden Sandsorten unter dem Mikroskop. Selbst Sand aus der Sahara haben die Schüler mit einer Probe aus ihrem Sandkasten verglichen und dabei festgestellt, dass die Körner ja gar nicht so gelb sind, wie man sich Sand immer vorstellt, sondern schöne Kristalle in mehreren Farben.

Termin: Wer sich ein Bild von der Freien Schule Weserbergland machen möchte, kann an diesem Samstag, 5. März, zum Tag der offenen Tür kommen. Die Schule ist in der Zeit von 12 bis 16 Uhr für Eltern und Kinder geöffnet. Die Lernbegleiter machen verschiedene Angebote im Innen- und Außenbereich, die auch den Alltag der Schüler wiedergeben sollen. Neben Kreativangeboten und Bewegung gibt es beispielsweise ein Lagerfeuer auf dem Schulhof.



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